Lufthansa Cargo bekräftigt Notwendigkeit von Nachtflügen

Kurzfristiges vorläufiges Nachtflugverbot in Frankfurt führt zu Schäden in Millionenhöhe


 

Lufthansa Cargo hat in einem Pressegespräch vor dem 28. Deutschen Logistikkongress in Berlin die Notwendigkeit von Nachtflügen bekräftigt. Deutschlands größte Frachtairline machte dabei auch deutlich, welche immensen Folgen das kurzfristig verhängte vorläufige Nachtflugverbot in Frankfurt auf die internationale Logistikindustrie hat.

Da das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes nur wenige Tage vor Beginn des Winterflugplans verkündet wurde, hat Lufthansa Cargo in der vergangenen Woche einen Notfall-flugplan für die Zeit ab dem 30. Oktober erarbeitet. „Mit höchstem Aufwand ist es uns gelungen, das Angebot für unsere Kunden vergleichsweise stabil zu halten“, so Karl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo. Viele Flüge hätten in die Tag- und in die Tagesrandstunden verlagert werden müssen. Einzelne Verbindungen - etwa nach China – seien ganz gestrichen worden. Weitere Flüge nach China würden zudem nach dem abendlichen Abflug aus Frankfurt einen mehrstündigen Zwischenstopp in Köln/Bonn einlegen müssen, um dann zu der ursprünglich geplanten nächtlichen Abflugzeit Richtung Fernost weiterzufliegen. „Das Nachtflugverbot zwingt uns zu einem Flugplan, der ökonomisch und ökologisch teilweise absurd ist“, stellte Garnadt klar. „Wir operieren künftig mit unnötigen Starts und Landungen, die zu mehr Lärm, mehr Treibstoffverbrauch und Mehrkosten in Millionenhöhe führen“.

Ab Januar soll zudem mindestens ein MD-11 Frachtflugzeug von Frankfurt an den Flughafen Köln/Bonn verlegt werden. Der Frachter soll den für die deutsche Exportindustrie unverzichtbaren „Nachtsprung“ nach Nordamerika bedienen, der über Frankfurt aufgrund des Nachtflugverbotes nicht mehr sicher gestellt werden kann.

Für die gesamte Deutsche Logistikindustrie sei die Kasseler Entscheidung ein verheerendes Signal, unterstrich Karl Ulrich Garnadt. „Deutschland ist als Exportvizeweltmeister auf eine zuverlässige Anbindung an die weltweiten Warenströme angewiesen. Der Flughafen Frankfurt spielt dafür eine herausragende Rolle, schließlich werden rund 40 Prozent des Werts der deutschen Exporte auf dem Luftweg transportiert.“ Durch ein totales Nachtflugverbot drohe Deutschland den Anschluss an die globalen Logistikströme zu verlieren, so Garnadt. „Den siebtgrößten Frachtflughafen der Welt jede Nacht für sechs Stunden zu schließen und damit von den internationalen Warenströmen abzukoppeln, trifft die Luftverkehrsindustrie schwer. Solch starke Nutzungsrestriktionen gibt es für keinen anderen Verkehrsträger.“

Der Vorstandschef der Frachtairline betonte, dass Lufthansa Cargo weiter auf eine Entscheidung des Leipziger Bundesverwaltungsgerichtes setze, die ein Minimum an notwendigen Nachtflügen erlaube. „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Sicherstellung von wettbewerbsfähigen Betriebszeiten an deutschen Flughäfen festgeschrieben und bekräftigt. Ich gehe fest davon aus, dass das Gericht zu einer angemessenen Abwägung zwischen den wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Exportnation Deutschland und den Schutzinteressen der Anwohner kommt“, so Garnadt. „Den deutschen Fluggesellschaften ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Lärmemissionen durch Milliarden-Investitionen in moderne und leise Flugzeuge deutlich zu reduzieren. Diese Entwicklung muss nun auch bei der Frage der Betriebszeiten deutscher Airports anerkannt werden.“


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