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Knackiger Job.

Mildes Klima, fruchtbare Böden: In Kenia wächst exzellentes Gemüse. Größter Exporteur des Landes ist Vegpro. Lufthansa Cargo sorgt dafür, dass Bohnen, Brokkoli oder Zucchini von den Farmen des Unternehmens knackig frisch zu Verbrauchern in aller Welt kommen.

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Gemüseanbau am Lake Naivasha:

Die 350 Hektar große Gorge Farm liegt in Kenias Südwesten – nur 100 Kilometer entfernt von der Hauptstadt und Luftfracht-Drehscheibe Nairobi.

250 Tonnen.

So viel Gemüse exportiert Vegpro in einer ertragreichenWoche per Luftfracht.

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Flexibilität als großes Plus:

Gareth Wilkie ist General Manager bei Vegpro Food Farms – die Gorge Farm mit 1.200 Mitarbeitern ist eine von sechs Farmen des Unternehmens.

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Auf dem Feld zu Hause:

Charles Maina ist seit 17 Jahren auf der Gorge Farm – kein Wunder, dass der Betrieb längst mehr als eine Arbeitsstätte für den Kenianer ist.

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Ganzjährig mildes Klima – ­Perfekt für reiche Ernten.

Frische, die man fühlen kann: Bohnen zählen zu den Vegpro-­Exportprodukten. Die größten Ernten fallen im europäischen Winter an.

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Startklar:

Für Kenias Gemüse-Exporteure ist Luftfracht unverzichtbar – gerade bei den mundgerecht geschnittenen und portionsweise abgepackten Sendungen.

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Hygiene ist das A und O:

Operations Manager Edward Karanu betritt die Hallen, in denen das Gemüse verarbeitet wird, nur mit Haube und Kittel.

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„Frische ist unsere Kernkompetenz. Unsere Produkte müssen schnellstmöglich ihre Ziele auf der ganzen Welt erreichen.“

Edward Karanu, Operations Manager, Vegpro

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Ein Teil der Ernte wird sofort weiterverarbeitet. Strenge Kontrollen und eingespielte Prozesse garantieren die Frische und Qualität der Ware am Zielort.

Charles Maina ist stolz auf sein „Zuhause“.

Selbst aus erhöhter Perspektive fällt es ihm schwer, das 350-Hektar-Grundstück zu überblicken. Es zieht sich im Südwesten Kenias vom Tor des „Hell’s Gate“-Nationalparks bis zum Lake Naivasha. So weit das Auge reicht, ist fruchtbares Land zu sehen. Land, auf dem Gemüse angebaut wird: Brokkoli, Frühlingszwiebeln, Spargel, Blumenkohl, Zucchini oder auch Bohnen.

Charles Maina ist Production Manager bei Kenias größtem Gemüseproduzenten und -exporteur Vegpro Limited. Das Land, das er nach 17 Jahren im Unternehmen sein Zuhause nennt, ist die Gorge Farm, die größte Farm des Unternehmens und mit ihren rund 1.200 Mitarbeitern zugleich eine der größten in Kenia. Insgesamt betreibt Vegpro sechs eigene Farmen, managt aber auch rund 1.700 Kleinbetriebe in der Agrarwirtschaft.

„Diese Aufstellung ermöglicht uns und unseren Kunden größtmögliche Flexibilität,“

erläutert Gareth Wilkie, General Manager bei Vegpro Food Farms, am Rande eines Feldes, auf dem Bohnen geerntet werden. Die Temperatur bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind: angenehme 27 Grad. „Können wir ein Produkt hier gerade nicht anbauen oder liefern, beziehen wir es von einer anderen Farm, sodass unsere Abnehmer stets die Ware ­erhalten, die sie geordert haben.“

Besondere Herausforderung für den Anbau in Kenia ist die Saisonabhängigkeit. Dank des stets milden Klimas können die Farmen ganzjährig bewirtschaftet werden. Doch ist in Europa Sommer, nimmt die Nachfrage nach Importgemüse ab. „In dieser Zeit pflanzen wir zum Beispiel hier in Naivasha rund 40 Prozent weniger an“, erklärt Wilkie. „Es ist eine Phase, in der sich die Böden erholen und wir Zeit für umfassende Wartungsarbeiten finden.“ Auch das Klima ist ein wichtiger Einflussfaktor. In der Regel braucht Gemüse in Naivasha rund drei Monate Wachstumszeit bis zur Ernte.

„Doch regnet es mehr als gedacht, kommt es zu Wachstumsschüben, die wir einkalku­lieren müssen“, erläutert Gareth Wilkie. „Denn bei der Qualität können wir keine Abstriche machen“, betont der Südafrikaner. Aussehen, Geschmack oder Konsis­tenz – alles muss stimmen, damit das Gemüse gekauft wird. Gemüse ist ein klassisches Luftfrachtprodukt. „Seefracht ist keine Alternative“, sagt Edward Karanu. Der Operations Manager ist im Packhouse des Unternehmens in Nairobi für reibungslose Abläufe zuständig.

Die Abteilung liegt direkt am internationalen Flughafen von Kenias Hauptstadt. „Frische ist unsere Kernkompetenz. Unsere Produkte müssen schnellstmöglich ihre Ziele auf der ganzen Welt erreichen.“ Daher ist das Unternehmen auch als Bekannter Versender zertifiziert: Die Ware wird bei Vegpro überprüft und verpackt und muss damit bei der Airline nicht mehr durch weitere Kontrollen. Die rund 100 Kilometer von der Farm in Naivasha bis zum Airport überbrückt Vegpro mit eigenen Kühl-Lkw. Etwa zwei Stunden sind die Trucks unterwegs – wenn alles glatt läuft. „Kenia muss noch weiter an der Infrastruktur arbeiten“, sagt Karanu.

„Gerade im direkten Einzugsbereich von Nairobi kommt es immer wieder zu mehrstündigen Staus, im Frischegeschäft ein ernsthaftes Problem."

„Durch den Einsatz eigener Lkw haben wir wenigstens Kontrolle über diesen Teil der Lieferkette.“ Auch die Wahl der Airline ist nicht beliebig: „Vor allem in Bezug auf den französischen und britischen Markt verlassen wir uns in großem Maße auf die Fresh-To-Door-Lieferung via Lufthansa“, so Karanu.

„Hier kann ich auf die so wichtige Zuverlässigkeit zählen.“ Netzwerk und Qualität erfüllen genau die Ansprüche, und mit Fresh/td gibt es ein auf verderbliche Ware zugeschnittenes Produkt. Ein entscheidender Faktor ist die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Lufthansa Cargo Perishable Handling Team in Frankfurt, das gemeinsam mit dem Perishable Center Frankfurt den weiteren Transport wie To-Door-Trucking koordiniert. „Für uns ist enger Kontakt zu unseren Kunden unabdingbar“, erklärt Ivo Seehann, General Manager in Nairobi.

Nur so lassen sich Prozesse und Anforderungen genau aufein­ander abstimmen. Edward Karanu: „Es hilft zu wissen: Sollte es bei uns in der Produktion mal etwas länger dauern, bekommen wir es gemeinsam trotzdem hin, die Ware pünktlich zu den Kunden zu bringen.“ Damit dennoch nichts schiefgeht, arbeiten am Vegpro-Standort in Nairobi 2.500 Mitarbeiter. Im Zweischichtbetrieb sorgen sie in klimatisierten Packhouses dafür, dass der Verbraucher beste Qualität bekommt – indem sie das Gemüse auf zweierlei Weise verarbeiten.

Die erste Methode.

Bei der ersten Methode sortieren sie es so, wie es vom Feld kommt: Bohnen in lose Bündel, Stangenbohnen erhalten eine festere Verpackung. Brokkoli wird auf Schalen oder in Tüten verpackt. Der Konsument wäscht und schneidet das Gemüse also selbst.

Die zweite Methode.

Bei der zweiten Methode werden Möhren oder Kohl mund­gerecht portioniert und in einer Biozid-Lösung gewaschen, um Fäulnisprozessen vorzubeugen. Der Verbraucher gibt das Gemüse dann direkt in den Topf oder die Pfanne. Es herrscht nahezu klinische Sauberkeit: Alle Mitarbeiter tragen Kittel, Haarnetz und Haube. Die Reinigung der Packhouses geschieht zwischen den Schichten, einen Tag pro Woche ruht die Arbeit für eine besonders gründliche Reinigung.

Wie Charles Maina ist Edward Karanu stolz auf seine Arbeit: „Essen ist Leben, ich leiste einen Beitrag.“ Bereits 1979 gegründet ist Vegpro noch heute ein Familienunternehmen. Soziale Verantwortung spielt eine wichtige Rolle. Überschuss aus der Produktion wird nicht weggeworfen, sondern für die Kantine verarbeitet oder an Schulen und Einrichtungen gespendet.

Aus Abfällen gewinnt man im eigenen Biokraftwerk Energie. „Ich halte uns für eines der besten Teams am Markt“, sagt Karanu. „Unsere Kombination aus Zusammenhalt und Kompetenz – das ist es, was uns von unseren Wettbewerbern abhebt.“

Fotos:

Ralf Kreuels

planet 2/2015

Charles Maina ist stolz auf sein „Zuhause“.

Selbst aus erhöhter Perspektive fällt es ihm schwer, das 350-Hektar-Grundstück zu überblicken. Es zieht sich im Südwesten Kenias vom Tor des „Hell’s Gate“-Nationalparks bis zum Lake Naivasha. So weit das Auge reicht, ist fruchtbares Land zu sehen. Land, auf dem Gemüse angebaut wird: Brokkoli, Frühlingszwiebeln, Spargel, Blumenkohl, Zucchini oder auch Bohnen.

Charles Maina ist Production Manager bei Kenias größtem Gemüseproduzenten und -exporteur Vegpro Limited. Das Land, das er nach 17 Jahren im Unternehmen sein Zuhause nennt, ist die Gorge Farm, die größte Farm des Unternehmens und mit ihren rund 1.200 Mitarbeitern zugleich eine der größten in Kenia. Insgesamt betreibt Vegpro sechs eigene Farmen, managt aber auch rund 1.700 Kleinbetriebe in der Agrarwirtschaft.

„Diese Aufstellung ermöglicht uns und unseren Kunden größtmögliche Flexibilität“

erläutert Gareth Wilkie, General Manager bei Vegpro Food Farms, am Rande eines Feldes, auf dem Bohnen geerntet werden. Die Temperatur bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind: angenehme 27 Grad. „Können wir ein Produkt hier gerade nicht anbauen oder liefern, beziehen wir es von einer anderen Farm, sodass unsere Abnehmer stets die Ware ­erhalten, die sie geordert haben.“

Besondere Herausforderung für den Anbau in Kenia ist die Saisonabhängigkeit. Dank des stets milden Klimas können die Farmen ganzjährig bewirtschaftet werden. Doch ist in Europa Sommer, nimmt die Nachfrage nach Importgemüse ab. „In dieser Zeit pflanzen wir zum Beispiel hier in Naivasha rund 40 Prozent weniger an“, erklärt Wilkie. „Es ist eine Phase, in der sich die Böden erholen und wir Zeit für umfassende Wartungsarbeiten finden.“ Auch das Klima ist ein wichtiger Einflussfaktor. In der Regel braucht Gemüse in Naivasha rund drei Monate Wachstumszeit bis zur Ernte.

„Doch regnet es mehr als gedacht, kommt es zu Wachstumsschüben, die wir einkalku­lieren müssen“, erläutert Gareth Wilkie. „Denn bei der Qualität können wir keine Abstriche machen“, betont der Südafrikaner. Aussehen, Geschmack oder Konsis­tenz – alles muss stimmen, damit das Gemüse gekauft wird. Gemüse ist ein klassisches Luftfrachtprodukt. „Seefracht ist keine Alternative“, sagt Edward Karanu. Der Operations Manager ist im Packhouse des Unternehmens in Nairobi für reibungslose Abläufe zuständig.

Die Abteilung liegt direkt am internationalen Flughafen von Kenias Hauptstadt.

„Frische ist unsere Kernkompetenz. Unsere Produkte müssen schnellstmöglich ihre Ziele auf der ganzen Welt erreichen.“ Daher ist das Unternehmen auch als Bekannter Versender zertifiziert: Die Ware wird bei Vegpro überprüft und verpackt und muss damit bei der Airline nicht mehr durch weitere Kontrollen. Die rund 100 Kilometer von der Farm in Naivasha bis zum Airport überbrückt Vegpro mit eigenen Kühl-Lkw. Etwa zwei Stunden sind die Trucks unterwegs – wenn alles glatt läuft. „Kenia muss noch weiter an der Infrastruktur arbeiten“, sagt Karanu.

„Gerade im direkten Einzugsbereich von Nairobi kommt es immer wieder zu mehrstündigen Staus, im Frischegeschäft ein ernsthaftes Problem.

Durch den Einsatz eigener Lkw haben wir wenigstens Kontrolle über diesen Teil der Lieferkette.“ Auch die Wahl der Airline ist nicht beliebig: „Vor allem in Bezug auf den französischen und britischen Markt verlassen wir uns in großem Maße auf die Fresh-To-Door-Lieferung via Lufthansa“, so Karanu.

„Hier kann ich auf die so wichtige Zuverlässigkeit zählen.“ Netzwerk und Qualität erfüllen genau die Ansprüche, und mit Fresh/td gibt es ein auf verderbliche Ware zugeschnittenes Produkt. Ein entscheidender Faktor ist die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Lufthansa Cargo Perishable Handling Team in Frankfurt, das gemeinsam mit dem Perishable Center Frankfurt den weiteren Transport wie To-Door-Trucking koordiniert. „Für uns ist enger Kontakt zu unseren Kunden unabdingbar“, erklärt Ivo Seehann, General Manager in Nairobi.

Nur so lassen sich Prozesse und Anforderungen genau aufein­ander abstimmen. Edward Karanu: „Es hilft zu wissen: Sollte es bei uns in der Produktion mal etwas länger dauern, bekommen wir es gemeinsam trotzdem hin, die Ware pünktlich zu den Kunden zu bringen.“ Damit dennoch nichts schiefgeht, arbeiten am Vegpro-Standort in Nairobi 2.500 Mitarbeiter. Im Zweischichtbetrieb sorgen sie in klimatisierten Packhouses dafür, dass der Verbraucher beste Qualität bekommt – indem sie das Gemüse auf zweierlei Weise verarbeiten.

Die erste Methode.

Bei der ersten Methode sortieren sie es so, wie es vom Feld kommt: Bohnen in lose Bündel, Stangenbohnen erhalten eine festere Verpackung. Brokkoli wird auf Schalen oder in Tüten verpackt. Der Konsument wäscht und schneidet das Gemüse also selbst.

Die zweite Methode.

Bei der zweiten Methode werden Möhren oder Kohl mund­gerecht portioniert und in einer Biozid-Lösung gewaschen, um Fäulnisprozessen vorzubeugen. Der Verbraucher gibt das Gemüse dann direkt in den Topf oder die Pfanne. Es herrscht nahezu klinische Sauberkeit: Alle Mitarbeiter tragen Kittel, Haarnetz und Haube. Die Reinigung der Packhouses geschieht zwischen den Schichten, einen Tag pro Woche ruht die Arbeit für eine besonders gründliche Reinigung.

Wie Charles Maina ist Edward Karanu stolz auf seine Arbeit: „Essen ist Leben, ich leiste einen Beitrag.“ Bereits 1979 gegründet ist Vegpro noch heute ein Familienunternehmen. Soziale Verantwortung spielt eine wichtige Rolle. Überschuss aus der Produktion wird nicht weggeworfen, sondern für die Kantine verarbeitet oder an Schulen und Einrichtungen gespendet.

Aus Abfällen gewinnt man im eigenen Biokraftwerk Energie. „Ich halte uns für eines der besten Teams am Markt“, sagt Karanu. „Unsere Kombination aus Zusammenhalt und Kompetenz – das ist es, was uns von unseren Wettbewerbern abhebt.“

 

Fotos:

Ralf Kreuels

planet 2/2015