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Cool bleiben.

Das Logistikzentrum von Roche Diagnostics in Mannheim versorgt die Welt mit Diagnostika, die Krankheiten aufspüren können. Die Produkte sind temperaturempfindlich und unterliegen einem strengen Reglement. Der Shipper vertraut daher nur ausgewählten Airlines.

Aus der Tiefe rauscht das Regalbediengerät heran. Der flinke Roboter greift sich eine Palette aus der siebten Etage und verschwindet mit seiner Ladung ebenso rasch, wie er gekommen ist. Hunderte verschiedene Diagnostika lagern hier. Der nimmermüde Helfer, der in diesem Lager schaltet und waltet, weiß immer ganz genau, welches Produkt wo auf ihn wartet und was an welchen Ort gehört.

Die beiden vollautomatisierten Hochregallager von Roche Diagnostics in Mannheim, dem weltweit drittgrößten Standort des Schweizer Roche-Konzerns, bieten Platz für 65.000 Paletten und 48.000 Kleinbehälter. Untergliedert sind die Lager in 21 Gassen, jede durch eine massive Betonwand von der nächsten getrennt. Dadurch lässt sich jeder Abschnitt genau temperieren. Außerdem hat die Aufteilung brandschutztechnische Gründe.

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Unbedingte Lieferfähigkeit.

„Wir müssen, ganz gleich unter welchen Umständen, lieferfähig sein“, erläutert Nourddin Odris. „Zur Risikominimierung ist ein Produkt deswegen immer auf mehrere Gassen verteilt. Selbst wenn in einer Gasse ein Feuer ausbrechen würde, haben wir so dennoch jedes Produkt immer auf Lager und können liefern.“ Nourddin Odris ist Head of Transport Management Global Supply Chain bei Roche Diagnostics. Als solcher ist er verantwortlich dafür, dass die weltweite Verteilung reibungslos funktioniert.
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Heute haben immer mehr Menschen auf der Welt Zugang zu medizinischer Versorgung. Roche Diagnostics hat Kunden in 170 Ländern. Die wichtigsten Märkte sind die USA und China, aber auch die großen Schwellen- und Entwicklungsländer brauchen Diagnostika. Folglich sind die Ausmaße des Geschäfts gewaltig – und es ist mehr als ein Geschäft, betont Nourddin Odris: „Wir vertreiben Reagenzien und andere diagnostische Produkte, die unverzichtbar sind, um Krankheiten nachweisen und dann behandeln zu können.“

Neben der Verbesserung der medizinischen Versorgung weltweit sind es auch das Bevölkerungswachstum und der Umstand, dass die Menschen insbesondere in der westlichen Welt immer älter werden, die Roche Diagnostics ein stetiges Wachstum bescheren. Tausende Tonnen diagnostische Produkte liefert das Unternehmen rund um den Globus. Davon rund ein Drittel per Luftfracht. Im Durchschnitt kommt so pro Tag ungefähr die Komplettladung eines Boeing 777-Frachters zusammen. „Luftfracht ist unverzichtbar für unser Geschäft“, sagt Nourddin Odris. „Wegen ihrer Geschwindigkeit, wegen der Möglichkeit, die Temperatur über den gesamten Transportweg konstant zu halten, aber auch, weil sich bestimmte Märkte nur auf dem Luftweg versorgen lassen.“

Sendungen aus Mannheim werden von Lufthansa Cargo vom Hub Frankfurt aus geflogen. Roche Diagnostics setzt auf Qualität: „Wir sind seitens der Spediteure und Airlines auf Experten angewiesen“, sagt Nourddin Odris. „Lufthansa Cargo hat diese Experten, deswegen arbeiten wir seit 20 Jahren eng zusammen. Denn nur wenn das kompetente Handling unserer Produkte jederzeit während des gesamten Transports sichergestellt ist, erreichen unsere temperaturempfindlichen Produkte den Zielort in optimaler Qualität.“

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Über 95 Prozent „Cool-Passive“.

Mehr als 95 Prozent der Sendungen von Roche Diagnostics, die Lufthansa Cargo über ihr weltweites Netz verteilt, gehen mit „Cool-Passive“ auf die Reise. Nur für Rohstoffe und Vorprodukte nutzen die Mannheimer mitunter auch „Cool-Active“. „Zum einen ist das eine Kostenfrage“, erläutert Nourddin Odris. „Zum anderen ist ,Cool-Active‘ nicht an allen Stationen verfügbar, was sowohl infrastrukturelle als auch regulatorische Ursachen hat.“ Bei Roche Diagnostics haben sich deshalb erfahrene Expertenteams für wirkungsvolle Verpackungen und das genaue Dosieren von Trockeneis gebildet. „Mit Trockeneis lässt sich heute eine Sendung länger als fünf Tage konstant temperieren“, so Odris.
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Die regulatorischen Anforderungen an Gesundheitsunternehmen wie Roche sind extrem hoch: Data Logger begleiten jede Sendung. Am Ende der Reise werden sie ausgelesen. Wird dabei eine unzulässige Temperaturschwankung von manchmal nur wenigen Grad Celsius festgestellt, muss die Ware vernichtet werden. So ist sichergestellt, dass nur Produkte in einwandfreier Qualität für Patienten verwendet werden.

Die lückenlose Dokumentation beginnt schon bei Roche Diagnostics selbst: Jeder Schritt jedes einzelnen Päckchens – vom Hochregallager über die Kommissionierung bis zur Warenausgabe – wird per Barcode gescannt. Doch irgendwann müssen die Logistikexperten von Roche ihre Sendung in die Hände von Spediteuren und Airlines geben.

„Uns ist es wichtig, dass wir mit Partnern zusammenarbeiten, die in der Lage sind, unsere Sendungen weltweit sorgfältig in der erforderlichen Qualität, zeitgenau und vollständig zu befördern“, sagt Nourddin Odris. Er begrüßt deshalb, dass der Airlineverband IATA mit dem Center of Excellence for Independent Validators in Pharmaceutical Logistics (CEIV Pharma) einen globalen Standard für den Transport und die Lagerung von pharmazeutischen Produkten definiert hat. Lufthansa Cargo erfüllt die strengen CEIV-Regeln als einer der ersten Carrier bereits seit 2016.

Unabhängige Experten haben die Prozesse der Airline bei „Cool-Active“- und „CoolPassive“-Transporten auditiert. Separat wurde auch das 8.000 Quadratmeter große Lufthansa Cargo Cool Center in Frankfurt erfolgreich zertifiziert. „Wir sind an einer langfristigen Partnerschaft interessiert, und das CEIVZertifikat ist für mich ein Zeichen, dass wir uns auf Lufthansa Cargo verlassen können“, erklärt Nourddin Odris. „Wir begrüßen, dass es eine wachsende Anzahl von Stationen im Netzwerk der Lufthansa Cargo gibt, die den strengen Anforderungen der Pharmaindustrie gerecht wird.“

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Luftfracht ist für Roche Diagnostics allerdings nicht nur für den Transport von Reagenzien und Teststreifen wichtig, mit denen Krankheiten nachgewiesen werden. Denn um diese einsetzen zu können, brauchen Hospitäler, Arztpraxen und Labore zunächst Analysegeräte, die das Unternehmen ebenfalls verkauft. Das können kleine, kompakte Handgeräte sein oder auch Anlagen von der Größe mehrerer Waschmaschinen, die ganze Hallen füllen. Erst wenn die Geräte vor Ort installiert sind, kann die eigentliche diagnostische Arbeit beginnen. Dann können chemisch beschichtete Teststreifen und sensible Reagenzien von Roche Diagnostics eingesetzt werden, um in menschlichem Blut, Urin oder Gewebe Krankheiten aufzuspüren.
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Ein Würfelzucker im Zürichsee.

Aus Mannheim in alle Welt werden unter anderem Produkte des Elecsys-Systems verschickt. Diese Analysesysteme sind eine besondere Erfolgsgeschichte von Roche. Weit über hundert verschiedene Testparameter der Elecsys-Familie kommen zum Einsaz, etwa um HIV, Hepatitis oder den Zika-Virus nachzuweisen. Aber auch zur Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen kann Elecsys eingesetzt werden. Die Technologie ist extrem sensitiv: Sie kann einen Würfelzucker, aufgelöst in mehr als drei Kubikkilometer Wasser, problemlos nachweisen. Das entspricht in etwa dem Rauminhalt des Zürichsees. Statistisch gesehen macht jeder vierte Mensch einmal im Jahr einen solchen Test – Tendenz steigend. Die Arbeit wird Nourddin Odris und seinem Team also nicht ausgehen.

Partner für temperatursensible Fracht.

Partner für temperatursensible Fracht.

Die Anforderungen der Pharmaindustrie an die Luftfracht wachsen – in puncto Volumen, neuer Auflagen seitens der Aufsichtsbehörden sowie längerer und komplexerer Transportketten. „Der Cool Master Plan ist unsere Antwort auf diese Anforderungen“, sagt Christian Fleischhauer, Projektleiter des Cool Master Plans bei Lufthansa Cargo. „Dies beinhaltet den Ausbau unseres Netzwerks von CEIV-Pharma-zertifizierten Stationen, verbesserten Temperaturschutz über die gesamte Transportkette und Transparenz für den Kunden durch Digitalisierung“, ergänzt sein Kollege Chris Dehio, Senior Product and Quality Manager Cool.

 

Zertifizierung:

Der Airlineverband IATA hat mit dem Zertifikat „CEIV Pharma“ einen weltweiten Industriestandard für den Lufttransport von Pharmazeutika gesetzt. Bereits im Oktober 2016 wurde Lufthansa Cargo sowohl für das Cool Center in Frankfurt als auch für ihre weltweiten Prozesse mit diesem Siegel ausgezeichnet. Um weitere Zertifizierungen möglich zu machen, investiert Lufthansa Cargo in den Ausbau ihrer Kühlinfrastruktur. „Im Rahmen des Cool Master Plans werden diese Investitionen auf einen zweistelligen Millionenbetrag wachsen“, so Christian Fleischhauer. Dazu gehört auch das Kühlzentrum am Hub in München, bei dessen Planung die Anforderungen für die CEIV-Pharma-Zertifizierung berücksichtigt wurden. Aber auch an Stationen wie Chicago, Atlanta, Washington und Mexiko wird die Kühlinfrastruktur ausgebaut.

Temperaturschutz:

um Temperaturschwankungen zu vermeiden, legt Lufthansa Cargo Wert auf ein nahtloses Ineinandergreifen von Handling, Lagerung und Transport. Diese Prozesse werden gemäß CEIV-Pharma kontinuierlich weiterentwickelt. Da auf dem Vorfeld extreme Temperaturen herrschen können, sind die Prozesse bei Lufthansa Cargo darauf ausgerichtet, die Zeit auf dem Vorfeld zu minimieren. Zusätzlichen Schutz bietet eine reflektierende Folie für alle „Cool-Passive“-Sendungen oder auch leistungsfähige Verpackungslösungen wie va-Qtainer, die über Lufthansa Cargo gebucht werden können. Auch temperatursensible Gefahrgüter können unter strikter Einhaltung der Dangerous Goods Regulations der IATA transportiert werden. Noch leistungsfähiger ist der Service „Cool-Active“, der mit Heiz- und Kühlcontainern arbeitet, die unabhängig von der Außentemperatur die Gradzahl im Inneren konstant halten – vom Ursprungsort über alle Schritte des Lufttransports bis zum Zielort.

Digitalisierung:

Lufthansa Cargo setzt auf Transparenz durch Digitalisierung. Die Datenbank IDB liefert schon vor der eigentlichen Buchung detaillierte Informationen zu allen Lufthansa Cargo Stationen. Das IT-Tool SPoT (Special Product operation Tool) kann die Prozesse insbesondere für „Cool“-Produkte überwachen. Auch DGD.online hilft, bei temperatursensiblen Gefahrgütern für mehr Transparenz zu sorgen.

 

www.roche.de

Fotos: Alex Kraus, Roche

planet 01/2019


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Unterstützung aus der Cloud.

Mehr Flexibilität, weniger Aufwand: Mit DGD.online lassen sich Dokumente für alle Gefahrguttransporte jederzeit und von jedem Ort der Welt online bearbeiten. Ein neues Tool von Lufthansa Cargo, das nicht nur Siemens Healthineers begeistern könnte.
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Alle reden von Digitalisierung, aber wie geht man sie beim Thema Gefahrgut an? Seit etwa 40 Jahren haben sich die Prozesse in diesem Bereich kaum verändert. Viele Logistiker erstellen die sogenannten Dangerous Goods Declarations (DGDs) noch immer manuell per Textverarbeitungsprogramm. Für eine Sendung kommt da schon mal ein beachtlicher Stapel Papier zusammen – was nicht heißt, dass damit an jedem Glied in der Transportkette auch die nötigen Informationen vorliegen. „Außerdem konnten DGDs unterwegs nicht mehr verändert werden. Das kann ja nur der Versender“, sagt Arastoo Badri, Produktentwickler bei Lufthansa Cargo. „Wir haben festgestellt, dass es zu 70 bis 75 Prozent an einer fehlerhaften DGD liegt, wenn eine Sendung stehen bleibt.“
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Mit DGD.online gibt es jetzt die Möglichkeit, das Dokument zu bearbeiten, wann und wo man möchte. Badri hat gemeinsam mit Markus Dess, Logistik-Prozess-Planer bei Siemens Healthineers, diese neue, benutzerfreundliche Cloud-Anwendung eingeführt, die die Branche in mehreren Bereichen entlasten kann. Die Initialzündung dafür lieferte eine Diskussion über Digitalisierung im Rahmen des Airfreight Innovation Forums. DGD.online erlaubt Gefahrgutversendern auch, passende Beförderungspapiere und Versandetiketten für den Luft-, Straßen- und Seetransport zu erstellen. „Das ist doch der Traum eines Versenders“, so Markus Dess.
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Als Kooperationspartner der Lufthansa Cargo hat Siemens Healthineers nun die zweijährige Testphase des Tools abgeschlossen. Der Siemens Healthineers-Kundenservice kümmert sich um die Ersatzteilversorgung von Medizintechnik. Braucht etwa die elektrische Liege eines Kernspintomografen in Stockholm eine neue Batterie, sorgen die Logistiker dafür, dass das Teil am nächsten Tag eintrifft.

Gesundheitsversorger auf der ganzen Welt sind abhängig von einem funktionierenden Logistiknetzwerk, über welches das Unternehmen aus Erlangen verfügt. Dess: „In rund 98 Prozent der Fälle liefern wir vorrätige Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden zu unseren Landesgesellschaften oder direkt in die Kliniken.“ Täglich verlassen mehrere Tausend Sendungen die drei Lager in Frankfurt, Memphis und Singapur. Dess präsentiert drei aktuelle Beispiele aus der ganzen Welt: eine Leuchte muss von Frankfurt zum Drop-off-Punkt nach Düsseldorf, ein Rechner aus dem Lager in Memphis ist für die CTAbteilung einer Klinik in Neuengland bestimmt, ein Kompressor soll von Singapur nach Taipeh gelangen.

Die Offenheit für Innovationen und der leistungsfähige Logistikapparat machen das Unternehmen für die Testphase zum idealen Partner. 1.744 Gefahrgutsendungen zählte Siemens Healthineers im Geschäftsjahr 2017/2018. Fracht, die strengen Sicherheitsauflagen unterliegt. Schon allein deshalb investiert das Unternehmen in reibungslose Transportprozesse. „Wir sind immer offen für Innovationen, besonders wenn wir Potenziale erkennen. Beim Gefahrgut war das der Fall. Und wenn es Probleme gibt, können wir sofort reagieren“, erklärt Markus Dess.

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Von der Airline für den Shipper.

Nicht nur der Versender, sondern auch seine Logistikpartner behalten über das Tool den Workflow im Blick, und nur qualifizierte User dürfen daran Änderungen vornehmen – also zum Beispiel die AWB-Nummer vergeben. Darüber hinaus unterstützt DGD.online mit diversen Validierungsfunktionen. Dabei ist es praktisch und schnell zu bedienen. Bereits in der Testphase erwies sich DGD.online als hilfreich. „Wir verzeichnen signifikante Produktivitätszuwächse“, so Dess. Das Erstellen von Gefahrgutdokumenten habe bei den Logistikern bislang viel Zeit und Personal in Anspruch genommen. „Das ist ein arbeitsintensiver Prozess“, sagt Dess. Gefahrgut-Versender-Erklärungen und entsprechende Versandetiketten wurden auf Basis von Stammdaten und Sicherheitsdatenblättern manuell erstellt. „Dass sich dabei auch mal Fehler eingeschlichen haben, war kaum zu vermeiden.“ In der Konsequenz mussten zum Teil Sendungen zurückgeführt werden. Dess: „So etwas kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.“
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Mit DGD.online lassen sich unter anderem druckfertige, elektronisch signierte Deklarationen im PDF-Format generieren oder samt Anhängen wie zum Beispiel Sicherheitsdatenblättern automatisiert als E-Mail versenden.

Lufthansa Cargo ist damit die erste Airline, die mit einem „Software-as-a-Service“-Angebot an den Markt geht. Arastoo Badri: „Wir wollen so den Versender unterstützen. Maßgeblich richtet sich der Service direkt an Unternehmen aus der Industrie, welche in aller Regel die Deklarationen erstellen müssen.“ Der Produktentwickler ist von der Cloud-Anwendung überzeugt. Auch weil die Spediteure von dem Tool profitieren werden. Badri: „Fehler werden vermieden und die Prozesse entlang der Transportkette gewinnen an Transparenz und Stabilität.“


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Der Check-in für die Fracht.

Selbst einchecken und wertvolle Zeit sparen: Was für Passagiere längst Routine ist, gibt es bei Lufthansa Cargo nun auch für Luftfracht. So nutzen die Testkunden DB Schenker und Kühne + Nagel die neuen Self-service Terminals am Lufthansa Cargo Center (LCC).

Cargo City Süd, Gebäude 529. Auf dem Monitor vor Winfried Neu erscheint eine gute Nachricht. Über das ePortal der Lufthansa Cargo wird ihm mitgeteilt, dass die Sendung aus Hongkong abholbereit ist. Der Importbroker von DB Schenker zeigt auf den Bildschirm: Grüne Häkchen signalisieren, dass die Fracht im Lufthansa Cargo Center (LCC) eingecheckt und die Zollfreigabe erfolgt ist.

„Unser Fahrer vor Ort muss jetzt auf nichts mehr warten“, sagt Neu. Mit nur wenigen Mausklicks stellt er für Fahrer Pawel Nowicki den Abholauftrag zusammen. Dabei fasst Neu gleich mehrere abholbereite Sendungen zu einer „Quick pick-up Gruppe“ zusammen. Er wählt den Service „Quick pick-up“ aus und die entsprechenden Luftfrachtbriefe. 

Danach trägt er Fahrer- und Fahrzeugdaten in die Maske ein. Statt einen Stapel Papiere bekommen die Fahrer von DB Schenker für ihre Sendungsliste nur noch einen Code mit auf den Weg. So auch Pawel Nowicki.

Die DB Schenker-Niederlassung in der Cargo City Süd nimmt an der Testphase für eine neue digitale Frachtannahme und Auslieferung der Lufthansa Cargo teil. Zu dieser gehören zum einen die Anwendungen im ePortal der Airline. Zum anderen aber vor allem auch die Self-service Terminals, an denen die Fahrer direkt die Rampe zugewiesen bekommen, an der sie die Sendungen übernehmen.

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Keine Wartezeiten an der Rampe – ein Meilenstein für Spediteure.

Für den Weg von der Cargo City Süd zum LCC braucht Pawel Nowicki mit seinem Truck in der Regel nur wenige Minuten. Ein Lkw von DB Schenker pendelt permanent zwischen den beiden Warehouses nördlich und südlich des Frankfurter Airports. „Für den Import ist die Lufthansa Cargo unser größter Carrier. Wir bekommen 80 bis 90 Sendungen täglich vom Frachtkranich“, sagt Nouri Boulahrouz, Leiter des Importhubs in der Geschäftsstelle von DB Schenker. Vom System, das er mit seinem Team seit vergangenem Jahr getestet hat, ist er überzeugt: „Für uns Spediteure ist das ein Meilenstein. Wir wissen jetzt, dass der Annahme nichts mehr im Weg steht, wenn wir die Fahrer losschicken“, sagt der 43-Jährige. Er deutet Richtung Monitor, der die Daten der Sendung noch anzeigt. „Die Fahrer müssen auf nichts mehr warten, erfahren vor Ort nur noch, wo genau im LCC sie die Ware entgegennehmen.“ Er fügt hinzu: „Ganz klar positiv für uns: Wir sind so schneller wieder unterwegs und je mehr Touren unsere Lkw schaffen, desto effizienter arbeiten wir.“
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Fahrer Pawel Nowicki ist mittlerweile am LCC eingetroffen. Per Barcode checkt er an einen der Self-service Terminals im Importbereich ein. Er wählt die Option „Pick-up“ und bestätigt die Daten, die nun angezeigt werden. Innerhalb kürzester Zeit verrät ihm das Terminal die Rampe, die er nun anfahren muss.

Nach der Übernahme der Sendung unterschreibt Pawel Nowicki auf dem Scanner des Warehouse-Mitarbeiters. In der DB Schenker-Niederlassung auf der Südseite des Frankfurter Flughafens wird Winfried Neu in Echtzeit informiert: Im ePortal sieht er Ankunfts- und Abfahrtszeitstempel des Lkw. Nouri Boulahrouz: „Uns bleiben so größere Aufwände vor Ort erspart. Die Fahrer müssen sich nicht noch in Büros melden, um Informationen zur Sendung zu bekommen.“

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Um 16.20 Uhr soll eine Boeing 777F von Frankfurt nach Atlanta starten. Bei Kühne + Nagel in der Cargo City Süd stehen drei Luftfrachtpaletten bereit. Der Spediteur testet das System der digitalen Frachtannahme für den Exportbereich. „Die e-Freight Quote zwischen Lufthansa Cargo und Kühne + Nagel ist hoch. Wir können bei allen unseren Sendungen profitieren“, sagt Projekt-Manager Markus Staab. Einen großen Vorteil sieht man bei Kühne + Nagel im sogenannten PreCheck, der die Sendungsdaten vorab auf Vollständigkeit prüft. Ziel: Der Fahrer muss am LCC angekommen nur noch die richtige Abladestelle erfahren. Verzögerungen durch Wartezeiten sollen vermieden werden. Bei Kühne + Nagel stellt der Disponent über das ePortal die Sendungen zusammen und schickt den digitalen AWB an Lufthansa Cargo. Ein AutoContentCheck überprüft vollautomatisiert die Daten.
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Sind Daten unvollständig, erfährt das der Disponent sofort.

Ab dem Zeitpunkt der Datenübermittlung checkt zudem ein geschulter Mitarbeiter der Lufthansa Cargo die vorliegenden Informationen. Müssen fehlende Sendungsdaten nachgereicht werden, informiert er nun den Disponenten von Kühne + Nagel. Staab: „Durch den vorgelagerten PreCheck fallen Fehler im Datensatz schon vorab auf, sodass die Daten korrigiert werden können, ohne eine Verzögerung der Anlieferung zu verursachen.“

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Im eService-Bereich der Lufthansa Cargo Website trägt der Disponent auch schon die Fahrer- und Fahrzeugdaten ein. Dafür erhält er einen Code, den er per SMS oder E-Mail auf das Smartphone von Fahrer Heiko Anthes-Hoffmann weiterleitet. Der 49-Jährige arbeitet eigentlich als Disponent für Kühne + Nagel. PreCheck und „Quick drop-off“ am Self-service Terminal will er heute aus Fahrersicht erleben. „Zeit ist entscheidend für uns. Wenn wir lange warten müssen, bis wir an die Rampe können, ist das ein Problem.“ Mit den Sendungen für die USA ist er nun Richtung LCC unterwegs. „Es kann passieren, dass die Tageslenkzeit eines Fahrers abläuft. Dann darf ich nicht weiterfahren. Solche Situationen müssen wir unbedingt verhindern.“

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Auf der Nordseite des Airports hat der Lkw sein Ziel erreicht. Neben den Rampen stehen die Self-service Terminals für den Quick drop-off. In nur wenigen Augenblicken hat Anthes-Hoffmann eingecheckt. Am Terminal werden kritische Daten erneut geprüft, dann spuckt das Gerät einen Zettel mit der Angabe zur Rampe aus. Die Anmeldung am Schalter entfällt somit. „Das ist ein großer Vorteil für uns“, sagt Heiko Anthes-Hoffmann.

Bei der Annahme werden die Packstücke per Scanner registriert. Das tatsächliche Gewicht und Volumen wird nun via SmartGate mit den zuvor übermittelten Sendungsdaten verglichen. Auf der anderen Seite des Flughafens sitzt der Disponent am Rechner. Den Weg der Sendung verfolgt er online, er sieht, wann die Ware zwischengelagert wurde und abfliegt. Pünktlich zur anvisierten Zeit heben die drei Paletten an Bord der B777F ab. Der Disponent hat auch die Lenkzeit von Fahrer Anthes-Hoffmann im Blick: Im Kühne + Nagel-Lager in der Cargo City Süd ist noch eine Sendung bereit für den Abtransport zum LCC. Ein großer Vorteil: Da die Wartezeiten nun kürzer sind als früher, hat Anthes-Hoffmann noch genug Lenkzeit für eine weitere Tour.

Fotos: Alex Kraus

Planet 1/2019


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Kontraste.

Nach Paris macht die Fotoausstellung „Tokyo Curiosity“ der Künstlergruppe Tokyo-GA Halt in Berlin. Mit ihren Bildern wollen die Mitglieder ein Gegengewicht setzen zu denen der Fukushima-Katastrophe von 2011. Für den „planet“ berichtet Tokyo-GA-Fotograf Günter Zorn, wie Lufthansa Cargo bei der Europa-Tournee hilft.

 

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Frühjahr 2011: Eine traurige Bilderflut aus Japan erreicht die Welt. Es sind Aufnahmen von einer gleich dreifachen Katastrophe: Am 11. März zerrüttet ein Erdbeben das Land, kurze Zeit später überrollt ein Tsunami Städte und Dörfer. Durch die Schäden fallen im Atomkraftwerk Fukushima die Kühlsysteme aus. Es kommt zur Kernschmelze.

Im Sommer 2011 erreichen weitere Bilder aus Japan die Welt. Es sind Aufnahmen aus kleinen Straßenrestaurants, in denen sich Frauen im Kimonokostüm lachend mit dem Barkeeper unterhalten. Fotos von bunten Leuchtreklamen an belebten Plätzen und von Kindern, die Hand in Hand unter einem gelben Regenschirm spazieren. Es sind Momentaufnahmen vom Alltag in Japan, der auch nach der Katastrophe weitergeht. Aufgenommen haben diese Bilder Fotografen der Künstlergruppe Tokyo-GA (東京 画 – zu deutsch: Tokio-Bilder). Die international aktive Kuratorin Naoko Ohta rief das Projekt kurz nach der Katastrophe ins Leben – als Gegengewicht zu den traurigen Bildern, die 2011 um die Welt geisterten. Bis heute sammelt Tokyo-GA täglich neue Aufnahmen.

Ausgewählte Werke des Kollektivs sind derzeit auf Ausstellungs-Tournee. „Tokyo Curiosity“ zeigt auch Bilder von Günter Zorn. Der ehemalige Landeschef von DHL arbeitet heute als Fotograf in Tokio und ist der einzige in Japan lebende Deutsche, der von Tokyo-GA als Mitglied aufgenommen wurde. Vergangenen Herbst begleitete er den Transport der Ausstellungsstücke mit Lufthansa Cargo. Hier ist die Geschichte aus seinen Augen.

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AUS DER SICHT EINES FOTOGRAFEN – 
UND DEM BLICKWINKEL SEINER KAMERA.

Rückblick: Es ist Oktober 2018, und ich stehe im Frachtbereich des Flughafens Tokio-Narita. Um meinen Hals trage ich meine Leica und diverse Sonderausweise, die mir den direkten Zugang zum Rollfeld gewähren. Vor mir ein zwei Mann hoher Stapel Kartons auf einer Palette. Er ist dick mit Folie umwickelt und zusätzlich mit einem Netz gesichert. Darauf groß der Schriftzug „Tokyo Curiosity“. Ich mache ein paar Fotos. Und halte kurz inne. Bis dato habe ich mir nie groß Gedanken über internationale Luftfracht gemacht. Sie ist und war immer Routine für mich. Geschieht jeden Tag und überall. Und in der Regel funktioniert sie auch reibungslos. Doch dieses Mal ist alles ein wenig anders. Ich weiß: In den Kartons befinden sich 200 Kunstwerke unserer Gruppe Tokyo-GA, die gleich nach Paris geflogen werden. Und was es für mich noch wertvoller macht: Einige von diesen Werken sind die meinen.

Lufthansa Cargo ist Sponsor unserer Ausstellung. Als man mich bat, die Reise der Bilder fotografisch zu begleiten, war ich sofort Feuer und Flamme. Leider war ich derzeit sehr beschäftigt. Den Part in Paris übernahm liebenswerterweise mein Tokyo-GA-Kollege Hiroki Ikesue für mich. Die Verladung am Flughafen in Tokio ließ ich mir aber nicht entgehen.

Meine Bilder sollten im Magazin „planet“ erscheinen, das wusste ich. Der zuständige Redakteur wünschte sich von mir Bilder in Schwarz-Weiß. Seine Intention: Der Beitrag wird ein einzigartiges Aussehen bekommen, welches sich optisch von den anderen Artikeln im Magazin abhebt. Gebeten, getan. Schwarzweiß ist meine Lieblingsfarbe. Das hebt das Wesentliche hervor. Und so stehe ich am Tag der Entscheidung mit meiner Leica Monochrome 246 – die Königin unter den Digitalkameras der Schwarz-Weiß-Fotografie – am Flughafen Tokio-Narita. Meine Begleitung ist Naoko Ohta. Zuvor hatten wir schon einige Stunden bei einem Framing-Unternehmen in Tokio verbracht, das unsere Kunstwerke flugsicher verpackte.

Jetzt – im Frachtbereich des Flughafens – kommen wir gleich mit einigen Cargo-Mitarbeitern ins Gespräch. Freundlich und kooperativ wirken sie auf uns. Und was uns besonders beruhigt: Wir haben das Gefühl, dass diese Menschen ihre Arbeit wirklich lieben und sich sehr sorgsam um die Fracht kümmern – besonders, wenn es um Kunst geht. Naoko sagt später zu mir: „Ich arbeite unheimlich gern mit dem Team von Lufthansa Cargo. Die Mitarbeiter haben ein Gespür für Omotenashi, das schätze ich sehr.“ Omotenashi – dahinter verbirgt sich in Japan ein sehr vielschichtiges Konzept der Gastfreundschaft und des ­Kundenservices.

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Doch zurück zum Rollfeld. Hier hat sich bereits das Tageslicht verabschiedet. Die Boeing 777F steht da wie ein gigantischer Riese. Ihre Frachttür gleicht einem gierigen Mund, bereit, Container und Paletten mit allen möglichen Gütern für die Welt zu schlucken. Darunter auch unsere Fotografien. Es hat mich immer erfreut, Flugzeuge am Himmel zu beobachten. Aber es ist nochmal etwas ganz anderes, diese Giganten aus der Nähe zu sehen, unter ihrem Bauch und den endlosen Flügeln entlang zu spazieren. Ich bin überwältigt.

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Und habe sogar die Chance, den noch leeren Frachtraum zu betreten. Wie eine riesige High-Tech-Kathedrale tut er sich vor mir auf. Ich bin ganz in meine Fotografie versunken. Alles wirkt surreal. Plötzlich hebt eine riesige Maschine gleich die eines Monsters aus einem Transformer-Film unsere Palette in die Höhe und schiebt sie in den höhlengleichen Frachtraum. Jetzt muss alles schnell gehen. Wir winken noch einmal zum Abschied und machen ein Gruppenfoto mit der Cargo-Mannschaft. Dann ist es vorbei. Die Maschine hebt just in time ab gen Frankreich. Und Naoko und ich fahren zurück in die Innenstadt von Tokio. Im Auto teilen wir unsere Eindrücke vom Tag. Und entspannt blicken wir auf die kommenden Wochen. Lufthansa Cargo übernimmt auch den weiteren Transport der Kunstwerke. Wir sind überzeugt: Sie sind allzeit in sicheren Händen.
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Günter Zorn – ein Deutscher Fotograf in Tokio.

Günter Zorn, 1953 in Bonn geboren, arbeitete früher für den japanischen Ableger von Heidelberger Druckmaschinen sowie als Landeschef von DHL. Als der Manager 1991 nach Tokio zieht, blickt er zunächst auf riesige Betonstelzen, Wolkenkratzer und ein unendliches Häusermeer. Doch dieses Bild wandelt sich schnell. Zorn entdeckte Tokio auf seine ganz eigene Weise, für ihn wird die Stadt zur Metropole der 1.000 Dörfer. Der gelernte Medien- und Bildtechniker lässt sich in einem dieser Dörfer nieder: Kagurazaka. Zorn beschreibt das Viertel mit seiner Mischung aus japanischer Kultur, den ruhigen Gassen, der Patina und seinem fast europäischen Flair als einen Ort, der ihn auch ein wenig an seine Heimat erinnert. Bis heute lebt er gemeinsam mit seiner Frau in Tokio und dokumentiert das Leben auf den Straßen mit der Kamera. Seine Bilder stellt er regelmäßig in Japan, Frankreich und Deutschland aus. Er ist Vorstandsmitglied der Gruppe Tokio-GA.

http://guenterzorn.com

Fotos: Günter Zorn, Hiroki Ikesue

Planet 1/2019


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Panda Prominenz.

Heißt ersehnt und wie Staatsgäste begrüßt: Im Juli landeten Meng Meng und Jiao Qing in Berlin-Schönefeld. Für den Transport und das Wohlergehen der seltenen Bären war Lufthansa Cargo kein Aufwand zu hoch.

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Jiao Qing.

Das Panda-Männchen Jiao Qing (sprich: Jiao Tsching), was so viel wie „Schätzchen“ bedeutet, ist am 15. Juli 2010 in Chengdu geboren und bringt stolze 108 Kilogramm auf die Waage. Er ist nicht nur ziemlich neugierig und schelmisch, sondern gilt – für einen Panda – auch als verhältnismäßig aktiv. Wie es sich für einen echten Pandabären gehört, äußert er sich lautstark, sollte der Bambus mal zu lange auf sich warten lassen.

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Meng Meng.

Ein rundes Gesicht und eine kurze Schnauze? Das ist eindeutig Panda-Weibchen Meng Meng („Träumchen“)! Die korrekte Aussprache haben die Berliner Tierpfleger auch schon fleißig geübt, sie lautet „Möng Möng“. Die sanftmütige Bärin wurde am 10. Juli 2013 in Chengdu geboren und wiegt etwa 77 Kilogramm.

Der Schutz der Pandas hat höchste Priorität.

Der Schutz der Pandas hat höchste Priorität.

Dunkle Knopfaugen, rundes Gesicht, weiche Plüschohren – kaum jemand kann sich dieser schwarz-weiß bepelzten Charmeoffensive entziehen. Doch für Pandas wird es eng, sie gelten als bedrohte Art: 1.864 Tiere leben noch in Freiheit und nur 54 weltweit in Zoos außerhalb Chinas. So war das Interesse groß, als gleich zwei der begehrten Bären mit LH 8415 am 24. Juni um 14.53 Uhr in Berlin-Schönefeld landeten. Die Lufthansa Cargo MD-11F hatte dafür eigens das erst wieder ab Januar 2018 im Flugplan vertretene Chengdu angesteuert. Meng Meng und Jiao Qing wurden empfangen wie Staatsgäste. Standesgemäß begrüßte die Flughafenfeuerwehr Fracht und Frachter mit einer Fontäne, und die Crew schwenkte vor rund 30 Pressevertretern auf dem Vorfeld je eine deutsche und chinesische Flagge aus dem Cockpit. Die beiden Pandas beeindruckte der Rummel wenig. Interessiert schauten sie sich um, den zwölf Stunden langen Flug hatten sie offensichtlich genossen. Immerhin sind die zwei quasi erste Klasse geflogen – inklusive Rundumbetreuung durch den leitenden Tierarzt des Berliner Zoos Dr. Andreas Ochs und ihre beiden mitgereisten chinesischen Tierpfleger. Auch an Reiseproviant mangelte es nicht: Die MD-11F hatte eine Tonne Bambus im Gepäck. Viel Prominenz war zur Begrüßung des Pandapaars gekommen: unter ihnen Seine Exzellenz, 

 

der chinesische Botschafter in Berlin, Shi Mingde, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Zoodirektor Andreas Knieriem. Ebenfalls mit dabei: Alexis von Hoensbroech, Vorstand Produkt und Vertrieb von Lufthansa Cargo.

Bürgermeister Müller: „Es war mir ein persönliches Anliegen, unsere beiden Neu-Berliner zu begrüßen. Wir freuen uns, dass Berlin nun um eine tolle Attraktion reicher ist.“ Shi Mingde erläuterte das Phänomen Panda: „Pandas haben in China praktisch den Status eines Nationalschatzes. Ein China ohne sie ist schlicht nicht vorstellbar, daher haben Erhalt und Schutz der Tiere höchste Priorität.“

Im Anschluss ging es für Meng Meng und Jiao Qing weiter in ihr zukünftiges Zuhause, das für zehn Millionen Euro erbaute und durch chinesische Delegationen für gut befundene Gehege im Berliner Zoo. Die beiden Bären sind Leihgaben auf 15 Jahre und die einzigen Pandas in Deutschland. Jährlich bezahlt der Berliner Zoo 920.000 Euro, wovon 90 Prozent in Panda-Schutz und -Forschung fließen sollen. Entsprechend groß ist die Hoffnung, von den beiden Exoten mit Nachwuchs beglückt zu werden. Für Lufthansa Cargo in Deutschland federführend bei diesem wertvollen Transport war Wolfgang Handke vom Sales-Team Berlin.

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Seit 1982 beim Frachtkranich, hatte er schon einen Panda-Flug in den 1990er- Jahren begleitet. Auf chinesischer Seite waren Yuan Fang, Head of Handling Northern Asia, und Hasso Schmidt, Head of Sales & Handling Eastern China, der ebenfalls seit 1982 bei Lufthansa ist, die Hauptverantwortlichen. „Das Ganze war eine tolle Teamleistung aus beiden Ländern. Das gilt auch für die Koordination außerhalb unserer Hubs“, so Handke.

Von den Visa für die Begleiter über die Kommunikation mit Zoll und Pflanzenschutz wegen des geladenen Bambus bis zur Koordination der Parkposition des Frachters mit dem Flughafen Schönefeld – alles lief über Handkes Tisch. „Es ist besser, wenn hier eine Person in alles eingebunden ist, das macht vieles einfacher“, so der Sales-Manager.

Wenn Meng Meng und Jiao Qing Berlin in 15 Jahren wieder verlassen, wird Handke wohl nicht mehr dabei sein: „Ein zweites Mal den Transport von Pandas zu organisieren ist ein schöner Abschluss. Die nächsten Pandas werde ich nur noch in der Rente erleben.“

 

 

Einen „Nationalschatz“ nennt Shi Mingde, Botschafter der Volksrepublik China in Berlin, die Pandas. Entsprechend hochrangig ist der Besuch zur Eröffnung des neuen Panda-Geheges, hier Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Staatspräsident Xi Jinping.

 

Fotos:
Lufthansa Cargo, Zoo Berlin, Frederic Schweizer
Planet 2/2017


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Hyperagil.

HERR DIREKTOR, WIRD WARR HYPERLOOP DEMNÄCHST EINE RÖHRE ÜBER DEN ATLANTIK BAUEN UND DEN FRACHTAIRLINES DAS TRANSATLANTIK - GESCHÄFT WEGNEHMEN?

Paul Direktor: Vielleicht nächstes Jahr, aber Spaß beiseite: Hyperloop ist keine Konkurrenz zur Luftfracht, sondern könnte in Zukunft eine Ergänzung werden, zum Beispiel als Express- oder Zulieferlösung, um Luftfracht-Drehkreuze noch effizienter zu machen.

Dorothea von Boxberg: In besonders überlasteten Verkehrsgebieten könnte Hyperloop Transporte auf der Straße ersetzen. Kurz- und Mittelstrecken sind das Feld, in dem sich Hyperloop-Lösungen beweisen könnten. Man darf nicht vergessen: Die längste Hyperloop- Röhre von Elon Musk misst heute nur etwas mehr als einen Kilometer.

Paul Direktor: In der Schweiz arbeitet ein Uni-Team der ETH Zürich unter dem Titel Swissloop bereits an der Implementierung eines Pakettransportsystems mit Vakuumröhrentechnologie. Die Schweizer sind ja große Tunnelbauer.

Dorothea von Boxberg: Hyperloop ist zwar keine Technologie, die wir in naher Zukunft kommerzialisiert am Markt sehen werden. Aber es ist beeindruckend, wie viele Ideen dazu in den vergangenen Jahren entstanden sind! Eine Verteilung durch Hyperloop auf der „Letzten Meile“ vom Flughafen in die Großstädte könnte zum Beispiel
E-Commerce-Sendungen erheblich beschleunigen.

WAS FASZINIERT SIE AN DER „SPACEX HYPERLOOP POD COMPETITION“?
Paul Direktor: Wir haben hier die Gelegenheit, etwas absolut Neues zu bauen. Wir sind sozusagen die Speerspitze der technischen Innovation. Nach den ersten Erfolgen hat die Industrie angefangen, sich für uns zu interessieren und uns zu unterstützen. Das ist praktische Erfahrung, die man im Studium nicht vermittelt bekommt. Einfach fantastisch!

Dorothea von Boxberg: Es ist faszinierend zu sehen, welche enormen Entwicklungen diese selbst organisierten studentischen Teams erreicht haben – vor allem, wenn ich dies mit der typischen Projektdauer im Großkonzern vergleiche.

WAS WAR FÜR SIE EINE EINSCHNEIDENDE ERFAHRUNG, ALS IHRE STUDENTENINITIATIVE PLÖTZLICH MIT UNTERSTÜTZERN AUS DER

INDUSTRIE ZUSAMMENARBEITEN MUSSTE?
Paul Direktor: Die Laufzeiten. Für viele Firmen sind interne Verarbeitungszeiten von über vier Wochen zum Beispiel bei Rechnungen völlig normal. Bei uns im Team kann in diesen vier Wochen ungefähr alles passieren.

WAS IST DAS NEUE AN DEN HEUTIGEN HYPERLOOPKONZEPTEN IM VERGLEICH ZU DENEN VON VOR 15 JAHREN WIE BEISPIELSWEISE CARGO CAP, ÜBER DIE WIR DAMALS SCHON IM „PLANET“ BERICHTET HABEN?
Paul Direktor: Neu ist vor allem die Vakuum-Technologie, die viel höhere Geschwindigkeiten ermöglicht. Außerdem das Engagement eines namhaften Entrepeneurs, also in unserem Fall Elon Musk, der sich nachhaltig für die Implementierung einsetzt und global für Aufmerksamkeit sorgt.

KRITIKER SAGEN, MUSK MACHT ZU VIEL GETÖSE …
Paul Direktor: Das kann jeder selbst beurteilen. Mich jedenfalls faszinieren seine Erfolge – wie er es schafft, durch seine Elektroautos den Markt zu revolutionieren, das ist schon toll. Sobald die Massenproduktion funktioniert, werden wir sehen, wie gut er wirklich ist. Auch SpaceX ist bereits seit einigen Jahren profitabel.

Dorothea von Boxberg: Er ist ein beeindruckender Visionär. Viele seiner Ideen sind eben keine inkrementellen Verbesserungen, sondern Moonshot-Ideen. Da ist der Weg zu nachhaltigem Business deutlich schwieriger als bei kleineren Innovationen. Mit seinem Tesla hat er die Automobilindustrie auf jeden Fall ganz schön aufgemischt!

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Ein Teil des Teams mit seinem aktuellen Pod, der im Juli dieses Jahres bei der 3. Hyperloop Pod Competition mit 467 km/h gewann. Neben dem Speed-Team gibt es bei WARR Hyperloop noch ein „Schwebe“-Team“, das ebenfalls erfolgreich war und die aus dem Transrapid bekannte Technik nutzbar machen will.

WARUM INTERESSIEREN SICH LUFTHANSA CARGO UND WARR HYPERLOOP FÜREINANDER? WOLLEN SIE INVESTIEREN, FRAU VON BOXBERG?
Dorothea von Boxberg:WARR Hyperloop ist eine studentische Initiative, kein Start-up. Dementsprechend könnten wir im Augenblick gar nicht investieren. Wir unterstützen die Studenten, da wir an einem Austausch über die Technologie interessiert sind und an Menschen, die so ein Engagement und solche Fähigkeiten mitbringen.

Paul Direktor: Lufthansa Cargo ist ein gut vernetztes, global agierendes Unternehmen. Uns geht es um Wissensaustausch und darum, erste Business Cases für Deutschland zu entwickeln.

ES GEHT ALSO NICHT NUR UM PR?
Paul Direktor: PR spielt eine Rolle, ist aber nicht alles. Für Lufthansa Cargo wie für die gesamte Logistikbranche muss es interessant sein zu wissen, was in der Hyperloop- Industrie passiert, um darauf frühzeitig reagieren zu können.

Dorothea von Boxberg: Wir waren mit dem WARR-Hyperloop-Team schon vor den Sponsoren- Events in Kontakt. Aber wenn es jemand nur als PR werten will, hindere ich ihn nicht daran.

WELCHE INNOVATIVEN IDEEN IM LOGISTIKSEKTOR JENSEITS VON HYPERLOOP FINDEN SIE ZURZEIT SPANNEND? 
Paul Direktor: Ideen gibt es viele. Blockchain bietet nach meiner Wahrnehmung viel Potenzial für die Validierung von Lieferketten. Das ist spannend für die sehr arbeitsteilige Luftfrachtbranche mit ihren vielen weit verstreuten Playern. Amazons Beehive könnte die Lager logistik revolutionieren. Dazu gehört dann auch das Thema Schwarmintelligenz von Drohnen.

DIE LOGISTIKBRANCHE GILT ALLERDINGS NICHT GERADE ALS AUSBUND AN INNOVATIONSFREUDE …
Dorothea von Boxberg: Stimmt. Manche Themen dauern wirklich ewig, zum Beispiel der Rollout des eAir Waybills.

Paul Direktor: Alle Branchen befinden sich aktuell in einem starken Wandel durch die Digitalisierung. Auch die Logistik ist da keine Ausnahme und wird sich darauf einstellen müssen.

Dorothea von Boxberg: Das tun wir. Predictive Analytics, also die Auswertung von Daten, um Aussagen für die Zukunft zu gewinnen, ist bei Lufthansa Cargo schon kurz vor der Anwendung. Dabei geht es unter anderem darum, dass selbst lernende Algorithmen Preise festlegen. Wir stellen einige unserer Services bereits über API-Schnittstellen zur Verfügung, und diese werden von mehreren Plattformen genutzt, die Angebote in einer Vergleichsübersicht darstellen. In anderen Industrien ist das zwar nichts Besonderes. Aber in der Luftfracht ist das durchaus innovativ. Mein generelles Ziel ist es, unseren Kunden unser Angebot effektiv und einfach zur Verfügung zu stellen. Da haben wir noch einiges zu tun.

WAS BRINGT IHNEN DER BESUCH BEI WARR HYPERLOOP FÜR DIE ABARBEITUNG DER AKTUELLEN LUFTHANSA CARGO AGENDA?
Dorothea von Boxberg: Der Spirit ist toll und eine sehr gute Ergänzung zum legendären Cargo-Spirit. Aktuell arbeiten wir daran, unser Angebot digitaler und einfacher verfügbar zu machen. Bisher gibt es in der Luftfrachtindustrie noch sehr viele manuelle Prozesse: bei der Buchung, bei der Quotierung von Preisen, aber auch beim Informationsfluss, der eine physische Sendung begleitet. Dadurch bekommen unsere Kunden keine Echtzeit-Informationen, es fehlt oft die Transparenz, und es entstehen auch Fehler. In den nächsten Jahren soll das bei uns deutlich besser werden!

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Der erste Pod von WARR Hyperloop war aufgrund seines Designs erfolgreich. Vorn befindet sich ein Kompressor, der den Luftwiderstand im „Fast“-Vakuum minimiert

FRAU VON BOXBERG, SIE SIND DER NEUE VORSTAND FÜR PRODUKT UND VERTRIEB. WAS KANN MAN FÜR DAS PRODUKT VON INITIATIVEN WIE WARR HYPERLOOP ODER START-UPS LERNEN?
Dorothea von Boxberg: Erfolgreiche Produkte richten sich an den Bedürfnissen der Kunden aus und werden in der versprochenen Qualität geliefert. Von Start-ups können wir lernen, dass ein Produkt nicht zu 100 Prozent perfekt sein muss, wenn man es neu auf den Markt bringt. Mit einem schnellen „minimum viable product“ kann man durchaus wertvolle Erfahrungen sammeln und das Produkt dann weiter verbessern. Der Kunde muss dabei nur wissen, auf was er sich jeweils einlässt.

IST DER AUSTAUSCH MIT START-UPS WICHTIG, UM ATTRAKTIV FÜR NACHWUCHSKRÄFTE ZU SEIN?
Dorothea von Boxberg: „Employer Branding“ ist nicht der Hauptaspekt bei unserem Austausch. Es geht uns vorrangig um die Ideen selbst, die Technologien, die Haltung, dass schnelles Wachstum möglich ist, und um die Arbeitsweise. Manchmal haben wir uns in unserer Branche schon zu sehr daran gewöhnt, dass Dinge ihre Zeit benötigen. Studenten oder Start-ups, die das Gegenteil beweisen, sind da sehr erfrischend! Mit „digital natives“ zusammen zu sein ist auch für mich persönlich eine gute Schule.

ZURZEIT MEHREN SICH NEGATIVE WIRTSCHAFTS - MELDUNGEN – STRAFZÖLLE, EU-SKEPTIZISMUS ETC. IST DA ÜBERHAUPT NOCH PLATZ FÜR INNOVATOREN WIE SIE, HERR DIREKTOR?
Paul Direktor: In einer funktionierenden Marktwirtschaft muss es immer Platz für Innovation und Aufbruchsstimmung geben, ansonsten wäre das ein sehr schlechtes Zeichen.

MACHEN SIE WARR HYPERLOOP AUCH, WEIL SIE DAMIT IRGENDWANN MAL REICH WERDEN WOLLEN?
Paul Direktor: Nein. Aus Begeisterung für das Projekt. Aktuell arbeiten wir neben dem Studium in unserer Freizeit, viele von uns mehr als 60 Stun den pro Woche. Und das, obwohl wir dafür nicht bezahlt werden.

IST EIN KULTURELLER WANDEL IN EINEM TRADITIONSUNTERNEHMEN WIE LUFTHANSA CARGO MÖGLICH?
Dorothea von Boxberg: Wir haben in den vergangenen Jahren viel verändert: die Organisation, unsere Prozesse, wir arbeiten gezielter mit Start-ups zusammen, bei Projekten kommen wir zunehmend von einer Wasserfall-Vorgehensweise zu agiler Entwicklung. Und die Veränderung geht noch weiter – wir sind mittendrin.

VIELEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH!

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Das beeindruckte auch Elon Musk: Der dritte Pod von WARR Hyperloop war schneller als der Pusher-Pod von SpaceX und Tesla.

Fotos: WARR Hyperloop, Matthias Aletsee

Planet 2/2018


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Konnichiwa „Bojo“!

Er ist kein Tropfen wie jeder andere, denn er kommt als Erster eines jeden Jahrgangs auf den Tisch: der Beaujolais Nouveau. Der auch als Beaujolais Primeur oder kurz „Bojo“ bekannte französische Rotwein kommt seit 1985 traditionell am dritten Donnerstag im November in den Handel. „Le Beaujolais Nouveau est arrivé“, heißt es dann in den Weinhandlungen weltweit. Die Idee stammt von den Winzern aus dem Beaujolais, das „weinrechtlich“ zum Burgund gehört. In den Fünfzigerjahren erstritten sie sich eine Ausnahme vom strikten französischen Weinrecht. Sie waren die Ersten, die ihren Wein schon im Jahr seiner Herstellung verkaufen durften. Einst flogen englische Dandys mit ihrem Privatflugzeug ins Burgund, um für sich und ihre Freunde den allerersten neuen Wein aus Frankreich zu beschaffen. Heute gelangt der „Bojo“ per Luftfracht in mehr als 110 Länder der Welt. Pro Jahr werden rund 13 Millionen Flaschen abgefüllt.

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Mehr als die Hälfte davon gelangt nach Japan. Lufthansa Cargo transportiert auch in diesem Jahr wieder rund 600 Tonnen des begehrten Tropfens ins Land der aufgehenden Sonne. Per Road Feeder Service gelangt der „Bojo“ aus dem Beaujolais zum Frankfurter Flughafen (FRA). Die Herausforderung: Das komplette Frachtvolumen muss in einem Zeitraum von nur drei Wochen nach Osaka (KIX) und Tokio (NRT) gelangen, um rechtzeitig zum Verkaufsstart Mitte November in den Regalen der japanischen Weinhändler zu stehen. Pro Tag versendet der Frachtkranich daher rund 50 Tonnen „Bojo“ in eigenen Maschinen sowie den Frachträumen der Lufthansa Passage in Richtung Asien. Zum Beispiel im Belly von LH740, einer Boeing 747-400 mit Ziel Osaka. Nach knapp zwölfstündiger Reise landet der Jungwein in Japan. Kooperationspartner All Nippon Airways ergänzt das Angebot von Lufthansa Cargo um weitere 1.200 Tonnen Frachtkapazität.

Fotos: iStock

Planet 2/2018


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Rasant. Garantiert.

„Zeit ist Geld“ gilt in der Logistik immer – aber besonders für unverzichtbare Ersatzteile zum Beispiel in der Schifffahrt oder der Öl- und Gasindustrie.

Emergency.Solutions heißt das neue Lufthansa Cargo-Produkt für Notfälle. Wer sich dafür entscheidet, hat wenn nötig sogar einen ­kompletten Frachter für sich.

Für Emergency.Solutions stellt Lufthansa Cargo sicher, dass die Eilsendung mit dem nächstmöglichen Flug ans Ziel gebracht wird.

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Ein Hubschrauber knattert über das Kühne + Nagel-Gelände an der Bucht von Tananger zu einer der Bohrinseln draußen in der Nordsee. Vertäute Spezialschiffe schaukeln im eisigen Herbstwind. Wer von hier mit dem Auto durch die nordische Landschaft ins nahe gelegene Stavanger fährt, vorbei an Holzhäusern und über eine Fjordbrücke, hat nicht den Eindruck, im Zentrum der norwegischen Ölindustrie zu sein. Nur wenig deutet darauf hin, dass in der Region Spezialfirmen und -lager extrem wichtige Teile für die Öl-, Gas- und Schifffahrtindustrie auf der ganzen Welt produzieren und bereithalten.

Kühne + Nagel ist ein langjähriger Partner vieler hier ansässiger Firmen. Der Logistikdienstleister hat bei Stavanger 80 Mitarbeiter stationiert, 16 davon für Luftfracht. Neben dem Bürogebäude liegt die Lagerhalle, in der zahllose Einzelteile aufbewahrt werden: Pumpenzubehör, Kompressoren, Bohrköpfe, Stahlseile, Elektronikteile und vieles mehr. Geht irgendwo auf der Welt ein solches Teil im Einsatz kaputt, gilt Alarm­stufe Rot.

Innerhalb kürzester Zeit muss Ersatzmaterial, beispielsweise aus Stavanger, herangeschafft werden. Denn in der Ölförderung oder bei einem aufgehaltenen Schiff verursacht jede verlorene Stunde Kosten von vielen Tausend Euro.

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„Gerade bei Ersatzteilen für die Öl- und Gasförderung und für Schiffe haben wir eine Menge dringender Sendungen“, sagt Synnøve Thormodsæter, die für die Luftfracht bei Kühne + Nagel in Norwegen zuständig ist. „Logistisch wird unsere Arbeit besonders kompliziert bei großen und übergroßen Teilen“, präzisiert die Managerin aus Bergen. In solchen Fällen laufen die Telefone heiß. Es wird organisiert und improvisiert. Unter Druck sind verschiedene Optionen zu prüfen. Unverzügliche Entscheidungen sind gefragt.

Schnell und absolut zuverlässig.

Lufthansa Cargo wurde in den vergangenenen Jahren immer wieder aus verschiedenen Branchen mit Notfallsituationen und enstprechend dringenden Aufträgen konfrontiert – neben Schiffbau und der Öl- und Gasindustrie auch aus den Bereichen Automotive, Aviation oder Maschinenbau.

Daher entschied sich das Unternehmen, ein Produkt anzubieten, das genau für solche Fälle konzipiert ist. Vorgabe: höchste Priorität, kurzfristig und absolut zuverlässig.

Daraus entstand: Emergency.Solutions.

„Außerdem hat unser Produktmanagement unter dem Stichwort ,geplanter Notfall‘ intelligente Bodenprozesse entwickelt, um die Improvisation im Ernstfall auf ein ­Minimum zu reduzieren“, erklärt Christoph Harneid, Norwegen-Chef von Lufthansa Cargo.

Zwar lassen sich nicht alle Unwägbarkeiten von Notfällen vorhersehen, aber definierte Abläufe beschleunigen den Prozess und regeln den Entscheidungsbedarf. Bei Emergency.Solutions ist durch Lufthansa Cargo garantiert, dass die Eilsendung kurzfristig mit dem nächstmöglichen Flug ans Ziel gebracht wird.

„Wir sorgen dafür, dass einer Emergency.Solutions-­Sendung kurzfristiger Zugang gewährt wird. Im Fall der Fälle würden wir sogar einen ganzen Frachter bereitstellen“, sagt Harneid. Die ­Voraussetzungen bei der Frachtfluglinie für ein solches exquisites ­Premiumprodukt sind denkbar günstig. Lufthansa Cargo verfügt über Mitarbeiter mit der ­Erfahrung, verwandte Aufgabenstellungen zu lösen, vergleichbare Prozesse anzubieten, sowie über ein Streckennetz mit zeitnahen ­Verbindungen in die ganze Welt. Da die meisten Flüge ­etablierte Linienflüge sind, müssen in der Regel nicht erst Landegenehmigungen oder Maschinen organisiert werden.

Die Transferzeiten am Flughafen werden durch die eingespielten Prozesse extrem kurz gehalten. Man stellt die direkte Umladung vom einen auf das nächste Flugzeug ohne Umweg über das Transitlagerhaus sicher.

Im Bedarfsfall wird auch die Lufthansa Cargo Charter Agency mit ins Boot geholt. So bleibt die Sendung in einer Hand und kann mit nur einem Luftfrachtbrief und einem Abrechnungsweg verschickt werden. Das verringert die Komplexität und vereinfacht die Prozesse. Und während des ganzen Transports behält ein Frankfurter Team die Sendung stets im Auge.

Seit Ende 2011 wird Emergency.Solutions testweise von einigen ­deutschen, europäischen und nordamerikanischen Stationen angeboten – darunter auf dem norwegischen Markt. „Im letzten Jahr hatten wir insgesamt rund 120 Aufträge. Mittelfristig rechnen wir mit 300 bis 400 Fällen pro Jahr“, sagt Harneid.

Bisher waren die Reaktionen von Kundenseite durchweg positiv.

Aus diesem Grund wird das Produkt seit dem 1. Oktober 2012 offiziell weltweit angeboten. Aus Stavanger gehen die Eilsendungen per Truck zu dem Flughafen, von dem aus es die besten Anschluss-­möglichkeiten gibt.

„Dort geht es auf die nächste Maschine in Richtung Zielort, wo die Formalitäten schon im Vorfeld geklärt werden“, erläutert Harneid. „Bisher blieb uns bei schweren und großen Sendungen häufig nur die Möglichkeit, einen Direkt-Charterflug zu organisieren“, sagt Thormodsæter.

Auch Lufthansa Cargo greift im Rahmen von ­Emergency.Solutions in Ausnahmefällen auf Charterflüge zurück. Dabei wird das Charter-Segment mit Linienflügen kombiniert. Das spart Zeit und Kosten.

Schnell und absolut zuverlässig.

Lufthansa Cargo wurde in den vergangenenen Jahren immer wieder aus verschiedenen Branchen mit Notfallsituationen und enstprechend dringenden Aufträgen konfrontiert – neben Schiffbau und der Öl- und Gasindustrie auch aus den Bereichen Automotive, Aviation oder Maschinenbau.

Daher entschied sich das Unternehmen, ein Produkt anzubieten, das genau für solche Fälle konzipiert ist. Vorgabe: höchste Priorität, kurzfristig und absolut zuverlässig.

Daraus entstand: Emergency.Solutions.

„Außerdem hat unser Produktmanagement unter dem Stichwort "geplanter Notfall" intelligente Bodenprozesse entwickelt, um die Improvisation im Ernstfall auf ein ­Minimum zu reduzieren“, erklärt Christoph Harneid, Norwegen-Chef von Lufthansa Cargo.

Zwar lassen sich nicht alle Unwägbarkeiten von Notfällen vorhersehen, aber definierte Abläufe beschleunigen den Prozess und regeln den Entscheidungsbedarf. Bei Emergency.Solutions ist durch Lufthansa Cargo garantiert, dass die Eilsendung kurzfristig mit dem nächstmöglichen Flug ans Ziel gebracht wird.

„Wir sorgen dafür, dass einer Emergency.Solutions Sendung kurzfristiger Zugang gewährt wird. Im Fall der Fälle würden wir sogar einen ganzen Frachter bereitstellen“, sagt Harneid. Die Voraussetzungen bei der Frachtfluglinie für ein solches exquisites Premiumprodukt sind denkbar günstig. Lufthansa Cargo verfügt über Mitarbeiter mit der Erfahrung, verwandte Aufgabenstellungen zu lösen, vergleichbare Prozesse anzubieten, sowie über ein Streckennetz mit zeitnahen Verbindungen in die ganze Welt. Da die meisten Flüge etablierte Linienflüge sind, müssen in der Regel nicht erst Landegenehmigungen oder Maschinen organisiert werden.

Die Transferzeiten am Flughafen werden durch die eingespielten Prozesse extrem kurz gehalten. Man stellt die direkte Umladung vom einen auf das nächste Flugzeug ohne Umweg über das Transitlagerhaus sicher. 

Im Bedarfsfall wird auch die Lufthansa Cargo Charter Agency mit ins Boot geholt. So bleibt die Sendung in einer Hand und kann mit nur einem Luftfrachtbrief und einem Abrechnungsweg verschickt werden. Das verringert die Komplexität und vereinfacht die Prozesse. Und während des ganzen Transports behält ein Frankfurter Team die Sendung stets im Auge. 

Seit Ende 2011 wird Emergency.Solutions testweise von einigen ­deutschen, europäischen und nordamerikanischen Stationen angeboten – darunter auf dem norwegischen Markt. „Im letzten Jahr hatten wir insgesamt rund 120 Aufträge. Mittelfristig rechnen wir mit 300 bis 400 Fällen pro Jahr“, sagt Harneid. 

Bisher waren die Reaktionen von Kundenseite durchweg positiv.

Aus diesem Grund wird das Produkt seit dem 1. Oktober 2012 offiziell weltweit angeboten. Aus Stavanger gehen die Eilsendungen per Truck zu dem Flughafen, von dem aus es die besten Anschlussmöglichkeiten gibt.

„Dort geht es auf die nächste Maschine in Richtung Zielort, wo die Formalitäten schon im Vorfeld geklärt werden“, erläutert Harneid. „Bisher blieb uns bei schweren und großen Sendungen häufig nur die Möglichkeit, einen Direkt-Charterflug zu organisieren“, sagt Thormodsæter.

Auch Lufthansa Cargo greift im Rahmen von ­Emergency.Solutions in Ausnahmefällen auf Charterflüge zurück. Dabei wird das Charter-Segment mit Linienflügen kombiniert. Das spart Zeit und Kosten. 

Norwegen–Singapur in drei Tagen.

Im Dezember sollte Kühne + Nagel große Teile für die Reparatur eines Spezialschiff-Heliports innerhalb von drei Tagen nach Singapur liefern. Bei über fünf Metern Länge und 1.280 Kilogramm Gewicht wäre keine kurzfristige Zuladung aus Stavanger mehr möglich gewesen. Der Schiffseigner hätte hohe Konventionalstrafen zahlen müssen. Durch die Wahl von Emergency.Solutions und somit der höchsten Priorisierung konnte noch eine rechtzeitige Lieferung über Frankfurt organisiert werden.

„Bei Emergency.Solutions ist der Ausnahmefall die Regel, aber Lufthansa Cargo hat im Vorfeld klare Vorgehensweisen für diesen Ausnahmefall definiert. Wir brauchen in diesem Geschäft Partner mit einer derartig flexiblen Planung“, sagt Thormodsæter.

Gerade zieht ein Spezialschiff aus der Bucht von Tananger auf die offene Nordsee, umkreist von ein paar Möwen. Zeitgleich löst sich in 8.000 Kilometern Entfernung vor der Küste Westafrikas ein Bohrkopf: Ernstfall. Ersatzteil: Emergency.Solutions!

 

Emergency.Solutions in Kürze.

  • Transportlösung fürs kleinste Ersatzteil bis zur größten Maschine
  • Zeitnahe Verfügbarkeit, bei Bedarf binnen weniger Stunden
  • Keine Gewichtsgrenze – bis zur maximalen Frachtkapazität der Maschine
  • Höchste Priorität und Zuverlässigkeit durch persönliche Betreuung
  • Schnellste Verbindung von Airport zu Airport im weltweiten Lufthansa Cargo-Netzwerk – und wenn nötig darüber hinaus

Fotos:

Moritz Schmid

planet 2/2014

Norwegen–Singapur in drei Tagen.

Im Dezember sollte Kühne + Nagel große Teile für die Reparatur eines Spezialschiff-Heliports innerhalb von drei Tagen nach Singapur liefern. Bei über fünf Metern Länge und 1.280 Kilogramm Gewicht wäre keine kurzfristige Zuladung aus Stavanger mehr möglich gewesen. Der Schiffseigner hätte hohe Konventionalstrafen zahlen müssen. Durch die Wahl von Emergency.Solutions und somit der höchsten Priorisierung konnte noch eine rechtzeitige Lieferung über Frankfurt organisiert werden. 

„Bei Emergency.Solutions ist der Ausnahmefall die Regel, aber Lufthansa Cargo hat im Vorfeld klare Vorgehensweisen für diesen Ausnahmefall definiert. Wir brauchen in diesem Geschäft Partner mit einer derartig flexiblen Planung“, sagt Thormodsæter.

Gerade zieht ein Spezialschiff aus der Bucht von Tananger auf die offene Nordsee, umkreist von ein paar Möwen. Zeitgleich löst sich in 8.000 Kilometern Entfernung vor der Küste Westafrikas ein Bohrkopf: Ernstfall. Ersatzteil: Emergency.Solutions!

Emergency.Solutions in Kürze.

  • Transportlösung fürs kleinste Ersatzteil bis zur größten Maschine
  • Zeitnahe Verfügbarkeit, bei Bedarf binnen weniger Stunden
  • Keine Gewichtsgrenze – bis zur maximalen Frachtkapazität der Maschine
  • Höchste Priorität und Zuverlässigkeit durch persönliche Betreuung
  • Schnellste Verbindung von Airport zu Airport im weltweiten Lufthansa Cargo-Netzwerk – und wenn nötig darüber hinaus

 

Fotos:

Moritz Schmid

planet 2/2014


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Öl ist eine Mentalität.

CEVA Logistics in Houston hat einen besonderen Fokus auf den Energiesektor gelegt. Lufthansa Cargo hilft dabei, Öl- und Gasfirmen weltweit zuverlässig mit Equipment zu versorgen.

Wenn man auf dem Markt in Houston erfolgreich mitspielen will, spricht man besser als Erstes über Service – und erst danach über den Preis“, sagt Bruce Hulings, Vice President Energy Services von CEVA Logistics. So ticke die Öl- und Gasindustrie hier seit jeher.

Houston ist die Energiehauptstadt der USA und eines der wichtigsten Zentren der amerikanischen Wirtschaft überhaupt: 28 der 500 größten Unternehmen des Landes haben hier ihren Hauptsitz – mehr sind es nur in New York. Und mit einem Umsatz von 6,8 Milliarden Euro steht auch CEVA in der berühmten Fortune-Liste.

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„Vier der sechs größten Öl- und Gasfirmen sind unsere Kunden“, so Hulings. „Zusätzlich beliefern wir 400 der weltweit 700 Ölplattformen. Der Energiesektor macht insgesamt sechs Prozent unseres Umsatzes aus.“ Die Branche ist immer noch ein starker Wachstumstreiber für die US-Wirtschaft. Auch Lufthansa Cargo hat das Potenzial der texanischen Kapitale erkannt und bedient mit der AeroLogic seit April dieses Jahres den Houston Bush Intercontinental Airport. 

Im Juni kam noch eine MD-11-Verbindung hinzu. Auf das Geschäft von CEVA hat dieser Markteintritt durchaus positive Auswirkungen. „Dadurch, dass Lufthansa Cargo nun auch direkt von Houston aus operiert, sparen wir Zeit“, erklärt Bonnie Martin, Senior Logistics Manager. „Wir müssen jetzt beispielsweise nicht mehr unbedingt nach Dallas trucken.“ Und der Zeitfaktor spielt eine enorm wichtige Rolle.

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 „Wenn man die Größe und den Wert der Fracht betrachtet, die in der Branche benötigt wird, ist klar, dass diese an den Destinationen nicht auf Vorrat liegt“, erläutert Greg Weigel, Executive Vice President Global Airfreight bei CEVA. „Wenn dann ein Kunde sagt, dass er etwas innerhalb von 24 Stunden an einem bestimmten Ort haben muss, dann muss es auch zum genannten Zeitpunkt ankommen. Ansonsten kann seine Firma schon mal mehrere 100.000 Dollar am Tag verlieren.“

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Die spezielle Herausforderung dabei sind die eher ungewöhnlichen Destinationen. Equipment für die Öl- und Gasindustrie ist in der Regel eben nicht für die großen Hubs, sondern viel häufiger für Südamerika oder Westafrika bestimmt.

„Hier brauchen wir die Zuverlässigkeit von Lufthansa Cargo, damit unsere Fracht nicht nur pünktlich in Frankfurt ankommt, sondern auch rechtzeitig den Anschluss nach beispielsweise Ghana oder Äquatorialguinea bekommt“, unterstreicht Weigel.

Bruce Hulings fügt hinzu: „Wir brauchen einen Partner, der den Servicegedanken lebt, der zuhört und immer versucht, alles möglich zu machen. Denn das Ölbusiness ist eine Mentalität. Es ist nicht so, als würde ich in einen Laden gehen und eine Jeans kaufen wollen, und wenn die gerade nicht auf Lager ist, komme ich eben nächste Woche wieder. Lufthansa Cargo und CEVA teilen die gleichen Prinzipien von Service und Exzellenz – überall auf der Welt.“ 

CEVA Logistics in Zahlen.

Umsatz: 6.8 Milliarden Euro (2010)

Mitarbeiter: über 46,000

Ranking Logistikdienstleister: Platz 4 (weltweit)

Ranking IATA: Platz 4 (weltweit)

Standorte: 1,200 in über 170 Ländern

Lagerkapazität: 10 Millionen Quadratmeter

Fotos:

Bruce Benett

planet 2/2011

CEVA Logistics in Zahlen.

Umsatz: 6.8 Milliarden Euro (2010)
Mitarbeiter: über 46.000
Ranking Logistikdienstleister: Platz 4 (weltweit)
Ranking IATA:  Platz 6 (weltweit)
Standorte: 1,200 in über 170 Ländern
Lagerkapazität:

10 Millionen Quadratmeter

 

Fotos:

Bruce Benett

planet 2/2011


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Flexibilität und Qualität verbinden!

Statements von Stephan Haltmayer, Geschäftsführer von QCS-Quick Cargo Service.

Exzellentes Teamwork: Stephan Haltmayer (l.), Geschäftsführer von QCS-Quick Cargo Service, und sein Lufthansa Cargo-Verkäufer Christopher Biaesch suchen stets den direkten Draht, um ihre Kunden zufriedenzustellen.

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Flughafen Frankfurt am Main, Vorfeld, 2. März, 11.30 Uhr.

Stephan Haltmayer hat die Ruhe weg. In gut drei Stunden geht sein Flieger nach Bangkok. Dort trifft der Geschäftsführer von QCS-Quick Cargo Service auf einer regionalen Logistiktagung wichtige asiatische Partner und Kunden. Drei Tage später geht es für den Chef der mittelständischen Spedition aus Mörfelden bei Frankfurt weiter nach São Paulo – Verkaufsgespräche. „Ich muss auch noch Koffer packen“, schmunzelt Haltmayer, trotz des engen Zeitplans ziemlich gelassen. 

Jetzt nimmt er sich erst einmal die Zeit, mit Christopher Biaesch, seinem Verkäufer bei Lufthansa Cargo, die Fragen des planet-Reporterteams zum Thema Qualität zu beantworten und der Fotos wegen eine QCS-Sendung zum Frachter nach Schanghai auf das Vorfeld zu begleiten. „Qualität hat in unserer Industrie immer auch etwas damit zu tun, in hektischen Phasen die Ruhe zu bewahren“, sagt Haltmayer.

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Der Spediteur ist ein guter Gesprächspartner, wenn es um Qualität in der Luftfrachtbranche geht. Denn sein Unternehmen hat den Lufthansa Cargo Quality Award 2011 gewonnen. „Das Luftfrachtgeschäft läuft rasant und erfordert eine Menge Flexibilität“, erzählt Haltmayer. „Aber wenn Sie keine Leute haben, die präzise arbeiten, ist die ganze Schnelligkeit nichts wert.“ 

QCS konnte sich bei dem Qualitätswettbewerb der Lufthansa Cargo vor allem dank seiner guten Anlieferqualität durchsetzen. Konkret heißt das: QCS hielt die avisierten Lieferumfänge so gut wie immer exakt ein und stellte seine Sendungen stets pünktlich inklusive aller erforderlichen Papiere zur Verfügung. Der Grund dafür, dass Lufthansa Cargo den Quality Award ins Leben gerufen hat, ist keineswegs uneigennützig: „Unsere Analysen haben ergeben, dass unsere eigene Qualität zu rund 30 Prozent von der Vorleistung der Spediteure abhängt“, verrät Cargo-Lufthanseat Christopher Biaesch.

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Die Qualität der Airline wird laufend erfasst, und zwar mit dem „Notification for Delivery“-Wert (NFD). Damit Lufthansa Cargo hier Qualitätsführer sein kann, braucht die Airline von den Spediteuren zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt saubere Buchungsdaten, keine No-Shows (das sind Sendungen, die gebucht, aber dann nicht angeliefert werden) sowie die Erfüllung des IATA-Kriteriums „Ready for Carriage“. Das ist der Fall, wenn Fracht und Dokumente der Airline ordnungsgemäß übergeben wurden – Bedingung dafür, den Transport Airport-to-Airport überhaupt zuverlässig abwickeln zu können.

„Gute Prozesse sind die Voraussetzung für gute Qualität“, weiß auch Stephan Haltmayer. „Das ist bei Lufthansa Cargo so, das ist auch bei uns so. Aber der Faktor Mensch ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg. Den Quality Award haben sich in erster Linie unsere Mitarbeiter mit ihrem Know-how und ihrem Engagement verdient.“

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QCS gehört zu den zehn größten inhabergeführten IATA-Speditionen in Deutschland. Das Unternehmen hat sich als zuverlässiger Logistikdienstleister für die mittelständische Exportindustrie einen Namen gemacht. Maschinenbauer, Autozulieferer, Stahl-, Pharma- und Chemiefirmen stehen auf der Kundenliste. „Der Mittelstand arbeitet gern mit dem Mittelstand“, sagt Haltmayer.

„Hier denken auch die Mitarbeiter unternehmerisch.“ Unter keinen Umständen will er sich von einzelnen Großkunden abhängig machen. An allen wichtigen deutschen Flughafenstandorten ist QCS mit eigenen Niederlassungen vertreten. Weltweit kooperiert man mit anderen lokal ansässigen, mittelständischen Spediteuren. Ein wichtiges Erfolgsrezept dabei: „Wir arbeiten nur mit handverlesenen, finanziell gesunden Partnern zusammen, die wir persönlich kennen und denen unsere Kunden vertrauen können“, so Stephan Haltmayer. „Das ist fester Bestandteil unserer Qualitätsphilosophie.“

Monatlich wird vor Ort über die Prozesse des Netzwerks gesprochen.

Allein deswegen müssen Haltmayer und sein Management-Team so viel reisen. Bei den Meetings geht es aber auch immer um die Kundenakquise.

Schließlich sind es häufig genug die Empfänger, die die Transport- und Logistikleistungen bezahlen müssen und deshalb auch die Dienstleister bestimmen dürfen. Das erstreckt sich ebenso auf die Auswahl der Carrier.

„Wir empfehlen in vielen Fällen Lufthansa Cargo“, bekennt Haltmayer. „Mit ihrem starken Netzwerk gibt es aus Deutschland heraus verlässliche hochfrequente Anbindungen an alle Märkte, die für uns wichtig sind.“

Dazu zählen besonders Indien, USA und zuletzt wieder Brasilien. „Natürlich ist auch China wichtig, obwohl hier durch die immer stärker werdende Währung und steigende Lohnkosten zuletzt ein verlangsamtes Wachstum festzustellen war.“

Auch beim eBooking und beim „Troubleshooting“ sieht Haltmayer die Lufthansa Cargo vorn im Wettbewerb. „Da ist sie wieder, die Kombination aus intelligenten Abläufen und persönlichem Engagement“, sagt Haltmayer.

„Unsere Mitarbeiter haben das Kümmerer-Gen.“

„Auf der Airline-Seite brauchen wir Partner, die genauso ticken.“ Sagt’s und klopft Christopher Biaesch auf die Schulter. „Wir geben uns eben nicht mit halben Sachen zufrieden“, meint der selbstbewusst. „Da ist dann manchmal auch ein bisschen Extraeinsatz gefragt.“

Zum Beispiel, als QCS den Transport der Kronjuwelen des letzten russischen Zaren von St. Petersburg zu einer Ausstellung nach Miami zu organisieren hatte.

Oder als eines Freitagabends in letzter Minute ein tonnenschweres Ersatzteil für einen Fertigungsroboter eines Automobilwerks in Mexiko versendet werden musste. „Die Maschine schien zunächst überbucht.

Aber wir haben dann eine Lösung gefunden. Am Sonntag war der Job erledigt“, erinnert sich Biaesch. „Das Wichtigste dabei war, dass wir ständig den kurzen Draht hatten“, ergänzt Haltmayer.

„Quasi stündlich hat der Kunde bei uns angerufen, und wir konnten ihm jedesmal guten Gewissens sagen, dass die Sache klappen wird.“ 

Der Druck bei diesem Auftrag war enorm, weil ein Bandstillstand drohte. Haltmayer konnte trotzdem der ihm eigenen Gelassenheit treu bleiben.

„Ich wusste: Bei Lufthansa Cargo wird man nicht hektisch, sondern managt die Sache bis zum Ende professionell.“

Monatlich wird vor Ort über die Prozesse des Netzwerks gesprochen.

Allein deswegen müssen Haltmayer und sein Management-Team so viel reisen. Bei den Meetings geht es aber auch immer um die Kundenakquise.

Schließlich sind es häufig genug die Empfänger, die die Transport- und Logistikleistungen bezahlen müssen und deshalb auch die Dienstleister bestimmen dürfen. Das erstreckt sich ebenso auf die Auswahl der Carrier.

„Wir empfehlen in vielen Fällen Lufthansa Cargo“, bekennt Haltmayer. „Mit ihrem starken Netzwerk gibt es aus Deutschland heraus verlässliche hochfrequente Anbindungen an alle Märkte, die für uns wichtig sind.“

Dazu zählen besonders Indien, USA und zuletzt wieder Brasilien. „Natürlich ist auch China wichtig, obwohl hier durch die immer stärker werdende Währung und steigende Lohnkosten zuletzt ein verlangsamtes Wachstum festzustellen war.“

Auch beim eBooking und beim „Troubleshooting“ sieht Haltmayer die Lufthansa Cargo vorn im Wettbewerb. „Da ist sie wieder, die Kombination aus intelligenten Abläufen und persönlichem Engagement“, sagt Haltmayer.

„Unsere Mitarbeiter haben das Kümmerer-Gen.“

„Auf der Airline-Seite brauchen wir Partner, die genauso ticken.“ Sagt’s und klopft Christopher Biaesch auf die Schulter. „Wir geben uns eben nicht mit halben Sachen zufrieden“, meint der selbstbewusst. „Da ist dann manchmal auch ein bisschen Extraeinsatz gefragt.“

Zum Beispiel, als QCS den Transport der Kronjuwelen des letzten russischen Zaren von St. Petersburg zu einer Ausstellung nach Miami zu organisieren hatte.

Oder als eines Freitagabends in letzter Minute ein tonnenschweres Ersatzteil für einen Fertigungsroboter eines Automobilwerks in Mexiko versendet werden musste. „Die Maschine schien zunächst überbucht.

Aber wir haben dann eine Lösung gefunden. Am Sonntag war der Job erledigt“, erinnert sich Biaesch. „Das Wichtigste dabei war, dass wir ständig den kurzen Draht hatten“, ergänzt Haltmayer.

„Quasi stündlich hat der Kunde bei uns angerufen, und wir konnten ihm jedesmal guten Gewissens sagen, dass die Sache klappen wird.“ 

Der Druck bei diesem Auftrag war enorm, weil ein Bandstillstand drohte. Haltmayer konnte trotzdem der ihm eigenen Gelassenheit treu bleiben.

„Ich wusste: Bei Lufthansa Cargo wird man nicht hektisch, sondern managt die Sache bis zum Ende professionell.“

 

5 Fragen an Stephan Haltmayer.

Was sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale Ihres Unternehmens?
Die Grundlage des QCS-Erfolgs sind unsere Mitarbeiter. Sie verfolgen dieselben Ziele wie die Geschäfts­leitung. Ansonsten heißt unser Motto: Qualität statt Quantität!

Was ist für Sie bei einer Luftfracht-Airline gute Qualität?
Eine Airline braucht eine moderne Infrastruktur, ein großes Streckennetz und gute Kundenbetreuung. Lufthansa Cargo hat das alles und ist Trendsetter im Cargomarkt.

Welches Produkt oder welche Leistung außerhalb der Cargo-Welt zeichnet sich durch besondere Qualität aus?
Mein Porsche, der Mittelstand und Deutschland.

Was bedeutet für Sie Lebensqualität?
Zeit sinnvoll zu nutzen. Dazu zähle ich ausdrücklich auch manchmal ein gutes Glas Rotwein am Kamin.

Welches sind Ihre ganz persönlichen Qualitäten?
Ich will mich immer verbessern und neue Wege gehen. Erfolg ist für mich etwas Langfristiges. Ausdauer und Zuversicht gehören ebenso zu meinen Qualitäten wie meine Risikobereitschaft, ohne die man nichts werden kann.

5 Fragen an Stephan Haltmayer.

Was sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale Ihres Unternehmens?
Die Grundlage des QCS-Erfolgs sind unsere Mitarbeiter. Sie verfolgen dieselben Ziele wie die Geschäfts­leitung. Ansonsten heißt unser Motto: Qualität statt Quantität!

Was ist für Sie bei einer Luftfracht-Airline gute Qualität?
Eine Airline braucht eine moderne Infrastruktur, ein großes Streckennetz und gute Kundenbetreuung. Lufthansa Cargo hat das alles und ist Trendsetter im Cargomarkt.

Welches Produkt oder welche Leistung außerhalb der Cargo-Welt zeichnet sich durch besondere Qualität aus?
Mein Porsche, der Mittelstand und Deutschland.

Was bedeutet für Sie Lebensqualität?
Zeit sinnvoll zu nutzen. Dazu zähle ich ausdrücklich auch manchmal ein gutes Glas Rotwein am Kamin.

Welches sind Ihre ganz persönlichen Qualitäten?
Ich will mich immer verbessern und neue Wege gehen. Erfolg ist für mich etwas Langfristiges. Ausdauer und Zuversicht gehören ebenso zu meinen Qualitäten wie meine Risikobereitschaft, ohne die man nichts werden kann.

 

3 Fragen an Christopher Biaesch.

Was sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale Ihres Unternehmens?
Ob bei Sicherheit, Performance, Kundenzufriedenheit, Produkt­diversifizierung oder Investitionen in die Belegschaft und die Infra­struktur – wir geben bei allen Themen Gas.

Was ist für Sie bei einer Luftfracht-Airline gute Qualität?
Die Qualität einer Airline ist messbar und erlebbar. Generell geht es darum, sich nicht mit halben Sachen zufriedenzugeben und immer 100 Prozent anzustreben. 

Welches Produkt oder welche Leistung außerhalb der Cargo-Welt zeichnet sich durch besondere Qualität aus?
Der Fahrstil von Sebastian Vettel. Er testet die Grenzen aus, überschreitet sie aber selten. Chapeau!

Fotos:

Volker Römer, Ralf Kreuels

planet 1/2012

3 Fragen an Christopher Biaesch.

Was sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale Ihres Unternehmens?
Ob bei Sicherheit, Performance, Kundenzufriedenheit, Produkt­diversifizierung oder Investitionen in die Belegschaft und die Infra­struktur – wir geben bei allen Themen Gas.

Was ist für Sie bei einer Luftfracht-Airline gute Qualität?
Die Qualität einer Airline ist messbar und erlebbar. Generell geht es darum, sich nicht mit halben Sachen zufriedenzugeben und immer 100 Prozent anzustreben.

Welches Produkt oder welche Leistung außerhalb der Cargo-Welt zeichnet sich durch besondere Qualität aus?

Der Fahrstil von Sebastian Vettel. Er testet die Grenzen aus, überschreitet sie aber selten. Chapeau!

 

Fotos:

Volker Römer, Ralf Kreuels

planet 1/2012