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Pharma ist Vertrauenssache.

Der Dienstleister Vetter gehört zu den Weltmarktführern auf seinem Gebiet und arbeitet für die Top Ten der Branche. Eilige Lieferungen an das Zweigwerk in den USA schickt das Pharma-Unternehmen mit Lufthansa Cargo.

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Die Hoffnung Hunderttausender Patienten weltweit lagert in diesen auf vier Grad Celsius heruntergekühlten Regalen. Auf den Paletten und in den Kartons im Zentrum für Optische Kontrolle und Logistik des Pharmadienstleisters Vetter bei Ravensburg befinden sich Spritzen und Arzneifläschchen (Vials) mit Wirkstoffen zur Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose oder Anämie.
Nicht eines der Präparate, das Vetter im Auftrag der großen Pharmafirmen abgefüllt und für den Versand vorbereitet hat, darf auf dem Weg zum Ziel Schaden nehmen – sonst könnte der Therapieerfolg des Patienten in Frankfurt, San Francisco, Nagasaki oder Kapstadt gefährdet sein. Pharma ist Vertrauenssache.

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Das pünktliche Eintreffen wirksamer Medikamente ist oft lebenswichtig. Und Pharma ist global. Deshalb setzt Vetter aus Ravensburg auf die Zusammenarbeit mit Lufthansa Cargo.

Dabei nutzt das Unternehmen neben den Spezial-Produkten Care/td für Gefahrgut und Cool/td für den temperatursensiblen Transport vom Ravensburger Kühllager aus auch Expresslösungen wie td.Flash und Emergency.Solutions. Als zum Beispiel eine Charge für die Produktion dringend benötigten Materials wegen minimaler Qualitätsmängel nicht für die Herstellung freigegeben wurde, drohte ein Termin für die aseptische Abfüllung eines neuen Wirkstoffs in der Zweigstelle in Chicago zu platzen – „mit erheblichen Schadenswerten im sechsstelligen Bereich“, erinnert sich Dr. Michael Schmitz, Bereichsleiter Planung und Logistik bei Vetter.

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Notfall in Chicago: Emergency.Solutions verhindert Schlimmeres.

Als einzige praktikable Lösung des Problems kam für Vetter das Produkt Emergency.Solutions von Lufthansa Cargo infrage. Nachdem Vetter die benötigte Ware noch einmal bei einem anderen Zulieferer besorgen konnte, wurde die Ersatzlieferung nach München gebracht und von dort sofort in die USA geflogen. „Wir hatten in dem Fall Glück im Unglück – die Zeitdifferenz zwischen Europa und den USA verschaffte uns einen zusätzlichen Puffer. So erreichte die Sendung am gleichen Tag Chicago, und wir konnten das Medikament wie geplant abfüllen“, sagt Schmitz. Notfälle sind es auch, wenn bei Kunden bestimmte Medikamente „out of stock“ sind oder Freigabemuster an externe beziehungsweise Kundenlabore verschickt werden müssen.

„In diesen Fällen rechnen wir in Stunden und versuchen, alles Mögliche zu unternehmen, um das Problem auf dem schnellsten Weg zu lösen“, so Schmitz. Wichtiger Ansprechpartner ist Michael G. Butz von Lufthansa Cargo. Als Account Manager Sales am Stuttgarter Flughafen unterstützt und betreut er Vetter bei deren sensiblen Transporten. Die sind auch für ­jemanden wie Butz „eine besonders anspruchsvolle Ebene. Hier zählt das Kundenvertrauen in unsere Leistungen und Möglichkeiten“, betont er. „Rein formal betrachtet ist unser ­Ansprechpartner natürlich immer eine Spedition. Vetters Logistikpartner vor Ort ist die Grieshaber Logistics Group. Aber wir wollen direkt im Kontakt sein für die Klärung grundsätz­licher Fragen und nicht zuletzt, um – für den Fall der Fälle – einen Notfallplan zu entwickeln.“

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Der Versand erfolgt in speziellen Kühlcontainern, den Envirotainern. Sie sind mit individuellen Codes gekennzeichnet, die eine lückenlose Sendungsverfolgung ebenso erlauben wie die Transportdokumentation. Die Temperaturaufzeichnung erfolgt vielfach doppelt, neben den Sensoren von Lufthansa Cargo setzen viele Kunden zusätzlich auch eigene Temperaturmessgeräte ein.

Auch abseits der extrem zeitsensiblen Transporte ist Lufthansa ­Cargo ein wichtiger Logistikpartner für Vetter, zum Beispiel mit Blick auf das Zweigwerk in den USA. Denn in den USA haben die Großen der ­Pharmabranche ihren Hauptsitz. Als Pharmadienstleister unterstützt Vetter diese bereits während der Entwicklung neuer Wirkstoffe. „In Chicago geht es vor allem um Entwicklungen, die oft mehr als zehn Jahre dauern und über mehrere Stufen – sogenannte klinische Phasen – verlaufen“, erklärt Schmitz. „Hier entscheiden sich viele Pharma- und Biotechunternehmen für uns als Partner. Wir können aufgrund unserer Kapazitäten alle Entwicklungsphasen – von der kleinsten klinischen Abfüllung über die Medikamentenzulassung bis zur kommerziellen Marktversorgung – für sie übernehmen.“

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Was immer schnell am Standort Chicago benötigt wird, geht als Luftfracht raus. Das Vetter-­Logistikzentrum Ravensburg ist Luftfrachtsicherheitszone und das Unternehmen als Bekannter Versender akkreditiert. Warum das? „Einerseits reagieren zahlreiche Substanzen oder sogenannte Halbfertigprodukte, die wir versenden, sehr sensibel auf Licht oder Röntgenstrahlen. Außerdem würden bei Kontrollen an einem Flughafen sonst Sendungen geöffnet. Für unsere Kunden wäre das ein Siegelbruch, sie dürften diese Lieferungen aus Gründen der Produktsicherheit nicht mehr annehmen und verwenden“, erklärt Schmitz.

Keimfreie Produktion: Die komplexen Injektionssysteme von Vetter werden zum Teil aus Komponenten zusammengesetzt.

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Um die Produktsicherheit zu gewährleisten, werden Luftfrachttransporte von Vetter im Vorfeld simuliert, wie Claudia Kloos, Logistics Manager bei Vetter International, erklärt: „Wir müssen zum Beispiel sicherstellen, dass die Verschlüsse in Spritzen durch die Druckverhältnisse beim Versand via Luftfracht nicht verrutschen, was zu einer Verunreinigung führen könnte. Also testen wir das zunächst intensiv bei uns. Schließlich schicken wir eine Testsendung auf die Reise. Aber das ist nur ein letzter, zusätzlicher Schritt, der selbstverständlich umfassend dokumentiert wird. Denn an diesem Punkt sind wir schon nahezu sicher, dass das Produkt oder die Verpackung so ausgelegt sind, dass nichts passieren kann.“

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Die Vetter-Story.

Die Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG gehört zu den führenden Unternehmen auf ihrem Gebiet und ist als Dienstleister für die Top Ten der Pharma- und Biotech-Branche sowie zahlreiche kleine und mittelgroße Firmen aktiv. Helmut Vetter begründete 1950 mit der Eröffnung einer Apotheke das heutige Hightech-Unternehmen, dessen Spezialität die Entwicklungsunterstützung und aseptische Abfüllung von Spritzen, Karpulen und Vials (Arzneifläschchen) ist.

Als Partner der Pharmakonzerne verfügt Vetter über profunde Erfahrung in der Verarbeitung hochkomplexer Substanzen. Das Unternehmen unterstützt die Auftraggeber in sämtlichen ­Lebenszyklen eines Medikaments. Vetter ist mit derzeit 3.300 Mitarbeitern an neun Standorten im Raum Ravensburg sowie in Langenargen am Bodensee präsent. Der Entwicklungsstandort in Chicago wurde 2009 erworben und produziert seit 2011. Vetter verfügt derzeit in und um Ravensburg über zwei Logistikstandorte. Die Kapazität des 2012 fertiggestellten Zentrums für Optische Kontrolle und Logistik wird aufgrund hoher Kundennachfrage in den kommenden Jahren mehr als verdoppelt.

www.vetter-pharma.com

Fotos:

Martin Stollberg, Vetter Pharma GmbH

planet 2/2014