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Lebensretter.

Unendlich kostbar: Der Transport von Knochenmark zum Patienten ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Die Uhr tickt, Walter Pszyks Auftrag duldet keinerlei Verzögerung. Die Fracht: Knochenmark – gespendet in einem Krankenhaus in Deutschland, bestimmt für eine Blutkrebspatientin in Seattle im Nordwesten der USA. Walter Pszyk, Geschäftsführer der in time Kuriersysteme & Speditions GmbH aus Mörfelden-Walldorf nahe Frankfurt, ist Experte für den blitzschnellen Transport von Medizin- und Pharmaprodukten wie Impfstoffe, Organe für Transplantationen oder eben Knochenmark, ganz gleich wohin auf der Welt.

Alle 16 Minuten erhält allein in Deutschland ein Mensch die Diagnose Blutkrebs, hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hochgerechnet. Mit „Blutkrebs“ fasst man Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des blutbildenden Systems zusammen, darunter die verschiedenen Formen der Leukämie. Was diese Krankheiten verbindet: „Entartete“ weiße Blutzellen vermehren sich unkontrolliert und stören die Blutbildung.

Das Blut erfüllt seine lebenswichtigen Aufgaben wie das Bekämpfen von Infektionen und den Transport von Sauerstoff nicht mehr. Für viele Patienten ist die einzige Aussicht auf Heilung die Transplantation von Stammzellen. Nur ein Drittel dieser Patienten findet innerhalb der Familien einen Spender, ein Großteil benötigt Stammzellen von einem Nichtverwandten. 

Bei der Spendersuche leistet die DKMS neben 25 anderen Spenderdateien in Deutschland unverzichtbare Hilfe, etwa indem sie Menschen als Spender akquiriert und registriert. Ist der richtige gefunden, werden die Stammzellen entweder direkt aus einer Blutprobe gewonnen. Oder es wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Die logistische Herausforderung: Spender und Patient wohnen selten an ein und demselben Ort. Damit kommen Experten wie Walter Pszyk ins Spiel – und häufig auch Lufthansa Cargo.

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Beim Kurierdienst in time ebenso wie beim Frachtkranich wissen alle: Das Knochenmark muss so schnell wie irgend möglich zum todkranken Empfänger gelangen. Denn zur Vorbereitung der Transplantation wird das Immunsystem des Patienten gezielt zerstört. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper die neuen, gesunden Stammzellen toleriert. Es steigt aber auch der Zeitdruck, sodass der Transport im Flieger oft ein Muss ist, gerade bei einem Interkontinental-Auftrag, wie ihn Walter Pszyks Team heute zu stemmen hat. In einem Pkw des Expresslogistik-Spezialisten, der als voll assoziiertes IATA-Mitglied einen engen Draht zur Cargo-Branche hat, gelangt die kostbare Fracht über die Autobahn rechtzeitig nach Frankfurt (FRA), um von einem Begleitkurier an Bord der 10.35-Uhr-Passagiermaschine der Lufthansa, Flugnummer LH490, nach Seattle (SEA) gebracht zu werden.

Lebensspendend: So lächelt ein Patient, der rechtzeitig eine Knochenmarkspende erhalten und seine Krankheit so gut wie überwunden hat.

Lebensspendend: So lächelt ein Patient, der rechtzeitig eine Knochenmarkspende erhalten und seine Krankheit so gut wie überwunden hat. Ankunft dort: 11.50 Uhr Ortszeit. Die Fracht ist wie ein rohes Ei zu behandeln. Nicht auszudenken, wenn beim Transport etwas schiefginge! Das Knochenmark ist in Blut gelöst, das – abgefüllt in Klarsichtbeutel aus Kunststoff – in einem gepolsterten, vorgekühlten Koffer lagert. Die Umgebungstemperatur muss jederzeit zwischen zwei und acht Grad Celsius liegen, die Ladung darf weder geschüttelt noch am Flughafen geröntgt werden.

Weil alle Beteiligten danach handeln, geht der Transport reibungslos über die Bühne. Auch die Fahrt vom Seattle-Tacoma International Airport bis zur Klinik, in der die Blutkrebs-Patientin liegt, wird in nur 20 Minuten gemeistert. Das Team von in time hat dafür ein Partner-Kurierunternehmen beauftragt. Einer erfolgreichen Infusion steht nichts mehr im Wege. Spätestens jetzt wissen sowohl Walter Pszyk als auch seine Kollegen bei Lufthansa Cargo: Der Aufwand hat sich gelohnt. 

Möchten auch Sie Lebensretter werden? Informationen zur freiwilligen Stammzellenspende gibt es unter anderem auf der Homepage der WestdeutschenSpenderZentrale oder über Facebook.

 

Fotos:

dra Schwartz/iStock, pidjoe/iStock

planet 01/2016

Lebensspendend: So lächelt ein Patient, der rechtzeitig eine Knochenmarkspende erhalten und seine Krankheit so gut wie überwunden hat.Ankunft dort: 11.50 Uhr Ortszeit. Die Fracht ist wie ein rohes Ei zu behandeln. Nicht auszudenken, wenn beim Transport etwas schiefginge! Das Knochenmark ist in Blut gelöst, das – abgefüllt in Klarsichtbeutel aus Kunststoff – in einem gepolsterten, vorgekühlten Koffer lagert. Die Umgebungstemperatur muss jederzeit zwischen zwei und acht Grad Celsius liegen, die Ladung darf weder geschüttelt noch am Flughafen geröntgt werden. Weil alle Beteiligten danach handeln, geht der Transport reibungslos über die Bühne. Auch die Fahrt vom Seattle-Tacoma International Airport bis zur Klinik, in der die Blutkrebs-Patientin liegt, wird in nur 20 Minuten gemeistert. Das Team von in time hat dafür ein Partner-Kurierunternehmen beauftragt. Einer erfolgreichen Infusion steht nichts mehr im Wege. Spätestens jetzt wissen sowohl Walter Pszyk als auch seine Kollegen bei Lufthansa Cargo: Der Aufwand hat sich gelohnt. 

Möchten auch Sie Lebensretter werden? Informationen zur freiwilligen Stammzellenspende gibt es unter anderem auf der Homepage der WestdeutschenSpenderZentrale oder über Facebook.

 

Fotos:

dra Schwartz/iStock, pidjoe/iStock

planet 01/2016