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Fliegt doch!

Der Afrikanische Strauß kann nicht fliegen. An Bord eines anderen großen Vogels gelangt er trotzdem in die Lüfte. „planet“ wirft einen Blick auf seine Reise von der Savanne an die Seine.

In den Sterneküchen von Paris darf ein Vogel nicht fehlen: der Afrikanische Strauß. Das Fleisch des Laufvogels hat sich vom Gourmet-Geheimtipp zum festen Bestandteil der Speisekarte der Haute Cuisine gemausert. In Frankreich erfreut sich Straußenfleisch wachsender Beliebtheit. Es ist ideal für alle, die auf ihre Ernährung achten, da es von Natur aus fettarm und eiweißreich ist. Rund 75 Prozent der weltweiten Exporte der Delikatesse stammen aus Südafrika.

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In der Kleinen Karoo, einer trockenen, von der Sonne verwöhnten Region an der Südspitze Südafrikas, befinden sich die meisten Straußenfarmen des Landes. Dort werden die Strauße in großen Freigehegen in ihrer natürlichen Umgebung gezüchtet. Die Tiere schlüpfen nach 42 Tagen Brutzeit aus dem Ei und erreichen im Alter von rund zwölf Monaten ihr Schlachtgewicht von 70 bis 90 Kilogramm. „In dieser enormen Wachstumsphase ernähren sie sich nur von Kräutern und Gräsern der Savanne, die später den delikaten Geschmack des Fleisches mitbestimmen“, erklärt Ries Dempsey, Marketingleiter von Klein Karoo International, dem größten Straußenfleischexporteur Südafrikas.

Er vermarktet jährlich rund 3.000 Tonnen – produziert in über 250 Straußenfarmen. „Unsere Straußenfarmer verwenden weder Hormone noch Antibiotika bei der Aufzucht“, unterstreicht Dempsey. „Wir unterhalten insgesamt drei spezielle Schlachthöfe nur für den Export. Die produzieren für unsere anspruchs­vollen Kunden in Europa und auf der ganzen Welt nach strengsten Hygienevorschriften.“ Staatliche Veterinäre kontrollieren die Aufzucht und Schlachtung ebenso wie EU-Beauftragte, die regelmäßig die Einhaltung der vorgegebenen Richtlinien überprüfen. „Wir sind seit über 65 Jahren am Markt, aber das Geschäft hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, gibt Dempsey zu.

Früher exportierte Klein Karoo International meist rohes Straußenfleisch in großen Stücken – heute wird das Fleisch häufig küchenfertig portioniert, scharf angebraten und auf eine Innentemperatur von 70 Grad erhitzt. Im Anschluss wird es vakuum­verpackt und tiefgefroren. Das sorgt dafür, dass das Fleisch haltbar und gleichzeitig stets saftig und zart bleibt. Doch für Dempsey geht nichts über frisches Straußenfleisch: „Tiefgefrorenes Fleisch ist praktisch – der Versand über den Seeweg günstig. Aber die besten Stücke frieren wir nicht ein.“ Stattdessen werden sie direkt nach der Schlachtung in Vakuumbeutel eingeschweißt und in spezielle Zehn-Kilo­gramm-Kühlkartons verpackt.

Von den Straußenschlachthöfen in Oudtshoorn, rund 400 Kilometer östlich von Kapstadt, geht es dann im Lkw mit Kühlauflieger über staubige Pisten nach Johannesburg. Auf dem Gelände des O.R. Tambo International Airport (JNB) findet sich immer ein kühles Plätzchen für die schmackhafte Fracht.
    
Als Fresh/td-Sendung erwartet das Fleisch den Abflug in Richtung der Hauptmärkte Frankreich und Deutschland. Sieben Tage pro Woche hebt der Afrikanische Strauß gen Europa ab. Entweder mit einer MD-11F oder im Belly des größten Vogels der Welt: im Airbus A380-800 von Johannesburg nach Frankfurt.

Am deutschen Luftfrachtdrehkreuz angekommen, wird die Ware ins Lufthansa Cargo Perishable Center gebracht und in einen Kühl-Lkw umgeschlagen. So erreicht das Straußenfleisch seinen Bestimmungsort, den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (CDG), schnell per Road Feeder Service (RFS). Die Entfernung zum Abflugort Johannesburg: stolze 8.750 Kilometer – und trotzdem kommt das Fleisch frisch auf den Tisch!

Fotos:

Klein Karoo Proprietary International, Mauritius Images / Dirk Bleyer

planet 2/2015

Früher exportierte Klein Karoo International meist rohes Straußenfleisch in großen Stücken – heute wird das Fleisch häufig küchenfertig portioniert, scharf angebraten und auf eine Innentemperatur von 70 Grad erhitzt. Im Anschluss wird es vakuum­verpackt und tiefgefroren. Das sorgt dafür, dass das Fleisch haltbar und gleichzeitig stets saftig und zart bleibt. Doch für Dempsey geht nichts über frisches Straußenfleisch: „Tiefgefrorenes Fleisch ist praktisch – der Versand über den Seeweg günstig. Aber die besten Stücke frieren wir nicht ein.“ Stattdessen werden sie direkt nach der Schlachtung in Vakuumbeutel eingeschweißt und in spezielle Zehn-Kilo­gramm-Kühlkartons verpackt.

Von den Straußenschlachthöfen in Oudtshoorn, rund 400 Kilometer östlich von Kapstadt, geht es dann im Lkw mit Kühlauflieger über staubige Pisten nach Johannesburg. Auf dem Gelände des O.R. Tambo International Airport (JNB) findet sich immer ein kühles Plätzchen für die schmackhafte Fracht.

Als Fresh/td-Sendung erwartet das Fleisch den Abflug in Richtung der Hauptmärkte Frankreich und Deutschland. Sieben Tage pro Woche hebt der Afrikanische Strauß gen Europa ab. Entweder mit einer MD-11F oder im Belly des größten Vogels der Welt: im Airbus A380-800 von Johannesburg nach Frankfurt.

Am deutschen Luftfrachtdrehkreuz angekommen, wird die Ware ins Lufthansa Cargo Perishable Center gebracht und in einen Kühl-Lkw umgeschlagen. So erreicht das Straußenfleisch seinen Bestimmungsort, den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (CDG), schnell per Road Feeder Service (RFS). Die Entfernung zum Abflugort Johannesburg: stolze 8.750 Kilometer – und trotzdem kommt das Fleisch frisch auf den Tisch!

 

Fotos:

Klein Karoo Proprietary International, Mauritius Images / Dirk Bleyer

planet 2/2015