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Wer bohrt, kommt weiter.

Kürzere Fahrtzeiten, Impulse für die Wirtschaft – Tunnel können die Lebensbedingungen von Menschen in vielen Regionen der Welt verbessern. Dabei kommen gigantische Bohrmaschinen des Marktführers Herrenknecht zum Einsatz. Der sich erstaunlich oft auf einen zuverlässigen Partner in der Luftfracht verlassen muss.
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Wer von der Istanbuler Handelskammer am Goldenen Horn zum Hafen auf der asiatischen Seite gelangen will, musste noch vor Kurzem anderthalb Stunden „Stop & Go“ einkalkulieren. Seit Ende Dezember schaffen Autofahrer die Strecke in nur 15 Minuten. Denn: Kurz vor dem Jahreswechsel wurde der doppelstöckige Eurasia-Tunnel in der 14-Millionen-Einwohner-Metropole für den Verkehr freigegeben. Das ingenieurtechnische Meisterwerk 106 Meter unter dem Meer entlastet die chronisch verstopften Brücken über den Bosporus nachhaltig.

Ebenfalls seit Dezember hat sich die Bahnreise zwischen Zürich und Mailand deutlich verkürzt: Morgens in der Limmatstadt in den Zug steigen und mittags in Mailand shoppen – das ist jetzt möglich. Zudem muss sich kein Zug mehr im Schneckentempo über die alte Gotthardtrasse quälen. Vier Herrenknecht-Hartgesteinmaschinen bohrten dafür mehr als 85 Kilometer der zwei je 57 Kilometer langen Hauptröhren.
 

Regionen wachsen zusammen, Menschen erreichen ihre Arbeitsstellen schneller, der Handel wird erleichtert, die Umwelt geschont. Ob Bosporus oder Alpenmassiv: Geografische Barrieren lassen sich heute in vielen Fällen mit modernen Tunnelbauwerken überwinden. Dabei übernehmen kleine genauso wie gigantische Bohrmaschinen von Herrenknecht überall auf der Welt eine Schlüsselfunktion. Zügig arbeitet sich ihr rotierendes, mit sogenannten Schälmessern und Schneidrollen bestücktes Schneidrad durch den vorausliegenden Untergrund. Der dabei entstehende Abraum wird über Förderbänder abtransportiert oder über eine Förderleitung abgepumpt. Abhängig vom Maschinentyp werden im Schutz des Schildmantels der Bohrmaschine zudem Stahlbetonteile zu einem neuen Tunnelring gefügt. So verlängert sich Ring für Ring der Tunnelrohbau.

Firmenchef Martin Herrenknecht und sein Team aus Ingenieuren, Maschinenführern, Geologen und über 90 anderen Professionen scheinen keine Schwierigkeit zu scheuen: Bei der Bosporus-Querung musste der Riesenbohrer beispielsweise elf Bar Wasserdruck standhalten. Eine besondere Herausforderung bestand darin, ein Schneidrad zu entwickeln, das einen Wechsel der Abbauwerkzeuge auch bei dem enormen Druck sicher von innen ermöglicht.

Die Lösung waren unter atmosphärischen Bedingungen begehbare Schneidradarme und ein eigens entwickeltes Schleusensystem für die Werkzeuge. Am Gotthard wiederum machten instabile Schichten im Inneren des Berges den Tunnelbauern zu schaffen. Trotzdem waren die mit dem Bau beauftragten Unternehmen fast ein Jahr vor Plan fertig, weil sich die vier Riesenbohrer namens Sissi, Heidi, Gabi 1 und Gabi 2 im Vortrieb nicht nur äußerst zuverlässig, sondern auch mit einem Geschwindigkeitsrekord von 56 Metern am Tag durch den Untergrund fraßen. Insgesamt förderten die mehrere Hundert Meter langen Gripper- Maschinen 13,5 Millionen Kubikmeter Material aus dem Alpenmassiv. Das entspricht dem fünffachen Volumen der Cheopspyramide.

Auf 3.100 abgeschlossene Projekte in 80 Ländern kann Herrenknecht zurückblicken. 5.000 Mitarbeiter sind heute für das 1977 gegründete Unternehmen weltweit tätig. Neue Auto-, Bahn- und Metrotunnel gehören genauso zu den Anwendungsbereichen wie der Ausbau der Versorgungsund Entsorgungsinfrastruktur für Abwasser, Frischwasser, Elektrizität, Öl und Gas.

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Die Vortriebsmaschinen von Herrenknecht unterqueren Berge, Flüsse und Meerengen – und dicht besiedelte Gebiete Das zeigen Großprojekte aus der jüngsten Vergangenheit. 21 Herrenknecht-Bohrmaschinen realisierten in Doha, Katar, ein Projekt der Extraklasse: Nur 26 Monate betrug die Bauzeit für die 111 Kilometer Metrolinien. Rekordverdächtig auch „Crossrail London“ – eine neue Eisenbahnlinie quer durch die lebhafte Metropole. Zwischen Abwasserkanälen, Gaspipelines und U-Bahn-Trassen bohrten sich sechs Erddruckschilde und zwei Mixschilde präzise und sicher voran. So schuf Herrenknecht die Grundlage einer neuen schnellen Bahnverbindung für jährlich 200 Millionen Passagiere zwischen Heathrow im Westen und Abbey Wood im Osten.

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Modul für Modul auf die Baustelle

Herrenknecht-Tunnelbohrmaschinen (TBM) sind in der Regel Unikate, insbesondere, wenn große Durchmesser notwendig werden. Design, Fertigung und Montage der teils mehrere Hundert Meter langen, aus vielen Tausend Einzelteilen bestehenden Giganten kann daher bis zu einem Jahr dauern. Nach umfangreichen Tests und der Abnahme durch den Kunden muss das riesige Hightechgerät natürlich noch an seinen Einsatzort gebracht werden. In möglichst große Komponenten zerlegt macht es sich auf die Reise. „Die Transport- und Logistikanforderungen müssen schon in der Entwicklungsphase mitgedacht werden“, erläutert Josef Gruseck, Mitglied der Herrenknecht-Geschäftsleitung.

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2.000 Tonnen Fracht pro Jahr

„In einem Fall kann ein TBM-Schild aus einem Stück gefertigt werden, weil es als Großcolli nur wenige Kilometer mit dem Lkw zu überbrücken hat. In einem anderen kann dasselbe Bauteil aufgrund seiner Größe, der Transportroute und der Gegebenheiten auf der Baustelle nur in Segmenten zum Einsatzort gelangen. Wir konstruieren die TBM so, dass baustellenseitige und transportbedingte Größen- und Gewichtsvorgaben eingehalten werden. Deshalb sitzen unsere Transport experten bei jedem Großprojekt von Beginn an mit den Ingenieuren an einem Tisch.“

Lkw, Containerschiff, Flugzeug – Herrenknecht weiß die Vorteile jedes Verkehrsträgers zu nutzen. „Luftfracht ist integraler Bestandteil unserer Logistik. Etwa 2.000 Tonnen sind es im Durchschnitt pro Jahr“, so Gruseck weiter.

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„Ihr kommt bei der Beschaffung ebenso eine wichtige Rolle zu wie beim Transport, insbesondere der Ersatzteilversorgung der Baustellen. TBM sind hochkomplexe Systeme, deren Leistungsfähigkeit auch von einer bedarfs- und termingerechten Versorgung mit Ersatz- und Verschleißteilen abhängt.“ Rainer Siegenführ, Versandleiter bei Herrenknecht in Schwanau erläutert: „Wir sorgen dafür, dass umgehend benötigte Teile so schnell wie möglich vor Ort eintreffen. Mit weltweiten Servicestandorten sind wir zwar nah am Kunden, dennoch müssen wir oft schnell reagieren.“ Dabei kann es sich um unterschiedlichste Teile handeln, von einem Gramm leichten O-Ringen bis zu 32 Tonnen schweren Hauptlagern.
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Perfekter Service bei td.Pro

Beim Transport von Gefahrgut verlässt sich Herrenknecht auf Lufthansa Cargo – „wegen der Qualität und Zuverlässigkeit in der Abwicklung der Gefahrgutsendungen“, so Peter Buss, der auf eine langjährige Erfahrung in der Speditionsbranche zurückblicken kann. Bei Herrenknecht arbeitet er bereits seit 15 Jahren und ist auf den Bereich Luftfracht spezialisiert. Neben den Servicestützpunkten betreibt Herrenknecht lokale Fertigungs- und Montagestandorte – beispielsweise im südchinesischen Guangzhou – die kontinuierlich im regen Austausch mit der Zentrale in Deutschland stehen. Verschiedene Kernkomponenten werden am Hauptsitz in Deutschland gefertigt und dorthin transportiert. Je nach Standort der Baustellen versendet Herrenknecht zwischen 60 und 80 Prozent der Luftfracht über den Spediteur Streck Transport aus Freiburg und Lufthansa Cargo. „Das Gros der Sendungen wird mit td.Pro verschickt“, berichtet Peter Buss.

 „Auch bei Standardsendungen ist es uns wichtig, dass wir immer den direkten Kontakt zu den Entscheidern beim Spediteur und beim Carrier haben. Bei Streck und bei Lufthansa Cargo ist das der Fall.“ Michael Engelhart, Verkaufsleiter von Lufthansa Cargo in Baden-Württemberg, kümmert sich mit Alex Witzigmann von Streck um alle Herrenknecht-Belange. „Wir kommen alle aus der Region, sprechen eine gemeinsame Sprache und haben dieselbe Einstellung: Erst wenn ein Transport erfolgreich abgeschlossen ist, wird Feierabend gemacht“, so Witzigmann. „Herrenknecht ist ein faszinierender Kunde“, so Engelhart. „Ob U-Bahn-Bau in China oder Pipelineverlegung in Brasilien: Man ist immer Teil von etwas sehr viel Größerem.“  

 

 Qualität und Zuverlässigkeit sind nicht die einzigen Argumente für einen Transport mit Lufthansa Cargo: „In vielen Fällen ist es schlicht wirtschaftlicher, ein Bauteil zu fliegen“, so Josef Gruseck. Und immer haben die Anforderungen des Kunden höchste Priorität, egal ob bei kleineren Pipelinebaustellen oder bei hochkomplexen Megaprojekten wie dem Metrobau in Doha mit 21 großen Tunnelbohrern und mehreren internationalen Bau-Joint-Ventures. Gruseck: „Von unseren Maschinen wird generell eine sehr hohe Verfügbarkeit verlangt. Da muss es manchmal ganz schnell gehen.“ 


www.herrenknecht.com

Fotos:

Herrenknecht und Matthias Aletsee

Pioniere aus Deutschland

Pioniere aus Deutschland

Als einziges Unternehmen liefert Herrenknecht moderne Tunnelbohranlagen für alle Baugründe und alle Durchmesser von zehn Zentimeter bis 19 Meter. Die Produktpalette umfasst Maschinen zum Bau von Verkehrstunneln sowie von Ver- und Entsorgungstunneln wie Pipelines und Abwasserkanälen. Herrenknecht bietet integrierte Gesamtlösungen mit projektspezifischen Equipment- und Servicepaketen. Neben den Tunnelbohrmaschinen werden Seperationsanlagen, Förderbänder, Navigationssysteme, Rolling-Stock-Systeme und ganze Tübbingfabriken geliefert. Das Unternehmen entwickelt zudem Anlagen für das Abteufen vertikaler Schächte bis in große Tiefen und um Schrägschächte aufzufahren. Außerdem im Portfolio: Bohranlagen, die bis in 8.000 Meter Tiefe vordringen. Der Herrenknecht-Konzern erwirtschaftete 2015 nahezu 1,3 Milliarden Euro Umsatz, beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter und ist weltweit mit 76 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften vertreten.