Story Image

Von –20°C bis +30°C.

Mit dem Service Cool/td-Active ermöglicht Lufthansa Cargo temperaturgeführte Transporte vom Versender bis zum Empfänger. Ein Schlüssel zum Erfolg des Competence Center Temperature Control (CCTC) sind die „Unicooler“ genannten Kühl-Heiz-Container. Darin kommen etwa dringend benötigte Impfstoffe zügig nach Washington. Oder in alle Welt.

In Marburg laufen die Telefondrähte heiß. Es ist Impfsaison auf der nördlichen Halbkugel, Krankenhäuser und Ärzte müssen einen Patientenansturm bewältigen. An diesem Freitagnachmittag rufen außergewöhnlich viele Kunden aus den USA bei dem Pharmaunternehmen an, das bestimmte Seren nur in Marburg herstellt. Für die ganze Welt.

Story Image

Die Reaktion erfolgt prompt: Der Hausspediteur wird beauftragt, einen dringenden Transport nach Washington zu organisieren. Dort checkt man gleich die Kapazitäten bei Lufthansa Cargo. Grünes Licht! Auch für das passende Transportbehältnis für das hochsensible Gut: Die Impfstoffe müssen bei zwei bis acht Grad Celsius befördert werden, damit sie ihre Wirkung behalten. Diese Lösung hat einen Namen: Cool/td-Active – der Lufthansa Cargo-Service für temperaturgeführte Transporte.

Der Fahrer der Spedition steigt gegen 18 Uhr in seinen Truck, um vier Unicooler – spezielle Kühl-Heiz-Container – beim Competence Center Temperature Control (CCTC) von Lufthansa Cargo am Frankfurter Flughafen abzuholen. Zwei Stunden später belädt er die Hightech-Container in Marburg mit dem Impfstoff.

Story Image

Am nächsten Morgen geht es weiter: Um 6 Uhr passiert der Truck mit den Unicoolern das Sicherheitstor und liefert sie beim Perishables Center von Lufthansa Cargo ab. Das Team von Karin Krestan, Senior Handling Manager im CCTC, nimmt sich der empfindlichen Fracht an. „Wir sorgen dafür, dass die Sendungen gemäß den Vorgaben der Temperaturführung bis zum Abflug so sorgsam und zügig wie möglich behandelt werden“, so Krestan. „Außerdem behalten wir jeden einzelnen Transport von der Buchung bis zur Auslieferung im Auge.“

Pünktlich um 13 Uhr startet die Boeing 747 mit der Flugnummer LH 418 am Frankfurter Flughafen und landet um 15.50 Uhr auf dem Dulles International Airport in Washington. Kurz darauf kann die Spedition mit der Verteilung des Impfstoffs beginnen – zum Wohle der Patienten.

Story Image

Neben der Sorgfalt des Handlingteams spielen die Kühl-Heiz-Container eine Schlüsselrolle im standardisierten Prozess von Cool/td-Active. Mehr als 240 dieser Unicooler stellt Lufthansa Cargo seinen Kunden zur Verfügung. Von Monat zu Monat werden es mehr. Es gibt die intelligenten Behälter in zwei Größen: In den RAP passen bis zu fünf Europaletten, in den RKN eine. In der Regel wird die Ware beim Kunden selbst im Container verstaut und dann mit einem Thermo-Lkw zum Flughafen gefahren. Sofern die Länderbestimmungen es erlauben, bringen Spediteure die Sendung auch am Empfangsort samt Container zum Kunden, damit die Temperaturführung nicht unterbrochen wird.

Auf Werte zwischen –20 und +30 Grad Celsius kann die Temperatur im Inneren der Container eingestellt werden. Ein autonomes Kühl- und Heizsystem hält die Temperatur weitgehend konstant – ganz gleich, ob draußen Hitze oder Frost herrscht. Lufthansa Cargo strebt eine Abweichung von nicht mehr als plus/minus drei Grad Celsius von der voreingestellten Temperatur an. Meist schwankt die Temperatur um weniger als ein Grad – so fein abgestimmt arbeiten Kühlung und Heizung.

Story Image

Manchmal müssen die Container auf einer einzelnen Tour Schwerstarbeit leisten. „Zum Beispiel wenn sie im Winter in Chicago bei –15 Grad starten und in Dubai bei +40 Grad ausgeliefert werden“, erzählt Hans-Peter Justus, Senior Product Manager für Cool/td im CCTC. „Für unsere Kühl-Heiz-Container sind solche extremen Temperaturspannen in der Außenwelt kein Problem – solange ihre Akkus gut gefüllt sind und die gewünschte Gradzahl richtig eingestellt ist.“ Mitarbeiter der Lufthansa Cargo überprüfen deshalb vor dem Abflug noch einmal die richtige Programmierung des Containers.

Story Image

Arzneimittelgrundstoffe, Seren, hochentwickelte Präparate zur Bekämpfung von Krebs oder eben Impfstoffe dulden in der Regel nur sehr geringe Temperaturschwankungen. Sonst verändert sich ihre molekulare Struktur und sie verderben. Eine große Verantwortung, der sich alle Beteiligten bewusst sind.

„Wir haben nicht nur eine professionelle Verpflichtung, unseren Job so optimal wie möglich zu erledigen, sondern auch eine moralische“, sagt Christopher Dehio, Senior Key Account Manager im CCTC. „Jeder Mensch, der zum Arzt geht und ein Arzneimittel verabreicht bekommt, sollte sich darauf verlassen können, dass die Qualität "Eins A" ist.“

Story Image

Durchgängiges Temperaturprotokoll - Entsprechend streng werden die Sendungen überwacht: Neben dem Hersteller selbst, der die Temperatur seiner Ware mit Dataloggern kontinuierlich protokolliert, schreibt auch der Kühl-Heiz-Container von Lufthansa Cargo die Temperatur in seinem Inneren mit.

Story Image

Für die Pharmahersteller ein wichtiger Qualitäts­nachweis, den immer häufiger auch staatliche Stellen in den Empfängermärkten einfordern. Temperatur ist das eine, Geschwindigkeit das andere.

Das wissen auch die Kollegen von der Fraport, die keine Zeit verlieren und den Transport der Unicooler zum Flieger übernehmen. Rund ein Drittel dieser Container wird in den Frachtern der Lufthansa Cargo versendet, zwei Drittel fliegen mit den Widebodys der Lufthansa – große Passagiermaschinen wie der Airbus A340, die Boeing 747 und bald auch der A380, die von Frankfurt und München aus in alle Welt starten.

89 Stationen hat Lufthansa Cargo für den Umgang mit Kühl-Heiz-Containern ausgerüstet. Tendenz steigend. Geschulte Mitarbeiter müssen an beiden Enden der Transportkette bereitstehen. Sie kümmern sich um Trockeneis für die Kühlung, Steckdosen zum Aufladen der Container und um beschleunigte Prozesse. Ein so kompetentes und weltumspannendes Netzwerk bietet kein anderer Carrier. Selbst die Piloten erfahren ganz genau, was sich wo in ihren Laderäumen befindet, damit nicht nur die Passagiere, sondern auch die Frachtsendungen unversehrt ankommen.

Interessant ist Cool/td-Active deshalb nicht nur für die Pharmaindustrie, sondern auch für andere Wirtschaftszweige. So werden mittlerweile temperaturempfindliche Hightech-Geräte ebenso mit Unicoolern auf die Reise geschickt wie wertvolle Chemikalien, Lacke oder Harze. Sie alle wären mit Kühlung allein nicht zu transportieren.

Manche Klebstoffe, wie sie zum Beispiel für Fügetechniken in der Luftfahrtindustrie verwendet werden, dürfen nur zwischen +20 und +28 Grad Celsius versendet werden, andernfalls beginnen sie abzubinden. Kühltransporte in der Luftfracht gibt es schon so lange, wie ausgemusterte DC3 nach dem Zweiten Weltkrieg frisch gefangenen Tunfisch aus dem Südpazifik eisgekühlt nach Kalifornien geflogen haben.

Luftfrachtsendungen für hochentwickelte Industriekunden innerhalb enger Temperaturmargen zu fliegen ist dagegen Neuland. Mit Cool/td-Active bewegt sich Lufthansa Cargo sicher auf diesem Terrain. Und bietet Spediteuren und Industrie auch bei besonders temperatursensiblen Gütern neue Möglichkeiten, ihre weltweiten Lieferketten zu organisieren.

www.lufthansa-cargo.de

Ob Außentemperatur, Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Batteriestatus oder der Zustand der Türen – ein in den Kühl-Heiz-Container eingebautes System von Sensoren protokolliert kontinuierlich während des gesamten Transports alle für die Qualität der Temperaturführung relevanten Daten

Eine ausgeklügelte Technik ermöglicht es, dass die Temperatur im Innenraum der Kühl-Heiz-Container von Lufthansa Cargo gemäß der Voreinstellung weitgehend konstant bleibt. Mitgeführtes Trockeneis und ein elektronisches Heizsystem arbeiten dabei Hand in Hand.

Lufthansa Cargo strebt an, dass die Abweichung von der Voreinstellung nicht mehr als plus/minus drei Grad Celsius beträgt.

Vorbereitete Programme gewährleisten eine einfache und schnelle Bedienung: Programm 1 ist geeignet für Güter, die zwischen +2 Grad und +8 Grad Celsius transportiert werden müssen. Hier wird der Mittelwert +5 Grad Celsius eingestellt. Das Programm 2 wurde für Waren entwickelt, die während des Transports eine Temperatur von +15 Grad bis +25 Grad Celsius benötigen. Hier wird mit +20 Grad ebenfalls der Mittelwert eingegeben. Das Programm 3 schließlich ermöglicht eine variable Temperaturwahl von –20 Grad bis +30 Grad Celsius.

Cooles Netzwerk.

Weltweit können mittlerweile 89 Stationen mit Kühl-Heiz-Containern der Lufthansa Cargo bedient werden. Tendenz steigend.

Bei der Disposition der 240 Kühl-Heiz-Container der Lufthansa Cargo ist Flexibilität gefordert, denn die 120 RKN und 120 RAP werden von Pharma- und Hightechindustrie stark nachgefragt. Gemeinsam mit einem Spezialistenteam aus Sharjah disponiert das Produktmanagement des Competence Center Temperature Control (CCTC) die begehrten Container zuverlässig für Kunden in aller Welt.

Interessant ist Cool/td-Active deshalb nicht nur für die Pharmaindustrie, sondern auch für andere Wirtschaftszweige. So werden mittlerweile temperaturempfindliche Hightech-Geräte ebenso mit Unicoolern auf die Reise geschickt wie wertvolle Chemikalien, Lacke oder Harze. Sie alle wären mit Kühlung allein nicht zu transportieren.

Manche Klebstoffe, wie sie zum Beispiel für Fügetechniken in der Luftfahrtindustrie verwendet werden, dürfen nur zwischen +20 und +28 Grad Celsius versendet werden, andernfalls beginnen sie abzubinden. Kühltransporte in der Luftfracht gibt es schon so lange, wie ausgemusterte DC3 nach dem Zweiten Weltkrieg frisch gefangenen Tunfisch aus dem Südpazifik eisgekühlt nach Kalifornien geflogen haben.

Luftfrachtsendungen für hochentwickelte Industriekunden innerhalb enger Temperaturmargen zu fliegen ist dagegen Neuland. Mit Cool/td-Active bewegt sich Lufthansa Cargo sicher auf diesem Terrain. Und bietet Spediteuren und Industrie auch bei besonders temperatursensiblen Gütern neue Möglichkeiten, ihre weltweiten Lieferketten zu organisieren.

www.lufthansa-cargo.de

Ob Außentemperatur, Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Batteriestatus oder der Zustand der Türen – ein in den Kühl-Heiz-Container eingebautes System von Sensoren protokolliert kontinuierlich während des gesamten Transports alle für die Qualität der Temperaturführung relevanten Daten.

Eine ausgeklügelte Technik ermöglicht es, dass die Temperatur im Innenraum der Kühl-Heiz-Container von Lufthansa Cargo gemäß der Voreinstellung weitgehend konstant bleibt. Mitgeführtes Trockeneis und ein elektronisches Heizsystem arbeiten dabei Hand in Hand.

Lufthansa Cargo strebt an, dass die Abweichung von der Voreinstellung nicht mehr als plus/minus drei Grad Celsius beträgt.

Vorbereitete Programme gewährleisten eine einfache und schnelle Bedienung: Programm 1 ist geeignet für Güter, die zwischen +2 Grad und +8 Grad Celsius transportiert werden müssen. Hier wird der Mittelwert +5 Grad Celsius eingestellt. Das Programm 2 wurde für Waren entwickelt, die während des Transports eine Temperatur von +15 Grad bis +25 Grad Celsius benötigen. Hier wird mit +20 Grad ebenfalls der Mittelwert eingegeben. Das Programm 3 schließlich ermöglicht eine variable Temperaturwahl von –20 Grad bis +30 Grad Celsius.

Cooles Netzwerk.

Weltweit können mittlerweile 89 Stationen mit Kühl-Heiz-Containern der Lufthansa Cargo bedient werden. Tendenz steigend.

Bei der Disposition der 240 Kühl-Heiz-Container der Lufthansa Cargo ist Flexibilität gefordert, denn die 120 RKN und 120 RAP werden von Pharma- und Hightechindustrie stark nachgefragt. Gemeinsam mit einem Spezialistenteam aus Sharjah disponiert das Produktmanagement des Competence Center Temperature Control (CCTC) die begehrten Container zuverlässig für Kunden in aller Welt.    

Story Image

„Das Netz lebt!“

Interview mit Gabie Hartmann, Consultant Global Cool Container System im Product Management für Cool/td des Competence Center Temperature Control (CCTC).

Was ist Ihre Aufgabe im CCTC?
Gabie Hartmann: Ich manage akute Netzthemen und achte darauf, dass genug Container an den Orten vorrätig sind, an denen die Kunden sie gerade brauchen. Dabei unterstützt mich ein Spezialistenteam der Lufthansa Cargo, das in Sharjah sitzt und von dort aus den Umlauf aller Cool/td-Active-Container koordiniert. Sämtliche Order laufen über Sharjah. Acht Mitarbeiter disponieren die 240 Kühl-Heiz-Container und die über 4.000 reinen Kühlcontainer, die weltweit für Cool/td-Active unterwegs sind.

Was passiert mit den Containern nach Ankunft am Zielflughafen? 
Gabie Hartmann: Wenn es die Länderbestimmungen zulassen, stellen wir sie unseren Kunden auch darüber hinaus zur Verfügung. Um eine geschlossene Kühlkette vom Versender bis zum Empfänger zu ermöglichen, ist der Rückgabezeitpunkt wichtig. In der Regel mieten die Kunden einen Container für vier Tage oder 96 Stunden. Die 96-Stunden-Regelung hat für die Kunden den Vorteil, dass sich die Mietzeit nicht durch Zeitzonen verkürzt – wichtig zum Beispiel bei Transporten aus den USA nach Asien. Aber auch längere Mietfristen sind möglich. Wenn die Container bei der Rückgabe überfällig sind, dann macht uns das ULD-Management in Sharjah darauf aufmerksam und es werden Zusatzgebühren erhoben. An manchen Stationen haben wir für spezielle Shipper einen sogenannten Container Stock. So kompensieren wir eventuelle Unregelmäßigkeiten im Container-Umlauf und minimieren Versorgungsengpässe beim Kunden. Mit diesem System lassen sich zudem kurzfristige Kapazitätsspitzen auffangen.

Man sagt Ihnen nach, Sie wüssten so gut wie immer, wo auf der Welt sich jeder einzelne der 240 Kühl-Heiz-Container gerade befindet...
Gabie Hartmann: Ja, das stimmt. Die Container sind kundenseitig enorm nachgefragt. Da ist es normal, dass ich ihren aktuellen Standort nicht nur am Rechner ablesen kann, sondern auch im Kopf behalte. Am meisten Spaß macht es mir aber zu schauen, wie man die erforderliche Menge an Containern zur rechten Zeit am rechten Ort hat. Verspätet sich zum Beispiel ein Flug aus FRA, dann sehe ich, ob ich die Container über München bereitstellen kann. Ich muss immer wieder neue Routen ausarbeiten. Außerdem sind die Verkehrsströme extrem unpaarig. Mit anderen Worten: Von vier nach Flugziel A gesendeten Kühl-Heiz-Containern kommt, wenn überhaupt, höchstens einer zeitnah mit Kühlfracht bestückt zurück. Für die Umlaufplanung und die Container-Logistik ist das eine der spannendsten Herausforderungen.

Derzeit hat Lufthansa Cargo 89 Stationen für das Handling von Kühl-Heiz-Containern. Wann knacken Sie die 100?
Gabie Hartmann: Vielleicht noch in diesem Jahr – das Netz lebt! Der Vertrieb und die Key Account Manager von Lufthansa Cargo steuern die Bedarfe der Industrie dem Product Management zu. Das Netz der Lufthansa und der Lufthansa Cargo passt sich laufend der Gesamtnachfrage an, die Zahl der eingesetzten Flugzeuge kann sich sehr schnell ändern, ein Flugziel kann auch mal zugunsten eines anderen ganz aus dem Flugplan gestrichen werden. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

Fotos:

Matthias Just

planet 1/2010

Was ist Ihre Aufgabe im CCTC?
Gabie Hartmann: Ich manage akute Netzthemen und achte darauf, dass genug Container an den Orten vorrätig sind, an denen die Kunden sie gerade brauchen. Dabei unterstützt mich ein Spezialistenteam der Lufthansa Cargo, das in Sharjah sitzt und von dort aus den Umlauf aller Cool/td-Active-Container koordiniert. Sämtliche Order laufen über Sharjah. Acht Mitarbeiter disponieren die 240 Kühl-Heiz-Container und die über 4.000 reinen Kühlcontainer, die weltweit für Cool/td-Active unterwegs sind.

Was passiert mit den Containern nach Ankunft am Zielflughafen? 
Gabie Hartmann: Wenn es die Länderbestimmungen zulassen, stellen wir sie unseren Kunden auch darüber hinaus zur Verfügung. Um eine geschlossene Kühlkette vom Versender bis zum Empfänger zu ermöglichen, ist der Rückgabezeitpunkt wichtig. In der Regel mieten die Kunden einen Container für vier Tage oder 96 Stunden. Die 96-Stunden-Regelung hat für die Kunden den Vorteil, dass sich die Mietzeit nicht durch Zeitzonen verkürzt – wichtig zum Beispiel bei Transporten aus den USA nach Asien. Aber auch längere Mietfristen sind möglich. Wenn die Container bei der Rückgabe überfällig sind, dann macht uns das ULD-Management in Sharjah darauf aufmerksam und es werden Zusatzgebühren erhoben. An manchen Stationen haben wir für spezielle Shipper einen sogenannten Container Stock. So kompensieren wir eventuelle Unregelmäßigkeiten im Container-Umlauf und minimieren Versorgungsengpässe beim Kunden. Mit diesem System lassen sich zudem kurzfristige Kapazitätsspitzen auffangen.

Man sagt Ihnen nach, Sie wüssten so gut wie immer, wo auf der Welt sich jeder einzelne der 240 Kühl-Heiz-Container gerade befindet...
Gabie Hartmann: Ja, das stimmt. Die Container sind kundenseitig enorm nachgefragt. Da ist es normal, dass ich ihren aktuellen Standort nicht nur am Rechner ablesen kann, sondern auch im Kopf behalte. Am meisten Spaß macht es mir aber zu schauen, wie man die erforderliche Menge an Containern zur rechten Zeit am rechten Ort hat. Verspätet sich zum Beispiel ein Flug aus FRA, dann sehe ich, ob ich die Container über München bereitstellen kann. Ich muss immer wieder neue Routen ausarbeiten. Außerdem sind die Verkehrsströme extrem unpaarig. Mit anderen Worten: Von vier nach Flugziel A gesendeten Kühl-Heiz-Containern kommt, wenn überhaupt, höchstens einer zeitnah mit Kühlfracht bestückt zurück. Für die Umlaufplanung und die Container-Logistik ist das eine der spannendsten Herausforderungen.

Derzeit hat Lufthansa Cargo 89 Stationen für das Handling von Kühl-Heiz-Containern. Wann knacken Sie die 100?
Gabie Hartmann: Vielleicht noch in diesem Jahr – das Netz lebt! Der Vertrieb und die Key Account Manager von Lufthansa Cargo steuern die Bedarfe der Industrie dem Product Management zu. Das Netz der Lufthansa und der Lufthansa Cargo passt sich laufend der Gesamtnachfrage an, die Zahl der eingesetzten Flugzeuge kann sich sehr schnell ändern, ein Flugziel kann auch mal zugunsten eines anderen ganz aus dem Flugplan gestrichen werden. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

 

Fotos:

Matthias Just

planet 1/2010