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Intelligent fliegen.

In Zukunft verlangen immer mehr Verlader volle Transparenz über die Umweltbelastung, die der Transport ihrer Produkte verursacht. Auch deswegen will Lufthansa Cargo beim Thema Umwelt Vorbild  für die Branche sein. Doch was tun die Cargo-Lufthanseaten ganz konkret für die Umwelt?

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Kaum ist das Triebwerk verstummt, setzt der Arbeiter den Aufsatz auf den Spinner und führt die beiden Düsen ein. Mit einem Druck von 100 Bar schießt 70 Grad Celsius heißes Wasser mitten in die Core-Engine einer MD-11 der Lufthansa Cargo und reinigt das Innere von Sand, Salzen, Chemikalien und anderen Partikeln – eben allem, was sich während des letzten Betriebsintervalls angesammelt hat.

Eine Stunde später sind 110 Liter Wasser durch das Triebwerk gerauscht. Der Frachter ist aufs Neue einsatzbereit. Dank der einfachen Handhabung ermöglicht dieser Cyclean Engine Wash eine häufigere Reinigung der Triebwerke als bisher. Durch die erhöhte Sauberkeit sinkt die durchschnittliche Betriebstemperatur mit der Folge, dass die Motoren effizienter arbeiten und weniger Kerosin verbrauchen. Verteilt auf den gesamten Lebenszyklus des Triebwerks lassen sich auf diese Weise Kosteneinsparungen von bis zu 115.680 Euro pro Flugzeug erzielen.

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Außerdem sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu 0,75 Prozent. Sind 0,75 Prozent eine Kleinigkeit? Mitnichten. Denn die vielen kleinen Anstrengungen sind es, die Lufthansa Cargo zum Spitzenreiter in Sachen Umweltschutz machen. „Wir müssen jede Chance nutzen, Luftfrachtprozesse möglichst umweltschonend zu organisieren“, erklärt Harald Zielinski, Vice President Security, Risk Prevention & Environment bei Lufthansa Cargo. „Wir wollen wachsen, ohne dabei unsere Umweltbilanz zu verschlechtern. Nur so können wir unser Ziel erreichen, auch mittel- und langfristig der umweltfreundlichste Carrier der Branche zu sein.“

Ressourcenschonung hat bei Lufthansa Cargo Tradition, nachhaltiges Wirtschaften ist eines der zentralen Unternehmensziele. Allein zwischen 1996 und 2007 ging der Kerosinverbrauch von 244 Gramm pro transportiertem Frachttonnenkilometer auf 167 zurück. 

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Im gleichen Verhältnis konnte die Kohlendioxidemission der Flotte von 781 auf 527 Gramm pro Tonnenkilometer reduziert werden. Auch bei anderen Schadstoffen verringerte sich die Umweltbelastung: Stickoxide minus 2,6 Gramm pro Tonnenkilometer und Kohlenmonoxid minus 0,2 Gramm – unverbrannte Kohlenwasserstoffe stoßen die Flieger so gut wie gar nicht mehr aus. 

Zwischen 1991 und 2007 hat Lufthansa außerdem den spezifischen Kerosinverbrauch der Passagierflotte, in der Lufthansa Cargo etwa 45 Prozent seiner Fracht als Belly-Cargo befördert, um 30,3 Prozent gesenkt.

Während in den 70er-Jahren durchschnittlich zwölf Liter Kerosin benötigt wurden, um einen Passagier 100 Kilometer weit zu befördern, liegt dieser Wert bei einem modernen Airbus A340-300 bei 3,5 Litern.

Leichte Materialien, eine kontinuierlich verbesserte Aerodynamik und sparsame Triebwerke zeichnen moderne Flugzeuge aus, die innerhalb der Lufthansa Cargo Group im Einsatz sind beziehungsweise angeschafft werden sollen. Nur zehn Jahre beträgt das Durchschnittsalter der MD-11-Flotte von Lufthansa Cargo. Noch jünger sind die Boeing 747-400ERF der Tochter Jade Cargo International. Und AeroLogic wird mit der Boeing 777-200LRF den Frachter mit der derzeit besten Umweltbilanz in den Dienst stellen.

Doch damit will sich bei Lufthansa Cargo niemand zufriedengeben. Schon heute können Maßnahmen im operativen Bereich eine Menge bewegen: Intelligentes Fliegen heißt das Stichwort! Lufthansa Cargo plant Lufttransporte immer so, dass bereits am Boden Treibstoff gespart wird.

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Ein Frachter tankt nur so viel Treibstoff, wie wirklich gebraucht wird. Zudem gelingt es durch vorausschauende Planung der Flugrouten, Umwege und damit einen höheren Kerosinverbrauch zu vermeiden. Auch setzen die Flieger unterwegs auf variable Geschwindigkeiten, um die Winde besser ausnutzen zu können. Selbst das Anflugverfahren wird ständig optimiert. Und nicht zuletzt hat sich Lufthansa Cargo zum Ziel gesetzt, mit den Betreibern von anderen Verkehrsträgern noch intensiver zusammenzuarbeiten, weil intelligente Kooperationen der Umwelt am meisten nützen.

Optimiert im Sinne einer starken Umweltorientierung sind bei Lufthansa Cargo jedoch nicht nur das Fluggerät und die Art und Weise, wie es eingesetzt wird, sondern auch alle Prozesse am Boden. 

Da geht es um weniger Wasserverbrauch, verbrauchsarme Klimaanlagen, optimierte Beleuchtung, wiederverwerteten Abfall oder Frachtnetze, die nicht weggeworfen, sondern repariert werden. 

Ein großer Erfolg war die ISO-14001-Zertifizierung des Umweltmanagementsystems von Lufthansa Cargo am Standort Frankfurt im Dezember vergangenen Jahres. Vor Ort schauten sich unabhängige Gutachter an, ob Lufthansa Cargo seine Verpflichtung gegenüber der Umwelt ernst nimmt. In Zukunft sollen noch mehr Standorte und die dortigen Mitarbeiter für das Thema Umweltschutz sensibilisiert werden. Ein Zeichen dafür setzt der Cargo Climate Care Award, mit dem Lufthansa Cargo auf ihrer Umweltkonferenz im Februar Menschen inner- und außerhalb des Unternehmens für ihr Umweltengagement auszeichnete. 
    
Auch wenn Lufthansa Cargo aus eigener Kraft viel erreichen kann, hat das auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Luftfahrt keinen Einfluss. So soll die Branche von 2012 an in den Emissionshandel einbezogen werden. Der Vorwurf der International Air Transport Association (IATA): Mitten in einer Wirtschaftskrise werden die Airlines über Gebühr belastet – ohne dass ein Effekt zu erwarten wäre. Deshalb appelliert die Luftfahrtindustrie an die euro­päischen Regierungen, zuerst ein anderes, wirkungsvolles Instrument zu nutzen: Sie sollten den einheitlichen europäischen Luftraum verwirklichen, der gegenwärtig noch von 35 Flugsicherungen überwacht wird. Durch die Realisierung der Initiative Single European Sky kann die Politik den Weg dafür freimachen, den CO2-Ausstoß der europäischen Luftfahrt sofort um bis zu zwölf Prozent zu senken. 

Fazit:

Der Schutz der Umwelt ist nur möglich, wenn jeder nach seinen Kräften dazu beiträgt. Lufthansa Cargo hat damit schon vor Jahren begonnen und setzt seinen Weg konsequent fort. Häufig geht es nur um vermeintliche Kleinigkeiten – wie eine optimierte Triebwerkswäsche.

Ein großer Erfolg war die ISO-14001-Zertifizierung des Umweltmanagementsystems von Lufthansa Cargo am Standort Frankfurt im Dezember vergangenen Jahres. Vor Ort schauten sich unabhängige Gutachter an, ob Lufthansa Cargo seine Verpflichtung gegenüber der Umwelt ernst nimmt. In Zukunft sollen noch mehr Standorte und die dortigen Mitarbeiter für das Thema Umweltschutz sensibilisiert werden. Ein Zeichen dafür setzt der Cargo Climate Care Award, mit dem Lufthansa Cargo auf ihrer Umweltkonferenz im Februar Menschen inner- und außerhalb des Unternehmens für ihr Umweltengagement auszeichnete. 

Auch wenn Lufthansa Cargo aus eigener Kraft viel erreichen kann, hat das auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Luftfahrt keinen Einfluss. So soll die Branche von 2012 an in den Emissionshandel einbezogen werden. Der Vorwurf der International Air Transport Association (IATA): Mitten in einer Wirtschaftskrise werden die Airlines über Gebühr belastet – ohne dass ein Effekt zu erwarten wäre. Deshalb appelliert die Luftfahrtindustrie an die euro­päischen Regierungen, zuerst ein anderes, wirkungsvolles Instrument zu nutzen: Sie sollten den einheitlichen europäischen Luftraum verwirklichen, der gegenwärtig noch von 35 Flugsicherungen überwacht wird. Durch die Realisierung der Initiative Single European Sky kann die Politik den Weg dafür freimachen, den CO2-Ausstoß der europäischen Luftfahrt sofort um bis zu zwölf Prozent zu senken. 

Fazit:

Der Schutz der Umwelt ist nur möglich, wenn jeder nach seinen Kräften dazu beiträgt. Lufthansa Cargo hat damit schon vor Jahren begonnen und setzt seinen Weg konsequent fort. Häufig geht es nur um vermeintliche Kleinigkeiten – wie eine optimierte Triebwerkswäsche.

 

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„Jedes Gramm zählt.“

Captain Roland Grätsch, Leiter Projekt Fuelsaving bei Lufthansa Cargo, zügelt den Durst der Flotte:

„Wir vom Flugbetrieb arbeiten immer wieder daran, den Treibstoffverbrauch zu optimieren. Das geschieht zum Beispiel durch eine gute Planung. Es gehört schon ein bisschen Erfahrung dazu, in den unterschiedlichsten Situationen je nach Wetterlage und Beladung weder zu viel noch zu wenig Kerosin mitzunehmen. Aber es lohnt sich, denn jedes Kilogramm, das wir sparen, kommt der Umwelt zugute. Ein wichtiges Thema sind auch die Flugwege.

Allein bei den Flügen nach Fernost konnten wir durch die Umstellung auf unser Drehkreuz in Astana die CO2-Emission um drei Prozent reduzieren. Sollten wir nach Krasnojarsk gehen, sind weitere Einsparungen möglich. Neben einer modernen Flotte spielt aber auch die Auslastung unserer Flugzeuge eine wichtige Rolle. Denn ein halbleerer Jet hat immer noch die schlechteste Umweltbilanz. So gesehen können bei der Cargo alle dazu beitragen, die Emission zu reduzieren.“

„Wir vom Flugbetrieb arbeiten immer wieder daran, den Treibstoffverbrauch zu optimieren. Das geschieht zum Beispiel durch eine gute Planung. Es gehört schon ein bisschen Erfahrung dazu, in den unterschiedlichsten Situationen je nach Wetterlage und Beladung weder zu viel noch zu wenig Kerosin mitzunehmen. Aber es lohnt sich, denn jedes Kilogramm, das wir sparen, kommt der Umwelt zugute. Ein wichtiges Thema sind auch die Flugwege.  Allein bei den Flügen nach Fernost konnten wir durch die Umstellung auf unser Drehkreuz in Astana die CO2-Emission um drei Prozent reduzieren. Sollten wir nach Krasnojarsk gehen, sind weitere Einsparungen möglich. Neben einer modernen Flotte spielt aber auch die Auslastung unserer Flugzeuge eine wichtige Rolle. Denn ein halbleerer Jet hat immer noch die schlechteste Umweltbilanz. So gesehen können bei der Cargo alle dazu beitragen, die Emission zu reduzieren.“

 

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„27.500 Tonnen Kerosin sparen.“

Jürgen Weidner, Leiter Flugzeug Abfertigungsverfahren und technische Services bei Lufthansa Cargo, schickt neuartige, besonders leichte Container auf die Reise:

„Um Kerosin zu sparen, testen wir seit Herbst 2008, gemeinsam mit unserem Lademittel-Logistikpartner Jettainer, ob sogenannte Lightweight-Container die derzeit üblichen Standardcontainer im Frachtfluggeschäft ersetzen können. Neuartige Verbundstoffe auf Kunststoffbasis sorgen dafür, dass die neuen Container etwa zwölf Kilogramm leichter sind als die momentan eingesetzten rund 80 Kilogramm schweren Versionen. 

Sollte die gesamte Flotte an Standardcontainern der Lufthansa Cargo und der Lufthansa Passage Airline durch die neuen Fliegengewichte ersetzt werden, können wir innerhalb der nächsten zehn Jahre schätzungsweise rund 27.500 Tonnen Kerosin sparen und so den Kohlendioxidausstoß um rund 100.000 Tonnen senken.

Bis Ende des Jahres 2009 führen wir erst einmal Tests mit 1.000 Lightweight-Containern durch. Dann werden wir wissen, ob sich die leichteren Container in der Praxis bewähren und auch leicht und kostengünstig zu reparieren sind.“

„Um Kerosin zu sparen, testen wir seit Herbst 2008, gemeinsam mit unserem Lademittel-Logistikpartner Jettainer, ob sogenannte Lightweight-Container die derzeit üblichen Standardcontainer im Frachtfluggeschäft ersetzen können. Neuartige Verbundstoffe auf Kunststoffbasis sorgen dafür, dass die neuen Container etwa zwölf Kilogramm leichter sind als die momentan eingesetzten rund 80 Kilogramm schweren Versionen. 

Sollte die gesamte Flotte an Standardcontainern der Lufthansa Cargo und der Lufthansa Passage Airline durch die neuen Fliegengewichte ersetzt werden, können wir innerhalb der nächsten zehn Jahre schätzungsweise rund 27.500 Tonnen Kerosin sparen und so den Kohlendioxidausstoß um rund 100.000 Tonnen senken.

Bis Ende des Jahres 2009 führen wir erst einmal Tests mit 1.000 Lightweight-Containern durch. Dann werden wir wissen, ob sich die leichteren Container in der Praxis bewähren und auch leicht und kostengünstig zu reparieren sind.“

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„25 Prozent weniger CO2.“

Bettina Mörth, Umweltbeauftragte bei Lufthansa Cargo, bringt ihr Unternehmen auf ISO-14001-Stand – doch damit gibt sie sich nicht zufrieden:

„Immer mehr Verlader erstellen eine Umweltbilanz und wollen daher wissen, wie viel CO2 der Transport ihrer Waren verursacht. Spediteure, die mit Lufthansa Cargo arbeiten, wissen, dass hier die Umweltorientierung großgeschrieben wird. Dafür steht unser ISO-14001-zertifiziertes Umweltmanagementsystem, das ich mit der breiten Unterstützung der unterschiedlichsten Fachbereiche im vergangenen Jahr am Standort Frankfurt eingeführt habe.

Dafür stehen auch unsere vom Vorstand festgesetzten Umweltleitlinien, die dafür sorgen, dass wir uns auf diesem Gebiet weltweit kontinuierlich verbessern. Unser Ziel ist klar: Wir wollen uns im Bereich Umwelt als Industry-Leader nachhaltig positionieren und unsere CO2-Emissionen bis 2020 um 25 Prozent senken. Wer dazu Fragen oder Anregungen hat, kann jederzeit auf mich zukommen.“

Fotos:

Moritz Schmid

planet 1/2009

„Immer mehr Verlader erstellen eine Umweltbilanz und wollen daher wissen, wie viel CO2 der Transport ihrer Waren verursacht. Spediteure, die mit Lufthansa Cargo arbeiten, wissen, dass hier die Umweltorientierung großgeschrieben wird. Dafür steht unser ISO-14001-zertifiziertes Umweltmanagementsystem, das ich mit der breiten Unterstützung der unterschiedlichsten Fachbereiche im vergangenen Jahr am Standort Frankfurt eingeführt habe.

Dafür stehen auch unsere vom Vorstand festgesetzten Umweltleitlinien, die dafür sorgen, dass wir uns auf diesem Gebiet weltweit kontinuierlich verbessern. Unser Ziel ist klar: Wir wollen uns im Bereich Umwelt als Industry-Leader nachhaltig positionieren und unsere CO2-Emissionen bis 2020 um 25 Prozent senken. Wer dazu Fragen oder Anregungen hat, kann jederzeit auf mich zukommen.“

 

Fotos:

Moritz Schmid

planet 1/2009