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Superfrucht an Bord.

Schon den berühmten Entdeckern und Seefahrern wird nachgesagt, dass sie während ihrer Süd- und Mittelamerika-Reisen die heilsame Kraft von Papayas zu schätzen wussten. Die Früchte haben ihren Ursprung in Mittelamerika. Brasilien ist heute zweitgrößter Papayaproduzent der Welt – 1,4 Millionen Tonnen jährlich werden geerntet. 2017 war die Papaya eine der beliebtesten Fruchtsorten, die Lufthansa Cargo von Brasilien nach Frankfurt transportierte. Einer der größten Kunden ist die MHS International GmbH & Co. KG. Das Unternehmen nutzt das Produkt „Fresh“ auf der Route vom brasilianischen Natal (NAT) nach Frankfurt am Main. Zweimal wöchentlich fliegt Lufthansa Cargo die Verbindung abwechselnd mit einer MD-11F und einer Boeing 777F. Natal liegt in einer der größten Papaya-An bauregionen Brasiliens, gut für kurze Transportwege. Allein im Oktober und November des vergangenen Jahres wurden 700 Ton nen Papaya auf dieser Strecke geflogen – die vitaminreichen Früchte stehen im europäischen Winter hoch im Kurs. Wie zu Zeiten der Ent decker gilt die Papaya noch immer als Superfrucht. Sie enthält kaum Kalorien und Fett, dafür aber große Mengen des Enzyms Papain. Dieser Stoff hilft dabei, Eiweiß zu verdauen und die Fettverbrennung zu beschleunigen. Das bringt den Stoffwechsel in Schwung und stärkt das Immunsystem.

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Die Papaya verleiht zwar Kräfte, ist selbst aber sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Zur Vermeidung von Beschädigungen wird jede geerntete Papaya deshalb in stoßfeste Folie verpackt. Auch die Anlieferung am Flughafen Natal erfolgt möglichst zeitnah vor dem Abflug, um das Halten einer optimale Transporttemperatur zu gewährleisten, die je nach Reifegrad zwischen sieben und zehn Grad Celsius liegt. Am Zielort Frankfurt Airport (FRA) gehen die Früchte so schnell wie möglich ins Perishable Center und werden noch einmal sensibel und langsam heruntergekühlt. Von dort aus werden sie von MHS International an Großmärkte, Cateringunternehmen und Feinkostläden in Deutschland und Österreich geliefert.

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Das Fruchtfleisch einer reifen Papaya schmeckt saftig und süß und erinnert an Melonen sowie Aprikosen. Den orangefarbenen Erfrischer genießt man – wie die Melone – in vielfältiger Form: als Obst, Smoothie oder in herzhaften Salaten. Übrigens: Die schwarz glänzenden, pfefferkorngroßen Kerne entsorgen die meisten Papaya- Esser. Doch auch in den Kernen findet sich das Enzym Papain. Nach dem Trocknen können sie zum Beispiel gemahlen und als Pfefferersatz verwendet werden.

Fotos: iStock

Planet 2/2018