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Konnichiwa „Bojo“!

Er ist kein Tropfen wie jeder andere, denn er kommt als Erster eines jeden Jahrgangs auf den Tisch: der Beaujolais Nouveau. Der auch als Beaujolais Primeur oder kurz „Bojo“ bekannte französische Rotwein kommt seit 1985 traditionell am dritten Donnerstag im November in den Handel. „Le Beaujolais Nouveau est arrivé“, heißt es dann in den Weinhandlungen weltweit. Die Idee stammt von den Winzern aus dem Beaujolais, das „weinrechtlich“ zum Burgund gehört. In den Fünfzigerjahren erstritten sie sich eine Ausnahme vom strikten französischen Weinrecht. Sie waren die Ersten, die ihren Wein schon im Jahr seiner Herstellung verkaufen durften. Einst flogen englische Dandys mit ihrem Privatflugzeug ins Burgund, um für sich und ihre Freunde den allerersten neuen Wein aus Frankreich zu beschaffen. Heute gelangt der „Bojo“ per Luftfracht in mehr als 110 Länder der Welt. Pro Jahr werden rund 13 Millionen Flaschen abgefüllt.

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Mehr als die Hälfte davon gelangt nach Japan. Lufthansa Cargo transportiert auch in diesem Jahr wieder rund 600 Tonnen des begehrten Tropfens ins Land der aufgehenden Sonne. Per Road Feeder Service gelangt der „Bojo“ aus dem Beaujolais zum Frankfurter Flughafen (FRA). Die Herausforderung: Das komplette Frachtvolumen muss in einem Zeitraum von nur drei Wochen nach Osaka (KIX) und Tokio (NRT) gelangen, um rechtzeitig zum Verkaufsstart Mitte November in den Regalen der japanischen Weinhändler zu stehen. Pro Tag versendet der Frachtkranich daher rund 50 Tonnen „Bojo“ in eigenen Maschinen sowie den Frachträumen der Lufthansa Passage in Richtung Asien. Zum Beispiel im Belly von LH740, einer Boeing 747-400 mit Ziel Osaka. Nach knapp zwölfstündiger Reise landet der Jungwein in Japan. Kooperationspartner All Nippon Airways ergänzt das Angebot von Lufthansa Cargo um weitere 1.200 Tonnen Frachtkapazität.

 

Fotos: iStock

Planet 2/2018