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Unikate unterwegs.

Die Geschichte der weltberühmten Kuckucksuhren beginnt mit einem Souvenir. Schwarzwälder Glasträger brachten im 17. Jahrhundert ein ungewöhnliches Mitbringsel von einer ihrer Wanderungen mit nach Hause: eine kleine Wanduhr. Historiker vermuten, dass sie aus Böhmen oder dem Rheinland stammte. Fest steht, sie inspirierte die Schwarzwälder, die bis dato ihre Werkzeuge des täglichen Bedarfs aus Holz fertigten, dazu, eigene Uhren zu bauen. Mit einem von zwei Blasebälgen betriebenen Kuckuck werden sie zum Verkaufsschlager und Symbol für den Schwarzwald. Weil die Kuckucksuhren zunächst komplett aus Holz sind, kosten sie weniger als Exemplare mit Metallwerken. Das machte sie auch für einfache Bürger erschwinglich. Zunächst nehmen Glasträger die Uhren auf ihren Rückentragen mit in die Ferne. Doch schließlich vermarkten die Uhrenhersteller ihre Ware selbst. Wirklich in Schwung kommt die Schwarzwälder Uhrmacherei im 18. Jahrhundert. Ende des 20. Jahrhunderts gibt es allerdings nur noch wenige Kuckucksuhrenmanufakturen. Mit Beginn des neuen Jahrtausends steigt die Nachfrage nach hochwertigen Einzelanfertigungen „Made in Germany“ jedoch wieder. Besonders beliebt sind Kuckucksuhren in Asien.

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Zum Beispiel in der Metropole Kuala Lumpur. Im Showroom der Uhrenexperten von Siew Cheong in der Mid Valley Megamall tummeln sich täglich zahlreiche Kuckucksuhrenfans aus ganz Malaysia. Seit mehr als 60 Jahren steht der Name des Unternehmens für exklusive und hochwertige mechanische Uhren aus der ganzen Welt. „Bei Siew Cheong Clocks verkaufen wir nur die besten Kuckucksuhren. Jeder Zeitmesser wird von den renommiertesten Herstellern in Deutschland ausgewählt. Qualität und hochwertige Verarbeitung jeder Uhr, die wir unseren Kunden anbieten, sind für uns das A und O“, sagt Ke Phon, Managing Director.

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Damit die Kunden nicht allzu lange auf ihr neues Schmuckstück warten müssen, gelangen die Uhren als Luftfracht aus dem Schwarzwald nach Südostasien. Zunächst gehen die Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald ab Stuttgart (STR) per Road Feeder Service zum Flughafen Köln/Bonn. Von dort bringt täglich ein Eurowings-Airbus sonnenhungrige Thailand-Urlauber ins 9.400 Kilometer entfernte Phuket. Im Belly der A330 reisen die Uhren als td.Pro-Sendung mit. Von Phuket aus fährt ein Truck die wertvolle Fracht nach Kuala Lumpur (KUL). Den Showroom von Siew Cheong erreichen die Kuckucksuhren nach nur rund drei Tagen Reisezeit.

Fotos: Justin Tiew

Planet 1/2018