Paletten, Frachter, Steaks und Magie

Der zweite Gewinner des #NetworkingTheWorldContest ist inzwischen ebenfalls von seiner Reise zu einer Frachterstation von Lufthansa Cargo zurückgekehrt. Kristian Cruz aus den USA berichtet ausführlich von seinem Ausflug in die Welt von Lufthansa Cargo in Johannesburg.

„Versuch einfach, mitzuhalten“, hatte Pete, der am gestrigen Abend für die Verladung der Fracht zuständige Export Supervisor/Operations Agent, mir freundlich zugerufen. Ich werde diese scheinbar harmlose Aufforderung nie vergessen: Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ja noch keine Vorstellung davon, was es heißt, mit dem Arbeitstempo bei Lufthansa Cargo mitzuhalten.

Da ich vorher noch nie an Bord eines Frachtflugzeugs gewesen war und auch noch nie gesehen hatte, wie ein solches beladen wird, war ich völlig verblüfft von dem Tempo, das alle hier vorlegten.

Stellen Sie sich riesige, schwere Frachtstücke vor, die in weniger als zwei Stunden verladen werden müssen. Erschwerend kam am gestrigen Abend hinzu, dass die genehmigte Ladezeit um 15 Minuten gekürzt worden war. Außerdem war der Frachtraum komplett ausgebucht und musste zuerst vollständig entladen werden, bevor die neue Fracht verstaut werden konnte. Noch einmal zur Erinnerung ... das alles in nicht einmal zwei Stunden.

Pete, sein Kollege Hein (Operations and Loadability) und ihr eingespieltes Team arbeiteten sich unfassbar effizient und schnell durch die scheinbar unlösbare Aufgabe, während ich selbst in meinem Bestreben mitzuhalten, ungeahntes Potenzial entdeckte, sodass ich heute zuversichtlich bin, notfalls auch einer wild gewordenen Horde Zombies (oder einer Herde südafrikanischer Straußen) davonlaufen zu können. Wie durch ein Wunder schaffte ich es (meinen Sneakers sei Dank) tatsächlich, das irrwitzige Tempo zu halten. Nicht minder überrascht war ich, dass es mir tatsächlich gelang, mich in den Spalt zwischen Fracht und Frachterwand zu quetschen. Ganz im Ernst, ich weiß bis heute nicht, wie ich das Kunststück bewerkstelligt habe, mich da durchzuzwängen.

Daheim in New York werde ich meine Mitgliedschaft im Fitnessstudio kündigen und stattdessen in meiner Freizeit Luftfracht verladen. Es kommt mir vor, als hätte ich gestern Abend 15 Pfund verloren beim endlosen Ein- und Aussteigen, Vor- und Zurückhetzen im Frachtraum und Vorbeizwängen an den gigantischen Frachtstapeln.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es war eine der phantastischsten Erfahrungen meines Lebens. Es ist lange her, dass mich als Fotograf/Filmemacher etwas so gepackt hat. Der Fracht-Einsatz war elektrisierend, und die körperliche Herausforderung hat meine Kreativität beflügelt.

Tatsächlich würde ich den gesamten Aufenthalt in Johannesburg als eine geradezu magische Erfahrung bezeichnen. An meinem ersten Tag bei Lufthansa Cargo bekam ich eine Führung durch das Verwaltungsgebäude und wurde mit den überaus freundlichen Mitgliedern der verschiedenen Abteilungen bekanntgemacht. Und es war nett, Rüdiger und Elani, mit denen ich im Vorfeld über Monate in Kontakt gestanden hatte, endlich persönlich kennenzulernen.

Hinterher zeigte Jürgen mir das riesige Lager mit den Import- und Exportbereichen, wo unzählige Gabelstapler mit der stoischen Präzision einer Ameisenarmee zugange waren. Die gewaltigen Kühlräume dort waren für mich das Highlight dieser Tour.An diesem Abend habe ich auch erfahren, dass Steaks zu den Lieblingsspeisen der Südafrikaner gehören, und da war es nicht weiter verwunderlich, dass ich zum Willkommensdinner des Lufthansa Cargo Teams in ein Steakhouse eingeladen wurde. Heute kann ich mich der kulinarischen Erfahrung rühmen, folgende Steaksorten probiert zu haben: Strauß, Antilope und Warzenschwein. Das sind jetzt keine abstrakten Namen mehr für mich. Und ja, es hat geschmeckt.

Zudem kam die Reise genau zur rechten Zeit: Dank ihr habe ich von dem Schneechaos, das kürzlich über New York hereingebrochen ist, nichts mitbekommen. Stattdessen konnte ich in Johannesburg nicht nur das wärmere Klima genießen, sondern zudem die Herzenswärme der Menschen.

Vielen Dank, Lufthansa Cargo, für die Reise meines Lebens. Ein Riesendankeschön auch an die Lufthansa Cargo Station in Johannesburg, die mir gezeigt hat, dass Freundlichkeit und beispielhafte Arbeitsmoral durchaus vereinbar sind.

Ich werde Johannesburg vermissen – nicht nur wegen der Straußensteaks, sondern vor allem wegen der Menschen, die ich auf der Frachterstation kennenlernen durfte.