Über Surfer und Mandeln – Lufthansa Cargo in San Francisco

Sommer, Sonne, Surfer – bei diesem Blick aus dem Fenster kann man schnell neidisch werden. Für die Cargo Lufthanseaten in San Francisco ist das Alltag. Während auf dem Meer die Windsurfer das stets gute Wetter genießen, sorgt das sechs Mann starke Team in einem Büro von 70 Quadratmetern für einen reibungslosen Frachttransport.

 

„Je nachdem wie der Wind steht, sehen wir sogar unsere Fracht auf der Lufthansa Maschine LH 455 über den Pazifik in Richtung Frankfurt starten“, erklärt Kris Palacios. Sie ist eine von fünf Verkaufs und Handlingagenten, die unter der Leitung von Kevin Vaz, District Manager Sales und Handling, SFO FG/A, das Geschäft von Lufthansa Cargo in San Francisco betreuen. Ein eingespieltes Team, das gemeinsam mehr als 60 Jahre SFO FG/A-Erfahrung mitbringt. „Wir können uns blind aufeinander verlassen“, erklärt Palacios. 

 

Täglich starten zwei Lufthansa Passagierflugzeuge zu den Drehkreuzen in Frankfurt und München. Die Bellies sind gut mit Fracht von Lufthansa Cargo gefüllt. Durchschnittlich werden so rund 110 Tonnen wöchentlich exportiert. Der Import macht mit 90 Tonnen in der Woche etwa knapp die Hälfte des Geschäfts aus. „Aufgrund der Nähe zu Los Angeles, das wir mit der MD-11F und auch der 777 von AeroLogic bedienen, ist ein Frachter in SFO nicht notwendig“, weiß Vaz. „Große Frachtgüter leiten wir über Los Angeles nach Frankfurt. Die Abfertigung und Betreuung der Kunden erfolgt aber über unsere Station.“ Ein Beispiel hierfür ist der Fahrzeughersteller Tesla Motors, der seinen Firmensitz im Silicon Valley südlich der San Francisco Bay Area hat. „Tesla hat erfolgreich einen emissionsfreien Sportwagen Sedan Model S etabliert, der in San Francisco produziert wird. Diese Autos, aber auch Batterien und andere Fahrzeugteile werden unter anderem von Lufthansa Cargo transportiert“, so der District Manager.

 

Das Team in SFO betreut aktuell rund 130 Kunden. Neben den Global Partnern, wie beispielsweise Kühne+Nagel oder DHL, zählen hierzu auch viele lokale Anbieter. „Da wir eine kleine Station sind, stehen wir mit unseren Geschäftspartnern stets im persönlichen Kontakt. Dabei hat jeder Kunde für uns die gleiche Priorität. Die Größe spielt dabei keine Rolle“, erklärt Palacios. „Als Marke steht Lufthansa Cargo für guten Service und hohe Qualität. Das schätzen auch unsere Kunden“, sagt Vaz. „Als das Flaggschiff der Lufthansa, der Airbus 380, auf der Strecke von Frankfurt nach San Francisco eingesetzt wurde, haben wir die Gelegenheit genutzt und unseren Kunden den Flieger und eine Frachtverladung gezeigt. Sie waren sehr beeindruckt. Das steigert aber auch die Erwartungshaltung. So stellen unsere Kunden an uns höhere Ansprüche als an andere Airlines.“ Palacios weiß: „Bei unserem Qualitätsversprechen darf nichts schiefgehen, zumal die Konkurrenz nicht schläft. Neben KLM/Air France, Emirates und Air China sind es besonders amerikanische Fluglinien, die durch ihre saisonalen Angebote den Frachtpreis diktieren.“

 

Doch Konkurrenz kann auch das Geschäft beleben. Ein Beispiel hierfür ist die Seefracht. Im Sommer 2004 streikten die Hafenmitarbeiter in Oakland. So konnten die in San Francisco angebauten Mandeln nicht wie gewohnt mit dem Schiff nach Europa transportiert werden. Die gesamten Früchte mussten daher per Luftfracht nach Europa gebracht werden. Vaz erinnert sich: „Nicht nur die Frachträume unserer Passagiermaschinen waren mit Mandeln gefüllt. Wir organisierten auch Road Feeder Services nach Los Angeles, Denver, Dallas und Phoenix, um die gesamte Ware nach Europa zu fliegen. Am Ende der Woche habe ich per Mail die Tonnagezahlen an unseren Area Manager geschickt. Ich bekam daraufhin eine Mail zurück, mir müsse ein Fehler unterlaufen sein, da unsere Tonnage höher war als die einer regulären Frachterstation“, erinnert sich Vaz schmunzelnd. Die Nähe zum Meer bietet für das SFO FG/A-Team also nicht nur einen schönen Ausblick aus dem Bürofenster, sondern kann auch für überraschend viel Geschäft sorgen.