LCCneo: Wir sprengen nicht, wir knabbern!

Platz da – für LCCneo! Auch ein alter Tresorraum für Wertfracht aus purem Stahl muss dem Bauprojekt weichen. Aber wie kriegt man zehn Tonnen puren Stahl klein? Sprengstoff, schwadernde Rauchwolken und rußgeschwärzte Gesichter – Bilder, die bei dieser Frage wie von selbst im Kopf entstehen. Oder Superhelden mit Superkräften, die ihre Muskeln spielen lassen. Aber gut: Realistisch bleiben! Fakten sortieren! Realität prüfen!


Die Fakten
In der HIP-Halle im Gebäude 451 in Frankfurt gibt es einen alten Tresorraum für Wertfracht. Die Tresorwand besteht aus 80 cm massivem Stahlbeton; die Tresortür aus purem Stahl wiegt zehn Tonnen, so viel wie sieben VW Golf VII. „Im Rahmen der Baufeldfreimachungen für LCCneo müssen die raumbildenden Wände samt Tür demontiert werden…“ Sprich: Um Platz zu schaffen für das neue LCC, muss das Monstrum dem Erdboden gleichgemacht werden.


Die Realität
Superhelden sind nicht in Sicht. Sprengstoff ist keine Option; wir möchten den büroansässigen Kolleginnen und Kollegen und der „Ops“ keine unnötigen Unannehmlichkeiten bereiten. Also muss der Hammer her. Genauer gesagt ein Bagger samt Hydraulikhammer mit austauschbarer Betonschere. 20 Tonnen wiegt das Arbeitsgerät, das für den Abbruch des Raumes eingesetzt und sich am 28. April seinen Weg durch die geräumte und gesperrte Halle bahnen wird.

Zwei Wochen wird die Abrissmaßnahme in Anspruch nehmen. Weil wir eben nicht „wumm und weg!“ sprengen. Sondern weil wir uns nach und nach, Stück für Stück, durch das schwere Material arbeiten. Dabei wird es nicht nur richtig laut, sondern auch ordentlich staubig. Und die Betonschere, die sich langsam durch den Beton knabbert, sprengt beim Durchbrechen der Wand immer wieder größere Bruchstücke und Teile ab. Großflächige Absperrungen, sogenannte Staubschutzwände, sollen hier vor Dreck und Staub schützen.

Die Tresortür selbst wird nicht zertrümmert, sondern demontiert und „dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt“. Klingt unspektakulär? Nun ja, die Tür, die einst wertvolle Güter vom Rest der Fracht trennte, besteht aus einem der wichtigsten und meist verwendeten Rohstoffe unserer Zeit. Sie landet nicht einfach auf irgendeinem Hinterhof, wo sie langsam vor sich hin rostet. Bei knapp 1.500 Grad wandern die zehn Tonnen Stahl in den Kreislauf der Wiederverwertung.

Wir sprengen nicht. Wir schneiden und hämmern uns ein weiteres kleines Stück in eine große, neue Zukunft: LCCneo.