Kampfansage aus dem „Venedig des Nordens“

Wie Lufthansa Cargo bis 2015 Marktführer in Schweden werden will

Schweden ist das Land der Ideen: IKEA, Volvo, H&M oder Ericsson – die Erfolgsgeschichte vieler Weltkonzerne startete hier. Zwar liegt das Heimatland von ABBA und Astrid Lindgren in einiger Entfernung zu den mitteleuropäischen Wirtschaftszentren. Aber die Schweden verstanden sich stets aufs Brückenbauen, um ihre Ideen in die Welt schicken zu können. So gilt die Hauptstadt Stockholm mit ihren 14 Inseln und der Vielzahl an Brücken als „Venedig des Nordens“.

Eine ganz besondere Brücke für die schwedische Hauptstadt bildet dabei die Stockholmer Lufthansa Cargo Station. Viermal am Tag pendeln Maschinen der Lufthansa zwischen dem Flughafen Stockholm-Arlanda und Frankfurt. Doch die Belly-Fracht macht nur etwa 20 Prozent unseres Frachtaufkommens in Stockholm aus. Die verbleibenden 80 Prozent werden per Road Feeder Service nach Frankfurt befördert und von dort an die weltweiten Lufthansa Cargo Zielorte geflogen. „Diese Verteilung ist in Märkten wie Stockholm, die recht weit vom Hub entfernt sind, die Regel“, sagt Frank Nozinsky, der seit Februar 2013 bei Lufthansa Cargo für Schweden verantwortlich ist. „Für das Trucking nach Frankfurt müssen 24 Stunden eingeplant werden. Das ist natürlich eine besondere Herausforderung“, erklärt der Stationsleiter weiter.

Besonders stark ist der Exportmarkt aus Schweden heraus. Zu den wichtigsten Destinationen zählen die USA, China und Mexiko. Das erhebliche Frachtaufkommen ergibt sich aus der wirtschaftlichen Dynamik des Großraums Stockholm. Mit 2,1 Millionen Einwohnern schlägt hier das wirtschaftliche Herz Schwedens. So sitzt beispielsweise die Entwicklungs- und Forschungsabteilung des internationalen Pharmakonzerns AstraZeneca im schwedischen Södertälje südlich von Stockholm. Besonders in diesem Segment ist Schweden Vorreiter: Arzneimittel zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. „Pharmaprodukte machen für uns rund 35 Prozent der Exportgüter aus“, fasst Nozinsky zusammen. Daneben sind Maschinenteile und Ersatzteile der Automobilindustrie feste Bestandteile des Tagesgeschäfts. Trotz der Entfernung zum Heimatflughafen ist Lufthansa Cargo in Schweden gut aufgestellt. Aktuell hat die Kranichairline einen Marktanteil von rund zwölf Prozent und folgt damit dicht auf den skandinavischen Platzhirsch SAS. Obwohl sich der Luftfrachtmarkt in Schweden 2013 zunächst rückläufig entwickelte, gewinnt Lufthansa Cargo kontinuierlich Marktanteile. Inzwischen scheint sich das Exportgeschäft zu stabilisieren. „Unser Ziel ist es, bis 2015 die Marktführerschaft zu übernehmen“, schildert Nozinsky seine ambitionierten Ziele.

„Ich drehe als Neuling im Moment jeden Stein einzeln um, hinterfrage Prozesse und prüfe Opportunitäten“, erklärt er. Außerdem habe er ein starkes Team, bestehend aus qualifizierten und motivierten Mitarbeitern, an seiner Seite. So hat es das Schweden-Team beispielsweise geschafft, die eBooking-Rate auf bis zu 60 Prozent zu erhöhen. „Buchungen unter 100 Kilogramm nehmen wir telefonisch erst gar nicht mehr entgegen“, verrät der Stationsleiter.

Fast 25 Jahre lang hat der gebürtige Düsseldorfer in Spanien gelebt, zuletzt war er für den dortigen Markt verantwortlich. Das Einleben im hohen Norden ist ihm trotzdem nicht schwergefallen: „In Schweden ist der Lebensstandard sehr hoch. Es ist ein sehr sicheres Land, das bringt eine angenehme Leichtigkeit im Alltag mit sich. Die Schweden arbeiten sehr effizient und gewissenhaft. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt“, erzählt Nozinsky.

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, wollen Nozinsky und sein Team künftig noch stärker auf die Bedürfnisse der schwedischen Kunden eingehen. Denn auch der Wettbewerb schläft nicht. Trotzdem ist der Ländermanager optimistisch und hofft auf ein erfolgreiches Jahr 2014.