Auf Wiedersehen Quito, hallo Quito

Mitte Februar flog Lufthansa Cargo zum letzten Mal den alten Flughafen in Quito an

Mitten in den Anden, liegt in einem Tal, das sich 50 Kilometer in die Länge, aber nur sechs in die Breite Quitos erstreckt, der „Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre“, einer der anspruchsvollsten Flughäfen der Welt. Der Anflug auf die ecuadorianische Hauptstadt stellt für die Piloten eine besondere Herausforderung dar. In den letzten Wochen galt es aber eine weitere Aufgabe zu bewältigen – Ende Februar zog der Flughafen an einen neuen Standort.

Vor dem sagenhaften Panorama Quitos gerät der Atem schon mal ins Stocken. Genügend Anlass dafür bieten auch der Anblick der bedrohlich in den Himmel ragenden Bergspitzen der Anden und tief hängende Wolken über Schwindel erregendem Abgrund. Äußerste Sorgfalt ist beim Anflug geboten. Flugzeuge dürfen nicht zu schwer starten, um rechtzeitig an Höhe zu gewinnen. Nicht umsonst ist der Flughafen der sogenannten Kategorie C zugeordnet, die besonders anspruchsvolle Flughäfen kennzeichnet. Nur Piloten mit spezieller Einweisung dürfen hier starten und landen.

„Zu dem speziellen Training gehören ein vierstündiges Simulatortraining - Triebwerksausfälle inklusive - ausführliches Kartenstudium zuhause und ein detailliertes Briefing unterwegs“, erklärt Flugkapitän Matthias Marx, Leiter Training bei Lufthansa Cargo. Ändert sich daran etwas mit dem Umzug an den neuen Flughafen? Matthias Marx, „Nein. Wegen der Berge und aufgrund des schwierigen Geländes wird auch der neue Airport in der Kategorie C eingestuft. Für uns im Training bleiben die Vorbereitungen gleich, wurden aber natürlich auf den neuen Flughafen angepasst.“

Ein Cargo Lufthanseat fieberte dem Flughafen-Umzug besonders entgegen: Marcelo Gandara. „Die bessere Infrastruktur, die der neue Airport bietet, schafft für Lufthansa Cargo eine gute Grundlage, sich stärker im Wettbewerb mit ihren Mistreitern zu positionieren“, freut sich der Stationsmanager. Bereits 1983 begann er für Lufthansa zu arbeiten und wechselte bald darauf zur Fracht, wo er noch immer als General Sales Agent in einem zehnköpfigen Team für Transoceanica und Lufthansa Cargo tätig ist.

„Der komplette Flughafen wurde an den Stadtrand verlagert – die Umstellung vom alten auf den neuen Airport passierte von einer Nacht auf die andere“, sagt Gandara. Bis zum 19. Februar 2013 liefen alle Prozesse am alten Standort, ab dem 20. Februar bereits vom neuen.

Mit dem Umzug an den modernen Flughafen wurde viel Wachstumspotenzial für den Export generiert. Der neue Airport liegt 400 Meter tiefer, die Start- und Landebahn ist einen Kilometer länger. Frachter können nun ohne Gewichtsbeschränkungen starten. Die MD-11, normalerweise mit einer Ladekapazität von rund 90 Tonnen ausgestattet, konnte vom alten Flughafen nur mit maximal 59,5 Tonnen in Quito abheben – das bedeutete etwa 30 Prozent weniger Fracht. „Die Kapazität der MD-11 kann am neuen Flughafen ausgeschöpft werden, wir können jetzt also viel mehr auf den Flügen transportieren“, erklärt Gandara.

Der ecuadorianische Markt ist speziell, denn er ist nur von einem Produkt abhängig – Blumen. Generell ist von September bis Mai Hochsaison, besonders zu Valentins- und Muttertag schießt die Nachfrage in die Höhe.