Von Koffern und Kirschentkernern

Wie Cargo Lufthanseaten Cargo Human Care unterstützen.

Alles begann mit einem Koffer. In ihn packte Fokko Doyen Pullover, Hosen und Schuhe seiner drei Kinder. An Bord der MD-11F brachte er die Kleidung nach Afrika und verteilte sie in einem Kinderdorf. Das ist 16 Jahre her. Mittlerweile ist aus dem Koffer ein humanitäres und medizinisches Hilfsprojekt geworden: Cargo Human Care. Heute engagieren sich auch viele Cargo Lufthanseaten – und sogar ihre Angehörigen – mit Herzblut für den Verein. Hier erzählen zwei ihre Geschichte.

Ein Mann. Eine Passion. Eine Idee. Und am Ende stehen beeindruckende Zahlen: weit mehr als 100 Helfer, 450 Läufer, rund 1.000 Liter Wasser und über 8.000 Euro. Im August feierte der Bürostadtlauf seine Premiere, dessen Reinerlös an Cargo Human Care ging. Hinter dem Event steckt ein Vertriebler: Christopher Biaesch. 2001 lief er seinen ersten Marathon. Seit 2003 organisierte er den Volkslauf in Oberursel. „Zeit für etwas Neues“, dachte er sich. Er tat sich mit seinem Kollegen Uwe Schnier zusammen, der sich  privat seit vielen Jahren für Cargo Human Care engagiert. „Ich habe das Mothers’ Mercy Home bei Nairobi besucht.  Ich war beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wurde“, erinnert er sich.

Die Idee, einen Benefizlauf ins Leben zu rufen, war geboren. „Dann kam die Frage, ob ich ein Helferteam zusammenbekomme“, erzählt Biaesch. „Aber das muss ja möglich sein bei der Cargo!“ Er behielt Recht. Schnell sprach sich das Vorhaben herum. Kollegen sagten ihre Unterstützung zu, Kunden kamen hinzu, schließlich auch Freunde und Verwandte. Selbst Menschen, die zuvor keinen Bezug zu Lufthansa Cargo hatten, wollten helfen. „Die Idee stieß überall auf positive Resonanz. Jeder nutzte seine Kontakte. Am Ende waren wir über 100 Freiwillige, die mit anpackten“, berichtet er stolz.

Nur einer stellte den Organisatoren ein Bein: die Stadt Frankfurt. Ordnungs- und Grünflächenamt zeigten sich nur wenig begeistert von einem Lauf durch die Bürostadt in Niederrad. „Doch Aufgeben kam nicht infrage“, sagt Christopher Biaesch, der sich dann auf einen Kompromiss einließ. Eine alternative Streckenführung und maximale Teilnehmerzahl versöhnten die Stadt. So gingen Ende August Hunderte von Läufern für ein gemeinsames Ziel an den Start: „Step by step. Giving children a future.“

„Liebe Marmeladenfreunde, Ende Oktober habe ich wieder über 100 Euro Marmeladengeld an CHC überwiesen. Ich habe mir gewünscht, dass viel frisches Obst für die Kinder gekauft wird. Da es aber noch immer viel zu tun gibt in Afrika, habe ich nochmal Gläser mit Orange-Ingwer, Brombeere und Mirabelle gekocht. Ich liefere die Marmelade auch bis nach Hause. Viele Grüße Finn“.

Finn ist elf Jahre und der Sohn von Cargo Lufthanseatin Jutta Weimer. „Ein verrückter aber liebenswerter Kerl“, beschreibt sie ihn mit einem stolzen Lächeln. Verrückt? Das denkt auch so mancher Schulkamerad. „Warum behältst du das Geld nicht selbst?“ Nicht selten bekommt Finn diese Frage zu hören. Mit einer Selbstverständlichkeit stellt er dann die Gegenfrage: „Wieso sollte ich das tun, wenn es anderen so viel schlechter geht?“. So streift er im Sommer durch die Obstwiesen im Rheingau, sammelt Früchte, verkocht sie mit Mamas Hilfe zu Marmelade und verkauft die Gläser an seinem Straßenstand – oder liefert sie an die Haustür. „Ich wünsche mir, dass die Kinder in Nairobi ein fröhliches Leben haben“, verrät Finn. Für diesen Wunsch kocht er nicht nur Marmelade.
Auch backt er Kuchen, den er an die Nachbarn verkauft, und wenn er sein Zimmer ausmistet, landen die Dinge auf dem Flohmarkt. Das eingenommene Geld spendet er. Wie auch die Hälfte seines Taschengeldes. Jeden Monat. Seit mehr als fünf Jahren ist er festes Mitglied bei Cargo Human Care. In seinem Zimmer hängt die Urkunde, die das belegt – neben Fußballauszeichnungen. Vor Kurzem feierte Finn Geburtstag. Sein Wunsch: ein Kirschentkerner – für noch mehr Marmelade.