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Mister Fresh.

Able Freight bringt die Delikatessen Kaliforniens an nahezu jeden Ort der Welt. Erdbeeren beispielsweise gelangen in nur 72 Stunden vom Feld in den USA in die Supermärkte Singapurs.

Hohes Innovationstempo.

Hohes Innovationstempo.

Eines hab ich ganz früh verstanden: Jeder muss essen“, erklärt Orlando Wong. Deshalb gründete der in Hongkong geborene, inzwischen 55-jährige Selfmademan vor mehr als 20 Jahren den Perishables-Spezialisten Able Freight in Los Angeles. Wong lernte außerdem: Der weltweite Transport von Frischware ist ein hochkomplexes Feld. Denn beim Lebensmittelversand zählt jede Stunde: „Mit dem global ansteigenden Lebensstandard vor allem in Asien wollen immer mehr Menschen die frischestmöglichen Lebensmittel. Aber leicht verderbliche Waren wie zum Beispiel Beeren überstehen keinen Seetransport“, sagt Wong. Seine Antwort auf die gestiegenen Frischeansprüche ist eine Zahlenkombination: 24/7/365.

Mit 300 Mitarbeitern ist Able Freight an sechs Standorten rund um die Uhr für seine Kunden erreichbar. In Los Angeles, San Francisco, Honolulu, Kona, Guadalajara und Mexiko-Stadt halten die Able-Freight-Profis engen Kontakt zu den großen Obst- und Gemüseproduzenten, den Farmern und den Exporteuren, für die sie die weltweite Ausfuhr von Perishables organisieren. In Santa Maria bei Los Angeles steht er zum Beispiel in engem Kontakt mit David Medina vom Beerenproduzenten Driscoll’s. Nach dem Pflücken wird die Qualität der Erd-, Him- und Blaubeeren sofort kontrolliert. Anschließend werden sie verpackt, für den Transport vorgekühlt und dann von Able-Freight-Mitarbeitern im Kühllagerhaus in Luftfrachtcontainer geladen. Spätestens 72 Stunden nach der Ernte in Kalifornien werden die frischen Früchte bereits in einem Supermarkt in Singapur angeboten. Für diese hohe Geschwindigkeit hat Wong ein enges internationales Netz an Perishables-Profis, seine „local heroes“, aufgebaut, die an allen weiteren Stationen eine nahtlose Lieferkette bis in den Handel sicherstellen.

Able Freight liefert weltweit, mit Asien als einem der Hauptmärkte. 98 Prozent aller Lieferungen erfolgen per Luftfracht, zum Beispiel mit Fresh/td in gekühlten Frachträumen und temperaturgeführten Containern von Lufthansa Cargo. Die Herausforderungen sind so vielfältig wie die Waren in den Kühlcontainern: Während der Kirschsaison von Mai bis Juli in Kalifornien und Washington gilt es, große Volumenkapazitäten für den Transport ins südkoreanische Incheon bereitzustellen – „zur Not mit komplett gecharterten Flugzeugen“, sagt Wong. Höchste Priorität hat dabei die Erfüllung der strengen Vorgaben, der Performance Qualifications (PQ), der großen Kunden. 

 

Während das US-Militär ein exaktes Mischungsverhältnis der Salat-Zutaten für Militärstützpunkte in Japan, Südkorea und Guam einfordert, geben die großen Supermarktketten hohe Transportstandards vor, um die Haltbarkeit und damit Verkaufszeit im Regal zu verlängern. Eine weitere Herausforderung sind die strikten Kontrollvorschriften der amerikanischen Transportation Security Administration (TSA), nach denen 100 Prozent der Ware nach festgeschriebenen Security-Verfahren gecheckt werden müssen. „Das kostet nicht nur wertvolle Zeit, sondern verlangt von Perishables-Transporteuren auch einen enormen Aufwand beim Aufbau einer geeigneten Infrastruktur und bei der Schulung und Einstellung qualifizierter Mitarbeiter für die Sicherheits-Checks“, erklärt Orlando Wong.

Da jede Transportstunde von der Lagerungszeit im Supermarkt und beim Endverbraucher – dem „shelf life“ – abgezogen werden muss, setzt Wong konsequent auf innovative Technologien, um Lieferzeiten weiter zu verkürzen. Schon jetzt nutzt Able Freight, wo es möglich ist, den eAWB. 

„Informationsaustausch per Electronic Data Interchange (EDI) ist viel schneller und detaillierter als per E-Mail oder Telefon. Unsere Branche muss moderner werden“, sagt Wong. Das heißt für den Unternehmer, dass auch die Nachverfolgung von Waren durch lückenlose Tracking-Technologien weiter verbessert werden muss. „Wir analysieren, inwieweit ein höherer Automatisierungsgrad Personal einsparen und – noch wichtiger – menschliche Fehler reduzieren kann.“ Entscheidend hierfür sei auch ein automatisiertes Fehlermanagement. Zudem werde in zehn Jahren Business Intelligence, also die Auswertung von Big Data aus dem täglichen Datenstrom von Able Freight, für die kurz- und mittelfristige Steuerung des Unternehmens eine viel größere Rolle spielen, glaubt Wong.

Mit Lufthansa Cargo hat Wong einen Partner mit im Boot, der das hohe Innovationstempo von Able Freight mitgehen kann. Orlando Wong: „Lufthansa Cargo überzeugt uns nicht nur durch das gute Netz und die tollen Mitarbeiter, die die Wichtigkeit von richtiger Temperatur verstanden haben, sondern vor allem durch die große Aufgeschlossenheit für neue Technologien.“

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Lösungen für Frische-Profis.

Wenn Orlando Wong mit David Medina vom Beerenproduzent Driscoll’s Inc. in Santa Maria, CA, spricht, geht es oft darum, wie die Früchte noch schneller und schonender in die Supermarktregale gelangen können. Produkt der Wahl für leicht verderbliche Waren, die sogenannten Perishables, ist bei Lufthansa Cargo Fresh/td. Mit einer temperaturkontrollierten Umgebung während Flug und Einlagerung sowie dem Einsatz von speziell geschultem Personal bietet der Frachtkranich beste Bedingungen für den zügigen Transport empfindlicher Güter. Bei allen Shipments kann der Kunde entscheiden, ob sie als Standardfracht oder extraschnell ankommen sollen und deshalb zwischen td.Pro oder td.Flash wählen.

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Ein Großteil der Able-Freight-Ware geht nach Asien, fast immer als Luftfracht. So können sich die Käufer auf frisches Obst freuen: Nur drei Tage liegen zwischen Ernte und Supermarktregal.

Fotos:
Edward Carreon, iStock – XiXinXing
Planet 2/2017