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Kits für kids.

Die Planungen für den Neubau des Lufthansa Cargo Centers sind in vollem Gange. planet hat sich bei Unicef angeschaut, wie ein vollautomatisiertes Lager die Effizienz steigert. Ein Besuch im schlagkräftigen Unicef-Hub in Kopenhagen – ­zentrale Drehscheibe für Hilfsgüter, wenn irgendwo auf der Welt eine humanitäre Krise eintritt.

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Die Morgensonne, die zwischen zwei bedrohlichen Gewitterwolken über dem Øresund aufblitzt, bringt den grauweißen Riesenquader für einen Moment zum Leuchten. Imposant und schlicht zugleich. Rund 20.000 Tonnen Hilfsgüter werden von hier, im Unicef-Hub im Nordhavn von Kopenhagen, jährlich verschickt: Medikamente, Decken, Zelte, Eimer, Filter und andere Gegenstände zur hygienischen Handhabung von Wasser. Und, und, und… Mehr als 850 verschiedene Güter und Produktsets, sogenannte Kits, die helfen sollen, dass Kinder und ihre Familien auch in der größten Not überleben.

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Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen schlägt in seinem hochmodernen Lagerhaus in der dänischen Hauptstadt zwar „nur“ fünf Prozent seiner weltweit transportierten Sendungen um. „Der Großteil der Unicef-Lieferungen wie etwa Impfstoffe, Heilnahrung und Moskitonetze geht an Kopenhagen vorbei direkt vom Hersteller zu den Empfängern“, erklärt Elena Trajkovska, Unicef’s Chief of International Transport. „Aber für die Versorgung in Notsituationen ist unser stets komplett bestücktes Lager in Kopenhagen von essenzieller Bedeutung.“

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Wenn die Gewalt in Syrien oder im Irak neue Flüchtlingswellen auslöst, der Taifun Haiyan Millionen auf den Philippinen obdachlos macht, in Afrika das Ebolavirus die Menschen bedroht, dann spielt das Zentral­lager in Kopenhagen seine Stärken aus.

Elena und 320 weitere in Kopenhagen stationierte Logistikexperten haben sich zum Ziel gesetzt, im Katastrophenfall binnen 72 Stunden das Notwendigste vor Ort zu haben. „Nur wer seine Logistik im Griff hat, kann wirklich effektiv helfen!“, so Elena Trajkovska. Sie stammt aus ­Mazedonien und arbeitet seit 1993 für die Organisation.

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Unverzichtbar für die schnelle Hilfe ist Luftfracht. Knapp 70 Prozent der Lieferungen erreichen pro Jahr ihr Ziel durch die Luft. Auch eine effiziente Lagerlogistik hat großen Anteil am Erfolg der Hilfsaktionen: Der Hub in Kopenhagen ist weitestgehend automatisiert und perfekt vernetzt mit Warenwirtschafts- und Trackingsystemen.

Das rechnergestützte System weiß jederzeit, welche Posten bestellt wurden und wie weit der Prozess bis zu ihrer Auslieferung gediehen ist. Ein Hochregallager mit acht autonom arbeitenden Gabelstaplern bringt oder holt Vorräte aus den 36.000 Palettenstellplätzen, sobald sie eintreffen oder zum Verpacken abgerufen werden. Außerdem gibt es zwei lange und fünf kurze Verpackungsstrecken, zwei Palettierroboter, eine Elektrobodenbahn und ein Fließband für die wenigen Arbeiten, die von Hand verrichtet werden.

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Raju Shrestha, der als Chief of the Logistics Centre 40 Logistikprofis und auch die Hubs von Unicef in Dubai, Panama und Schanghai managt, weiß aus eigener Erfahrung, dass modernes Warehousing Leben retten kann. Der Ingenieur aus Nepal baute zu Beginn seines Unicef-Engagements Wasserversorgungen in entlegenen Dörfern auf. „Früher konnten wir nur 500 sogenannte Family Water Kits pro Schicht packen. Seit unser Hub in Kopenhagen im Februar des vergangenen Jahres auf Hochtouren läuft, schaffen wir 850 Stück pro Schicht.“

Durch die Automatisierung können in Kopenhagen jetzt schneller als bisher passende Hilfspakete aus Medikamenten, Krankenhaus-Equipment und Family Water Kits mit Reinigungs-tabletten, Eimern, Kanistern und Seife zusammengestellt werden. Entscheidend für die rasche Abwicklung: die 3.000 Behälter für Kleinteile, die auf den verschlungenen Transportbändern automatisch mit diversen Hilfsgütern bestückt und am Ende zu Paketen zusammengefasst werden. 

 

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Ein Klick am Computer und Prozesse wie Einlagerung, Verpackung und Auslagerung werden zuverlässig und schnell umgesetzt. Nur weil alle Prozesse perfekt verzahnt sind, konnten im vergangenen Jahr 362.000 Kits aus Kopenhagen verschickt werden. Das am meisten nachgefragte Paket in Notfällen war das Interagency Emergency Health Kit, eine von verschiedenen Hilfsorganisationen entwickelte standardisierte Kombination diverser medizinischer Verbrauchsgüter.

Schnellere Hilfe weltweit:

Seit 2013 läuft die Arbeit im Kopenhagener Logistikzentrum auf Hochtouren und hat die Reaktionsfähigkeit von Unicef im Katastrophenfall dank automatisierter Prozesse und zeitgemäßer IT-Verzahnung um 50 Prozent beschleunigt. Raju Shrestha (l.), Chief of the Logistics Centre, und Elena Trajkovska, Chief of International Transport, arbeiten Hand in Hand. Das Unicef Global Warehouse ist ein Geschenk der dänischen Regierung.

2,839 Milliarden Dollar – so viel hat Unicef 2013 ausgegeben, um bedürftigen Kinder, Müttern und deren Familien zu helfen.

Auch Lufthansa Cargo engagiert sich humanitär.

Mehr darüber in der planet App, kostenlos im iTunes Store und bei GooglePlay:

www.lufthansa-cargo.de/planet 

70 Prozent Luftfracht:

Wer helfen will, muss schnell sein – zur Luftfracht gibt es in Krisensituationen oft keine Alternative. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Lufthansa Cargo und haben im Heimatmarkt der Frachtairline eine Kooperation mit dem Nothilfebündnis Aktion Deutschland Hilft entwickelt. Im Bedarfsfall kann adhoc ein Frachter aus dem operativen Betrieb herausgenommen werden.

Der Øresund als Drehscheibe:

Das Unicef-Lagerhaus liegt im Kopenhagener Containerhafen, nicht weit vom Internationalen Flughafen Kastrup entfernt. Raju Shrestha und Elena Trajkovska sind durch ihr humanitäres Engagement in ihrer Heimat Nepal beziehungsweise Mazedonien zu Unicef gekommen. 

 

Spenden willkommen!

Wer Unicef unterstützen möchte, kann dies auf vielfältige Weise tun. Mehr Informationen über die Organisation unter www.unicef.de und über Angebote und Logistik von Unicef unter:

www.unicef.org/supply

Fotos:

Christian Als, Stefan Wildhirt, UNICEF

planet 2/2014

Schnellere Hilfe weltweit:

Seit 2013 läuft die Arbeit im Kopenhagener Logistikzentrum auf Hochtouren und hat die Reaktionsfähigkeit von Unicef im Katastrophenfall dank automatisierter Prozesse und zeitgemäßer IT-Verzahnung um 50 Prozent beschleunigt. Raju Shrestha (l.), Chief of the Logistics Centre, und Elena Trajkovska, Chief of International Transport, arbeiten Hand in Hand. Das Unicef Global Warehouse ist ein Geschenk der dänischen Regierung.

2,839 Milliarden Dollar – so viel hat Unicef 2013 ausgegeben, um bedürftigen Kinder, Müttern und deren Familien zu helfen.

Auch Lufthansa Cargo engagiert sich humanitär.

Mehr darüber in der planet App, kostenlos im iTunes Store und bei GooglePlay:

www.lufthansa-cargo.de/planet 

 

70 Prozent Luftfracht:

Wer helfen will, muss schnell sein – zur Luftfracht gibt es in Krisensituationen oft keine Alternative. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Lufthansa Cargo und haben im Heimatmarkt der Frachtairline eine Kooperation mit dem Nothilfebündnis Aktion Deutschland Hilft entwickelt. Im Bedarfsfall kann adhoc ein Frachter aus dem operativen Betrieb herausgenommen werden.

Der Øresund als Drehscheibe:

Das Unicef-Lagerhaus liegt im Kopenhagener Containerhafen, nicht weit vom Internationalen Flughafen Kastrup entfernt. Raju Shrestha und Elena Trajkovska sind durch ihr humanitäres Engagement in ihrer Heimat Nepal beziehungsweise Mazedonien zu Unicef gekommen. 

Spenden willkommen!

Wer Unicef unterstützen möchte, kann dies auf vielfältige Weise tun. Mehr Informationen über die Organisation unter www.unicef.de und über Angebote und Logistik von Unicef unter:

www.unicef.org/supply

 

Fotos:

Christian Als, Stefan Wildhirt, UNICEF

planet 2/2014