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Volle Kontrolle.

Shipments in Echtzeit und extra präzise verfolgen – das neue Realtime Tracking macht es möglich. Die Technik dahinter passt in einen Umschlag, der den Sendungen beigelegt wird.

Wo befindet sich in genau diesem Moment die Luftfracht­sendung mit den Automobilteilen für das Werk nahe Schanghai? Und die Turnierpferde aus Argentinien: Haben sie ihre Flugreise nach Deutschland hinter sich und sind jetzt wie geplant im Spezial-Lkw auf der Autobahn unterwegs? Auf Fragen wie diese erhalten Kunden ab sofort mit wenigen Mausklicks präzise Antworten – auf dem Webportal www.lufthansa-cargo.de/realtime.

Realtime Tracking heißt der neue Service, der die Position von ­Shipments in Echtzeit berechnet. Treffsicher bis auf wenige Hundert Meter, fast überall auf der Welt. Der Ortungsservice erstreckt sich über die gesamte Lieferkette, also auch über die Vor- und Nachlauflogistik. Insbesondere bei Sendungen mit zeitkritischer und wertvoller Fracht kann er wertvolle Informationen liefern.

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Möglich macht all das ein kleines Gerät, das der Sendung beigelegt wird. Es ist lediglich 46 Gramm schwer und kaum größer als eine Kreditkarte. Als permanente Verpackung dient ein gepolsterter Briefumschlag.

„Das Tracking-Gerät arbeitet so exakt, weil es den Mobilfunk-Standard GSM nutzt“, sagt Niko Hossain. Als Projektleiter hat er maßgeblich an der Einführung des Dienstes mitgearbeitet. Der GSM-Standard mag weniger bekannt sein als GPS. Doch im Gegensatz zu diesem funktioniert er auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig. In geschlossenen Räumen oder in Containern zum Beispiel – für Luftfrachtsendungen ein entscheidender Vorteil.

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„Das Besondere an unserem Gerät ist auch, dass es derzeit weltweit das einzige ist, das den hohen Prüfstandards der EASA, der European Aviation Safety Agency, standhält“, sagt Martina Vollbrecht, Leiterin Product Management Standard & Express, und ebenfalls federführend beim Projekt Realtime Tracking.

“Thus on the issue of flight security, the highest standards have been fulfilled. That was very important for us.” In accordance with the requirements of the various national aviation agencies, the device automatically shuts off while on board – and turns back on after landing.

Customers can use Realtime Tracking without having to buy additional equipment or software. They only have to register once for the service, then they can order the tracking devices, on a rental basis with a ­minimum order quantity of 20 items. They are delivered by courier. “The customer thus has low, earmarked costs and ultimately no investment risk,” says Niko Hossain. The tracking device is activated by pressing a button on the padded envelope. From that moment on, the device sends a signal that can be tracked over cell towers. 
    
When the shipment reaches its destination, the same button ­deactivates the tracking. The user simply tosses the postage-paid and pre-addressed envelope into a mailbox, and the rented device goes back to the manufacturer. There it is serviced, if necessary.

The shipment tracking device also gets high marks with regard to handling: “It is very robust and damage-resistant, even if you drop it on a hard floor,” says Hossain. The tracking portal is ready-to-use as an app on the internet and doesn’t have to be installed. It functions everywhere and on any computer. Each customer receives a personal account where the status of the shipment can be called up.

In the future the service will be even more extensive. “We’re already working on integrating more functions,” says Martina Vollbrecht. Additional sensors are planned, which will register the external conditions. By using geofencing technologies, automatically generated status reports will inform customers as soon as the shipment has reached its destination area.

„Somit sind in Sachen Flugsicherheit höchste Maßstäbe erfüllt, das war uns besonders wichtig.“ Gemäß den Anforderungen der Luftfahrtbehörden schaltet sich das Gerät an Bord automatisch aus – und nach der Landung wieder an.

Der Kunde kann das Realtime Tracking nutzen, ohne Geräte oder Software kaufen zu müssen. Er muss sich nur einmal für den Dienst registrieren. Dann kann er die Tracking-Geräte mit einer Mindestabnahmemenge von 20 Stück auf Mietbasis ordern. Zugestellt bekommt er sie per Kurier. Niko Hossain: „Der Kunde hat dadurch geringe, zweckgebundene Kosten und letztlich kein Investitionsrisiko.“Aktiviert wird das Echtzeit-Tracking, indem der Nutzer einen Knopf auf dem gepolsterten Umschlag drückt. Von diesem Moment an sendet das Gerät Signale, die über Mobilfunkmasten geortet werden. 

Am Empfangsort wird das Tracking mit demselben Button wieder deaktiviert. Der Nutzer muss den bereits frankierten und mit einer Adresse versehenen Umschlag nur noch in einen Briefkasten werfen, und das Mietgerät geht zurück an den Hersteller. Dort wird es bei Bedarf auch gewartet. In Sachen Handling punktet das Sendungsverfolgungsgerät ebenfalls: „Es ist sehr robust und wird auch dann nicht beschädigt, wenn man es versehentlich auf einen harten Boden fallen lässt“, sagt Hossain.

Das Trackingportal ist als Applikation im Internet sofort einsatzbereit und muss nicht installiert werden. Es kann überall und an jedem Rechner genutzt werden. Jeder Kunde bekommt einen eigenen Account, mit dem er den Status seiner Sendungen abrufen kann. Künftig soll der Service sogar noch umfangreicher sein: „Wir arbeiten bereits daran, weitere Funktionen zu integrieren“, sagt Martina Vollbrecht. So könnten zusätzliche Sensoren auch die Umgebungsbedingungen der Sendungen erfassen. Zudem sollen Kunden durch automatisch generierte Statusmeldungen informiert werden, sobald eine Sendung ihr Zielgebiet erreicht hat. Dafür ließe sich die sogenannte Geofencing-­Technologie nutzen.

 

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Philippinen-Hilfsflug als Test.

Einen erfolgreichen Praxistest hat das Realtime Tracking im November 2013 erlebt – bei einem Flug mit Hilfsgütern auf die Philippinen, wo der Taifun „Haiyan“ gewütet hatte. Zusammen mit der „Aktion Deutschland Hilft“ stellte Lufthansa zwei Hilfsflüge auf die Beine, um die Überlebenden mit Medikamenten und Wasseraufbereitungsanlagen zu versorgen.

Bei der zweiten Lieferung, dem Sonderflug einer MD-11F der Lufthansa Cargo, wurden zehn Transporteinheiten mit den Tracking-Modulen versehen. Aus Frankfurt kommend gelangten die Sendungen über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Manila. Von dort ging es mit Unterstützung von Kühne + Nagel auf die am schlimmsten betroffenen Inseln Leyte und Cebu. Dass die Güter da ankamen, wo sie benötigt wurden, ließ sich online in Sekundenschnelle präzise ermitteln.

Fotos:

Jürgen Mai, Lufthansa Cargo

planet 1/2014