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Feuer, bitte!

Im August richten sich die Augen der Welt auf Rio de Janeiro, Austragungsort von Olympia 2016. Lufthansa Cargo betreibt eine eigene Station in der Metropole am Zuckerhut. Wie geht es Rio mit den Spielen, während die brasilianische Wirtschaft schwächelt? Antworten von Logistikern aus der Riesenstadt.

„Topangebot“
Silvia Garcia Helmer sagt für die Zeit der Spiele einen zweimonatigen Cargo-Peak voraus.

Sportbegeisterung an der Christus-Statue auf dem Corcovado: Lufthansa Cargo Sales-Managerin Silvia Helmer drückt Turner Arthur Zanetti, Schwimmer César Cileo und Stabhochspringerin Fabiana Murer (alle aus Brasilien) die Daumen.

Markt Rio.

Jede Nacht pendeln zwei Boeing 747-8 zwischen Frankfurt (FRA) und Rio de Janeiro (GIG) – im Unterdeck der Passagierjumbos ist Platz für 70 Kubikmeter Fracht mit einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen. Was dort nicht verladen werden kann oder darf, wird über Viracopos (VCP) geroutet, der Frachterstation von Lufthansa Cargo im Großraum São Paulo, die per Road Feeder Service mit Rio verbunden ist. Die Hauptdestinationen für Fracht aus dem Einzugsgebiet von Rio sind neben Frankfurt Zürich, Stavanger, Paris und London. Dorthin werden hauptsächlich Früchte, Ölfeld-Equipment, Fisch und Textilerzeugnisse geliefert – leider viel zu wenig weiterverarbeitete Produkte und Industriegüter, sagen Wirtschaftsexperten. Importiert werden in die Metropole am Zuckerhut mithilfe von Lufthansa Cargo primär Pharmazeutika, Equipment für die Öl- und Gasindustrie sowie Auto- und Schiffsersatzteile.
 
Lufthansa Cargo nutzt in Rio das Lagerhaus der neuen Flughafengesellschaft RIOgaleão, die vom weltweit siebtgrößten Baukonzern Odebrecht, von Changi Airport aus Singapur sowie der staatlichen Infraero gegründet wurde. 250 RIOgaleão-Mitarbeiter kümmern sich ums Cargogeschäft und schleusen pro Jahr rund 70.000 Tonnen Luftfracht durch den Flug­hafen, davon jeweils 33.000 Tonnen Import und Export. Für etwa 6.000 Tonnen steht Lufthansa Cargo, 2014 waren 3.307 Tonnen davon Export. www.riogaleao.com
 

Markt Rio.

Jede Nacht pendeln zwei Boeing 747-8 zwischen Frankfurt (FRA) und Rio de Janeiro (GIG) – im Unterdeck der Passagierjumbos ist Platz für 70 Kubikmeter Fracht mit einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen. Was dort nicht verladen werden kann oder darf, wird über Viracopos (VCP) geroutet, der Frachterstation von Lufthansa Cargo im Großraum São Paulo, die per Road Feeder Service mit Rio verbunden ist. Die Hauptdestinationen für Fracht aus dem Einzugsgebiet von Rio sind neben Frankfurt Zürich, Stavanger, Paris und London. Dorthin werden hauptsächlich Früchte, Ölfeld-Equipment, Fisch und Textilerzeugnisse geliefert – leider viel zu wenig weiterverarbeitete Produkte und Industriegüter, sagen Wirtschaftsexperten. Importiert werden in die Metropole am Zuckerhut mithilfe von Lufthansa Cargo primär Pharmazeutika, Equipment für die Öl- und Gasindustrie sowie Auto- und Schiffsersatzteile.

Lufthansa Cargo nutzt in Rio das Lagerhaus der neuen Flughafengesellschaft RIOgaleão, die vom weltweit siebtgrößten Baukonzern Odebrecht, von Changi Airport aus Singapur sowie der staatlichen Infraero gegründet wurde. 250 RIOgaleão-Mitarbeiter kümmern sich ums Cargogeschäft und schleusen pro Jahr rund 70.000 Tonnen Luftfracht durch den Flug­hafen, davon jeweils 33.000 Tonnen Import und Export. Für etwa 6.000 Tonnen steht Lufthansa Cargo, 2014 waren 3.307 Tonnen davon Export.

www.riogaleao.com

Was macht eine Verkäuferin im Außendienst bei Lufthansa Cargo in Rio?
Ich kümmere mich um die rund 120 Kunden, die regelmäßig mit uns arbeiten. Große Accounts sind Cargolink, Cargomar, Kühne + Nagel, DB Schenker und Gefco, aber es gibt auch sehr viele kleinere Spediteure. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in Rio de Janeiro. Zusätzlich bin ich noch für unsere Kunden in Curitiba, in Belo Horizonte und im Nordosten Brasiliens zuständig. Sie alle besuche ich regelmäßig. Außerdem arbeite ich noch in einem standortübergreifenden Oil-&-Gas-Netzwerkteam mit.


Welches ist die grösste herausforderung am Standort?
Nach wie vor die Langsamkeit des Zollverfahrens. Und wir haben auch nicht gerade Rückenwind durch die aktuelle Krise der brasilianischen Wirtschaft. Brasilien braucht bessere, ehrlichere Führungspersönlichkeiten, nicht nur in der Regierung, sondern im ganzen Land. Aber trotz dieser Defizite schlagen wir uns bei Lufthansa Cargo ganz gut. 


Warum wählen die Kunden Lufthansa Cargo?
Mit unserer Boeing 747-8, die pünktlich wie ein Uhrwerk jeden Morgen eintrifft und jeden Abend wieder abfliegt, haben wir ein Topangebot und können unseren guten Service zu wettbewerbsfähigen Raten anbieten. 


Was bringt Olympia der Stadt und der Logistik?
Die Spiele verschaffen der Infrastruktur von Rio einen Schub, zum Beispiel durch die neue U-Bahn von Ipanema über Leblon nach Barra da Tijuca. Auch der Hafen mit dem neuen Museum ist attraktiver geworden. Für den Logistiksektor bringen die Spiele eine Menge Extraarbeit. Davon wird auch die Luftfracht profitieren. Ich rechne mit einem extremen Peak. Die Ausrüstung der Sportler, der Medien und der Verbände – vieles davon wird in den zwei Monaten rund um die Spiele sowie die Paralympics ein- und auch wieder ausgeflogen, und zwar auf Zuruf.

 

Was macht eine Verkäuferin im Außendienst bei Lufthansa Cargo in Rio?
Ich kümmere mich um die rund 120 Kunden, die regelmäßig mit uns arbeiten. Große Accounts sind Cargolink, Cargomar, Kühne + Nagel, DB Schenker und Gefco, aber es gibt auch sehr viele kleinere Spediteure. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in Rio de Janeiro. Zusätzlich bin ich noch für unsere Kunden in Curitiba, in Belo Horizonte und im Nordosten Brasiliens zuständig. Sie alle besuche ich regelmäßig. Außerdem arbeite ich noch in einem standortübergreifenden Oil-&-Gas-Netzwerkteam mit.

Welches ist die grösste herausforderung am Standort?
Nach wie vor die Langsamkeit des Zollverfahrens. Und wir haben auch nicht gerade Rückenwind durch die aktuelle Krise der brasilianischen Wirtschaft. Brasilien braucht bessere, ehrlichere Führungspersönlichkeiten, nicht nur in der Regierung, sondern im ganzen Land. Aber trotz dieser Defizite schlagen wir uns bei Lufthansa Cargo ganz gut. 

Warum wählen die Kunden Lufthansa Cargo?
Mit unserer Boeing 747-8, die pünktlich wie ein Uhrwerk jeden Morgen eintrifft und jeden Abend wieder abfliegt, haben wir ein Topangebot und können unseren guten Service zu wettbewerbsfähigen Raten anbieten.

Was bringt Olympia der Stadt und der Logistik?
Die Spiele verschaffen der Infrastruktur von Rio einen Schub, zum Beispiel durch die neue U-Bahn von Ipanema über Leblon nach Barra da Tijuca. Auch der Hafen mit dem neuen Museum ist attraktiver geworden. Für den Logistiksektor bringen die Spiele eine Menge Extraarbeit. Davon wird auch die Luftfracht profitieren. Ich rechne mit einem extremen Peak. Die Ausrüstung der Sportler, der Medien und der Verbände – vieles davon wird in den zwei Monaten rund um die Spiele sowie die Paralympics ein- und auch wieder ausgeflogen, und zwar auf Zuruf.

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„Sich kümmern“

Laut Flavia Brandão hat DB Schenker das richtige Rezept für die Herausforderungen in Brasilien – unabhängig von Olympia.

Als Niederlassungsleiterin von DB Schenker in Rio führt Flavia Brandão 55 Mitarbeiter und hofft, dass Brasilien mit der Rhyth­mischen Sportgymnastin Daiane dos Santos Gold holt.

Was macht DB Schenker in Rio?

Wie überall in den bedeutenden Wirtschaftszentren der Welt ist DB Schenker auch in Rio breit aufgestellt: Kontraktlogistik, Landverkehr, Luft- und Seefracht – wir bieten alles. 
Auch in der Luftfracht bedienen wir sowohl Standard- als auch Spezialanforderungen. Sehr viel Luftfracht trucken wir nach Viracopos, um sie mit Frachtern in die Zielmärkte zu schaffen. Aber wir nutzen auch das große Angebot an Bellykapazität in Rio. Darunter sind die 25 Tonnen, die Lufthansa Cargo täglich von und nach Deutschland bietet, aufgrund des sehr guten Services immer engere Wahl.

Wie gehen Sie mit der Wirtschaftskrise in Brasilien um?

Wir strengen uns noch mehr an. Wir haben bei DB Schenker ein neues Management, das die Zügel strafft, damit wir unsere zuletzt verfehlten Renditeziele bald wieder erreichen. Es gab Zeiten, da war das Logistikgeschäft einfach: Zu einem professionell organisierten Generalisten wie DB Schenker, der global vertreten war, kam das Geschäft fast von selbst. Heute sollten wir aber um jeden Kunden, um jeden Auftrag kämpfen, damit er wirklich unserer wird – und dieser Kampf wird vor allem dadurch gewonnen, dass wir uns kümmern. Erst wenn wir keine Wünsche offen gelassen haben, kommt der Kunde wieder und geht eine Partnerschaft ein. Das ist dann ein Geschäftserfolg, der auch in schweren Zeiten Bestand hat.

Ist Olympia gut für Rio?

Ja! Es wird in die Infrastruktur investiert, viele Gegenden werden verschönert, wie hier im Hafen mit dem neuen Maritimen Museum. Zudem kommt Geld in die Stadt, und wir Logistiker werden mehr zu tun haben. Die deutschen Kollegen vom weltweit arbeitenden DB SCHENKERsportsevents-Team übernehmen wieder die Logistik für einige Olympiamannschaften, Hospitality Houses, TV-Sender, Sponsoren und Zulieferer. Allerdings werden im Zuge der Olympiavorbereitungen die Probleme der Stadt nicht gelöst. Da gibt es noch zu viele Defizite. Meiner Meinung nach ist es für Rio und ganz Brasilien von zentraler Bedeutung, konsequent in das Bildungssystem zu investieren. Dann lösen sich viele Probleme von selbst, weil die Menschen mehr Verantwortung übernehmen können.

Was macht DB Schenker in Rio?

Wie überall in den bedeutenden Wirtschaftszentren der Welt ist DB Schenker auch in Rio breit aufgestellt: Kontraktlogistik, Landverkehr, Luft- und Seefracht – wir bieten alles. 
Auch in der Luftfracht bedienen wir sowohl Standard- als auch Spezialanforderungen. Sehr viel Luftfracht trucken wir nach Viracopos, um sie mit Frachtern in die Zielmärkte zu schaffen. Aber wir nutzen auch das große Angebot an Bellykapazität in Rio. Darunter sind die 25 Tonnen, die Lufthansa Cargo täglich von und nach Deutschland bietet, aufgrund des sehr guten Services immer engere Wahl.

Wie gehen Sie mit der Wirtschaftskrise in Brasilien um?

Wir strengen uns noch mehr an. Wir haben bei DB Schenker ein neues Management, das die Zügel strafft, damit wir unsere zuletzt verfehlten Renditeziele bald wieder erreichen. Es gab Zeiten, da war das Logistikgeschäft einfach: Zu einem professionell organisierten Generalisten wie DB Schenker, der global vertreten war, kam das Geschäft fast von selbst. Heute sollten wir aber um jeden Kunden, um jeden Auftrag kämpfen, damit er wirklich unserer wird – und dieser Kampf wird vor allem dadurch gewonnen, dass wir uns kümmern. Erst wenn wir keine Wünsche offen gelassen haben, kommt der Kunde wieder und geht eine Partnerschaft ein. Das ist dann ein Geschäftserfolg, der auch in schweren Zeiten Bestand hat.

Ist Olympia gut für Rio?

Ja! Es wird in die Infrastruktur investiert, viele Gegenden werden verschönert, wie hier im Hafen mit dem neuen Maritimen Museum. Zudem kommt Geld in die Stadt, und wir Logistiker werden mehr zu tun haben. Die deutschen Kollegen vom weltweit arbeitenden DB SCHENKERsportsevents-Team übernehmen wieder die Logistik für einige Olympiamannschaften, Hospitality Houses, TV-Sender, Sponsoren und Zulieferer. Allerdings werden im Zuge der Olympiavorbereitungen die Probleme der Stadt nicht gelöst. Da gibt es noch zu viele Defizite. Meiner Meinung nach ist es für Rio und ganz Brasilien von zentraler Bedeutung, konsequent in das Bildungssystem zu investieren. Dann lösen sich viele Probleme von selbst, weil die Menschen mehr Verantwortung übernehmen können.

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„Super Chance“

Patrick Fehring will der Branche bei Olympia die Leistungsfähigkeit des Cargohandlings am Flughafen beweisen.

Fan der Boeing 747-8: Patrick Fehring ist Director Cargo bei der Flughafengesellschaft RIOgaleão, liebt das Radfahren in Rio und will sich mit seinen Kindern die Beachvolleyball-Wettbewerbe anschauen.

Seit zwei Jahren ist der internationale Flughafen von Rio privatisiert und in den Händen von RIOgaleão. Was hat sich verändert?
Einiges! Wir werden bis zu den Olympischen Spielen zwei Milliarden Real investiert haben (umgerechnet ca. 500 bis 600 Millionen Euro, Anm. d. Red.), um weite Teile des bis dato vernachlässigten Flughafens auf internationales Niveau zu heben.

Wird auch ins Cargogeschäft investiert?
Absolut! Bis Ende des Jahres werden wir 30 Millionen Real für Ausrüstung und Infrastruktur ausgeben – alles mit dem Ziel, Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Dazu gehören eine neue Flotte von Gabelstaplern, 150 neue Kameras und die Renovierung des Export-Terminals. Unser vollautomatisiertes Pharma-Lager mit zwei Temperaturzonen und 17.000 Kubikmeter Stauraum ist bereits in Betrieb und sucht seinesgleichen auf der Welt. In diesem Segment sehen wir große Chancen und erwirtschaften schon heute allein 40 Prozent unseres Cargoumsatzes.

Wie wichtig ist Cargo für RIOgaleão?
Cargo ist mit 25 Prozent Anteil ein bedeutender Umsatzbringer. Unsere Strategie ist es, mit allen Mitwirkenden an der Supply Chain tragfähige Partnerschaften aufzubauen – mit den Airlines, mit den Zollagenten, mit den Spediteuren, mit den Im- und Exporteuren und schließlich mit den Behörden. Insbesondere die Feedbacks von Lufthansa Cargo sind extrem wertvoll. Die hohen Ansprüche, die hier gestellt werden, helfen uns, die richtigen Prioritäten zu setzen. Lufthansa ist zudem die einzige Gesellschaft, die Rio mit der Boeing 747-8 anfliegt – ein wunderbares Flugzeug, auch für Cargo!

Was sollten Ausländer beachten, wenn Sie in Rio geschäftlich aktiv sind?
Die Cariocas sind sich der Defizite bewusst und nehmen mit ih­rer Kritik an Politikern und Wirtschaftsführern kein Blatt vor den Mund. Als Ausländer sollte man jedoch zurückhaltender sein.

Wie sehen Sie Olympia?
Die Spiele geben uns die Chance für enorme Verbesserungen. Wir können unseren Flughafen vielen Playern im Luftfrachtbusiness als modernes, gut funktionierendes Gateway präsentieren!

 

Seit zwei Jahren ist der internationale Flughafen von Rio privatisiert und in den Händen von RIOgaleão. Was hat sich verändert?

Einiges! Wir werden bis zu den Olympischen Spielen zwei Milliarden Real investiert haben (umgerechnet ca. 500 bis 600 Millionen Euro, Anm. d. Red.), um weite Teile des bis dato vernachlässigten Flughafens auf internationales Niveau zu heben.

Wird auch ins Cargogeschäft investiert?

Absolut! Bis Ende des Jahres werden wir 30 Millionen Real für Ausrüstung und Infrastruktur ausgeben – alles mit dem Ziel, Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Dazu gehören eine neue Flotte von Gabelstaplern, 150 neue Kameras und die Renovierung des Export-Terminals. Unser vollautomatisiertes Pharma-Lager mit zwei Temperaturzonen und 17.000 Kubikmeter Stauraum ist bereits in Betrieb und sucht seinesgleichen auf der Welt. In diesem Segment sehen wir große Chancen und erwirtschaften schon heute allein 40 Prozent unseres Cargoumsatzes.

Wie wichtig ist Cargo für RIOgaleão?

Cargo ist mit 25 Prozent Anteil ein bedeutender Umsatzbringer. Unsere Strategie ist es, mit allen Mitwirkenden an der Supply Chain tragfähige Partnerschaften aufzubauen – mit den Airlines, mit den Zollagenten, mit den Spediteuren, mit den Im- und Exporteuren und schließlich mit den Behörden. Insbesondere die Feedbacks von Lufthansa Cargo sind extrem wertvoll. Die hohen Ansprüche, die hier gestellt werden, helfen uns, die richtigen Prioritäten zu setzen. Lufthansa ist zudem die einzige Gesellschaft, die Rio mit der Boeing 747-8 anfliegt – ein wunderbares Flugzeug, auch für Cargo!

Was sollten Ausländer beachten, wenn Sie in Rio geschäftlich aktiv sind?

Die Cariocas sind sich der Defizite bewusst und nehmen mit ih­rer Kritik an Politikern und Wirtschaftsführern kein Blatt vor den Mund. Als Ausländer sollte man jedoch zurückhaltender sein.

Wie sehen Sie Olympia?

Die Spiele geben uns die Chance für enorme Verbesserungen. Wir können unseren Flughafen vielen Playern im Luftfrachtbusiness als modernes, gut funktionierendes Gateway präsentieren!

 

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„Gemischte Gefühle“

Vitor Manhães sind Verbesserungen wichtig, die über Olympia hinausweisen, Lufthansa Cargo sieht er gut aufgestellt.

Teamfähig: Vitor de Siqueira Manhães (2.v.r.), hier mit Mitarbeitern des Handlingdienstleisters Cross­Racer aus Rio, ist Sales & Handling Manager bei Lufthansa Cargo und mag Judo und Turnen.

Was ist der Vorteil von Lufthansa Cargo in Rio?
Wir haben Expertise, bieten höchste Qualität, sind zuverlässig und pünktlich. Wer einen guten Service und Leute mit Köpfchen will, wählt Lufthansa Cargo. Besonderen Wert legen wir auf das Thema Sicherheit: Wir screenen mit großem Aufwand und machen auf diesem Gebiet keine Kompromisse. Ein weiteres Ass im Wettbewerb ist unsere Boeing 747-8, die rund 25 Tonnen Kapazität bietet. Wir haben sogar schon einmal 30.140 Kilogramm Fracht zugeladen, vermutlich der Rekord in unserer Flotte. Wir sagen manchmal scherzhaft: Die 747-8 ist ein Frachter, der auch Passagiere mitnehmen kann!

Was sind die größten Herausforderungen?
Straßen, Infrastruktur, Prozesse, Security – alles ist über Jahre nicht auf Stand gehalten worden. Das bessert sich erst jetzt ganz langsam mit dem neuen Flughafenbetreiber. Der Flughafen liegt auf einer Insel mitten in der Baia de Guanabara, die Zufahrt ist eng und führt nicht gerade an den besten Gegenden der Stadt vorbei, was zu Sicherheitsproblemen geführt hat. Am schwersten haben es allerdings die Zoll­beamten, die sehr altmodische Gesetze einhalten müssen. 

Wie beurteilen Sie Olympia in Zeiten der brasilianischen Wirtschaftskrise?
Ich bin skeptisch, ob die Spiele Rios Wirtschaft weiterbringen. Bei den Investitionen in die Verkehrswege darf es nicht bleiben: Bildung, Gesundheit und Sicherheit müssen auch verbessert werden! Wir leiden unter einer verantwortungs­losen Politikerkaste. Das zu bejammern wäre allerdings unehrlich, denn die Politiker sind von uns gewählt und nur ein Abbild der Gesellschaft. Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen und anpacken. Hoffnung macht das Vorgehen gegen die Korruption: Es ist beispiellos in unserer Geschichte, dass jetzt mächtige Politiker und Geschäftsleute vor Gericht gestellt werden. Ich sage immer, am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, dann ist es eben noch nicht das Ende!

 

Was ist der Vorteil von Lufthansa Cargo in Rio?

Wir haben Expertise, bieten höchste Qualität, sind zuverlässig und pünktlich. Wer einen guten Service und Leute mit Köpfchen will, wählt Lufthansa Cargo. Besonderen Wert legen wir auf das Thema Sicherheit: Wir screenen mit großem Aufwand und machen auf diesem Gebiet keine Kompromisse. Ein weiteres Ass im Wettbewerb ist unsere Boeing 747-8, die rund 25 Tonnen Kapazität bietet. Wir haben sogar schon einmal 30.140 Kilogramm Fracht zugeladen, vermutlich der Rekord in unserer Flotte. Wir sagen manchmal scherzhaft: Die 747-8 ist ein Frachter, der auch Passagiere mitnehmen kann!

Was sind die größten Herausforderungen?

Straßen, Infrastruktur, Prozesse, Security – alles ist über Jahre nicht auf Stand gehalten worden. Das bessert sich erst jetzt ganz langsam mit dem neuen Flughafenbetreiber. Der Flughafen liegt auf einer Insel mitten in der Baia de Guanabara, die Zufahrt ist eng und führt nicht gerade an den besten Gegenden der Stadt vorbei, was zu Sicherheitsproblemen geführt hat. Am schwersten haben es allerdings die Zoll­beamten, die sehr altmodische Gesetze einhalten müssen. 

Wie beurteilen Sie Olympia in Zeiten der brasilianischen Wirtschaftskrise?

Ich bin skeptisch, ob die Spiele Rios Wirtschaft weiterbringen. Bei den Investitionen in die Verkehrswege darf es nicht bleiben: Bildung, Gesundheit und Sicherheit müssen auch verbessert werden! Wir leiden unter einer verantwortungs­losen Politikerkaste. Das zu bejammern wäre allerdings unehrlich, denn die Politiker sind von uns gewählt und nur ein Abbild der Gesellschaft. Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen und anpacken. Hoffnung macht das Vorgehen gegen die Korruption: Es ist beispiellos in unserer Geschichte, dass jetzt mächtige Politiker und Geschäftsleute vor Gericht gestellt werden. Ich sage immer, am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, dann ist es eben noch nicht das Ende!

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Antriebsstark.

Maximiliana José Eduardo de Paiva studiert Public Relations an der renommierten Faculdade Cásper Líbero in São Paulo, unterstützt das Lufthansa Cargo Team South America, Caribbean and Florida und freut sich auf das olympische Basketballturnier

Freuen Sie sich auf Olympia?
Sehr! Ich werde mir zu Hause in São Paulo viele Sportübertragungen im Fernsehen anschauen. Auch unter beruflichen Aspekten finde ich die Spiele interessant, weil sie medial und wirtschaftlich ein unvergleichliches Großereignis sind. Ich habe angefangen, Public Relations zu studieren, weil ich Events organisieren will. Ein größeres Event als Olympia kann man sich nicht vorstellen.

Was bringen die Spiele den Menschen in Brasilien?
Die Zusammenkunft so vieler Menschen aus verschiedenen Ländern – das ist eine fantastische Sache. Die internationalen Kontakte, die von den Menschen geknüpft werden, sind ungeheuer wertvoll. Ich bin in einer weltoffenen, international ausgerichteten Familie groß geworden. Mein Vater stammt aus Brasilien und ist Dirigent, meine Mutter ist eine Pianistin aus Bulgarien, ich durfte auf eine englischsprachige Schule gehen. Das alles vergrößert meine Chancen bei der Ausbildungs- und Berufswahl ganz enorm.

Könnte es eine Karriere in der Logistikbranche werden?
Mal sehen, ob ich Karriere mache. Die Logistikbranche bietet jedenfalls viele interessante Arbeitsplätze überall auf der Welt. Logistiker müssen Lösungen für die unterschiedlichsten Industrien entwickeln und lernen so sehr viel über die Wirtschaft. Die Luftfracht schafft es, Waren innerhalb weniger Tage von einem Ende der Welt zum anderen zu befördern, dringend benötigte Arzneimittel zum Beispiel. Das finde ich toll!

Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise auf die junge Generation in Brasilien?
Sie hat die Probleme, die wir seit Generationen haben, noch einmal verschärft. Viele junge Leute aus der Mittelschicht sind frustriert, weil sie nicht auf die Universität gehen können. Es gibt zu wenige Studienplätze, und die Unis sind in der Regel zu teuer. Wenn man dann auf der Uni war, ist es nicht leicht, im Berufsleben Fuß zu fassen. Offensichtlich ist die Krise ziemlich ernst, weil sich Öl- und Rohstoffpreise nicht erholen und unserer Wirtschaft damit der Rückenwind fehlt. Jetzt fällt die Krise auch noch zusammen mit dem weltweiten Abschwung. Das macht es nicht leichter. Aber ich hoffe immer noch, dass Politiker und Wirtschaft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und die Probleme an der Wurzel angehen. Dann wird es wieder aufwärtsgehen.

 

Fotos:

Dario Zalis

planet 01/2016

Freuen Sie sich auf Olympia?

Sehr! Ich werde mir zu Hause in São Paulo viele Sportübertragungen im Fernsehen anschauen. Auch unter beruflichen Aspekten finde ich die Spiele interessant, weil sie medial und wirtschaftlich ein unvergleichliches Großereignis sind. Ich habe angefangen, Public Relations zu studieren, weil ich Events organisieren will. Ein größeres Event als Olympia kann man sich nicht vorstellen. 

Was bringen die Spiele den Menschen in Brasilien?

Die Zusammenkunft so vieler Menschen aus verschiedenen Ländern – das ist eine fantastische Sache. Die internationalen Kontakte, die von den Menschen geknüpft werden, sind ungeheuer wertvoll. Ich bin in einer weltoffenen, international ausgerichteten Familie groß geworden. Mein Vater stammt aus Brasilien und ist Dirigent, meine Mutter ist eine Pianistin aus Bulgarien, ich durfte auf eine englischsprachige Schule gehen. Das alles vergrößert meine Chancen bei der Ausbildungs- und Berufswahl ganz enorm.

Könnte es eine Karriere in der Logistikbranche werden?

Mal sehen, ob ich Karriere mache. Die Logistikbranche bietet jedenfalls viele interessante Arbeitsplätze überall auf der Welt. Logistiker müssen Lösungen für die unterschiedlichsten Industrien entwickeln und lernen so sehr viel über die Wirtschaft. Die Luftfracht schafft es, Waren innerhalb weniger Tage von einem Ende der Welt zum anderen zu befördern, dringend benötigte Arzneimittel zum Beispiel. Das finde ich toll!

Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise auf die junge Generation in Brasilien?

Sie hat die Probleme, die wir seit Generationen haben, noch einmal verschärft. Viele junge Leute aus der Mittelschicht sind frustriert, weil sie nicht auf die Universität gehen können. Es gibt zu wenige Studienplätze, und die Unis sind in der Regel zu teuer. Wenn man dann auf der Uni war, ist es nicht leicht, im Berufsleben Fuß zu fassen. Offensichtlich ist die Krise ziemlich ernst, weil sich Öl- und Rohstoffpreise nicht erholen und unserer Wirtschaft damit der Rückenwind fehlt. Jetzt fällt die Krise auch noch zusammen mit dem weltweiten Abschwung. Das macht es nicht leichter. Aber ich hoffe immer noch, dass Politiker und Wirtschaft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und die Probleme an der Wurzel angehen. Dann wird es wieder aufwärtsgehen.

 

Fotos:

Dario Zalis

planet 01/2016