Story Image

eAWB auf Kurs.

Hellmann in Hongkong versendet Luftfracht bei Lufthansa Cargo zu 100 Prozent eFreight-konform mit elektronischen Frachtpapieren. Das spart Zeit und Geld und steigert die Qualität der Luftfrachtdaten.

Es ist der 29. April 2013 auf dem Superflughafen Chek Lap Kok in Hongkong. Mit Hochspannung verfolgen die Teams von Lufthansa Cargo und Hellmann Worldwide Logistics, wie das erste Frachtstück mit der elektronischen Air Waybill (eAWB) abgefertigt wird. Haben die Experten alles bedacht? Funktioniert das System reibungslos?

Story Image

Als sich der Frachter in den Himmel erhebt, steht fest: Die akribischen gemeinsamen Vorbereitungen von Airline und Versender haben sich gelohnt. Hellmann Worldwide Logistics startet an diesem Tag von Hongkong aus in die Ära des eAWB.

Nun, ein Jahr später, ist die Hochspannung gewichen. Die eAWB ist für Mark Hellmann und seine Mitarbeiter Alltag. Inzwischen produziert das Unternehmen monatlich mehr als 1.000 eAWBs: „Wir versenden unsere Luftfracht bei Lufthansa Cargo heute zu 100 Prozent mit der eAWB“, so Hellmann. Der 54-Jährige ist Präsident und CEO für Asien bei Hellmann Worldwide Logistics sowie International Executive Board Member und Main Board Member des Logistikriesen.

Story Image

Und er ist einer der Tempomacher bei der Umsetzung von eFreight. Hellmann in Hongkong arbeitet seit 1987 mit Lufthansa Cargo und versendet inzwischen jährlich rund 5.000 Tonnen Luftfracht mit dem Kranich – inzwischen zu 100 Prozent mit der eAWB. „Das Unternehmen ist gleich im ersten Jahr zu unserem Top-eAWB-Partner aufgestiegen“, sagt Rüdiger Helm, Regional Director South China & Taiwan bei Lufthansa Cargo.

Eines von Hellmanns Zielen für seine 2.000 Mitarbeiter lautet unmissverständlich „100 Prozent electronic Air Waybill“. Dass das von ihm geleitete asiatische Hellmann-Netzwerk inzwischen voll auf die eAWB setzt, hat sicherlich nichts damit zu tun, dass Hellmann Lufthansa Cargo einen Gefallen tun möchte: „Das ist eine Win-Win-Situation: Wir sind spürbar effizienter geworden, sparen Zeit und Kosten und auch der Nachhaltigkeitseffekt darf nicht außer Acht gelassen werden“, so Hellmann. 

Die Airline hat das Unternehmen dabei von Anfang an intensiv betreut. Die IT-Systeme wurden synchronisiert und die Hellmann-Mitarbeiter in Workshops von Lufthansa Cargo geschult. „Durch die enge Abstimmung haben wir die technischen Herausforderungen bewältigen können, die die speziellen Hellmann-Prozesse mit sich bringen“, erinnert sich Helm. „Mit maßgeschneiderten Lösungen konnten wir auch das Co-Loader-System von Hellmann Hongkong in die eAWB-Prozesse integrieren“, schildert Helm die erste eFreight-Phase.

Ob Bekleidung, Schuhe, Elektronik, Automotive, leicht verderbliche Waren, Ausstellungsstücke oder Healthcare – die von Hellmann Hongkong versendete Fracht ist breit gefächert und ebenso anspruchsvoll im Handling. 

Auch deshalb ist die eAWB für Mark Hellmann ein großer Schritt nach vorn: „Die Datenqualität, die wir mit Lufthansa Cargo austauschen, konnte durch die eAWB deutlich verbessert werden. Das wiederum schlug sich in Einsparungen bei Zeit und Kosten nieder.“

Doch Hellmann blickt noch weiter voraus: „Nachhaltigkeit gehört fest zur DNA unseres Unternehmens – nicht nur in Hongkong, sondern weltweit. Alle unsere Mitarbeiter sind angehalten, verantwortungsvoll mit den Menschen, den Gemeinschaften und der Umwelt in ihrer Region umzugehen. Die eFreight-Initiative hilft uns, unserer Verantwortung gerecht zu werden und unseren ökologischen Fußabdruck und die Berge von Papier zu verkleinern.“

Auch deshalb soll Hongkong für Hellmann keine eFreight-Insel bleiben. Chek Lap Kok ist als supermoderner Airport in Hongkong die perfekte Ausgangsbasis für die eFreight-Initiative, aber Mark Hellmann will auch die anderen asiatischen Stationen mit eAWBs operieren lassen: „Natürlich planen wir, eFreight nicht nur in China, sondern überall in Asien einzuführen. Unsere Prozesse sind standardisiert und wir können die guten Erfahrungen mit Lufthansa Cargo hier in Hongkong nutzen, um eFreight in ganz Asien auszubreiten.“

Lufthansa Cargo begleitet diesen Rollout auf den Stationen aktiv, führt Workshops zur Datenqualität gemeinsam mit den Kunden durch und stellt notwendige IT-Schnittstellen her. Für die Pilotstation München ist der neue Prozess schon Wirklichkeit, der Rollout des Hubs Frankfurt steht zur Jahresmitte unmittelbar bevor. Weitere Stationen wie Singapur, Los Angeles, Chicago, Wien und Mailand bereiten sich darauf vor.

eFreight: der Drei-Stufen-Plan von Lufthansa Cargo.

MAWB > eAWB
Immer mehr Spediteure unterzeichnen die notwendigen Rahmenverträge (eAWB Multilateral Agreement) und bereiten ihre IT auf den elektronischen Prozess vor. Im Zuge der Einführung des eAWB ersetzt eine elektronische Standard-Message (FWB) den Papier-MAWB (Master-Air-Waybill). 2015 soll die eAWB-Rate des Fracht-Carriers 80 Prozent betragen.

HAWB > eHAWB
Digitalisierte HAWBs (House Air Waybills/Hausfrachtbriefe) werden schon heute von zahlreichen Zollbehörden gefordert. Allerdings besteht akuter Einigungsbedarf, weil noch ein Industriestandard für das eHouse-Manifest fehlt.

Pouch > ePouch
Heute werden noch zirka 75 Prozent der Sendungen mit einer Pouch und den entsprechenden Papieren verschickt, weil viele Behörden Originaldokumente erwarten. Handelsdokumente und Zolldokumente sind gleichwohl auch als PDF verfügbar und ermöglichen so eine Digitalisierung der gesamten Dokumentation.

Fotos:

Egill Bjarki, Sven Schröder

planet 1/2014

Ob Bekleidung, Schuhe, Elektronik, Automotive, leicht verderbliche Waren, Ausstellungsstücke oder Healthcare – die von Hellmann Hongkong versendete Fracht ist breit gefächert und ebenso anspruchsvoll im Handling. 

Auch deshalb ist die eAWB für Mark Hellmann ein großer Schritt nach vorn: „Die Datenqualität, die wir mit Lufthansa Cargo austauschen, konnte durch die eAWB deutlich verbessert werden. Das wiederum schlug sich in Einsparungen bei Zeit und Kosten nieder.“

Doch Hellmann blickt noch weiter voraus: „Nachhaltigkeit gehört fest zur DNA unseres Unternehmens – nicht nur in Hongkong, sondern weltweit. Alle unsere Mitarbeiter sind angehalten, verantwortungsvoll mit den Menschen, den Gemeinschaften und der Umwelt in ihrer Region umzugehen. Die eFreight-Initiative hilft uns, unserer Verantwortung gerecht zu werden und unseren ökologischen Fußabdruck und die Berge von Papier zu verkleinern.“

Auch deshalb soll Hongkong für Hellmann keine eFreight-Insel bleiben. Chek Lap Kok ist als supermoderner Airport in Hongkong die perfekte Ausgangsbasis für die eFreight-Initiative, aber Mark Hellmann will auch die anderen asiatischen Stationen mit eAWBs operieren lassen: „Natürlich planen wir, eFreight nicht nur in China, sondern überall in Asien einzuführen. Unsere Prozesse sind standardisiert und wir können die guten Erfahrungen mit Lufthansa Cargo hier in Hongkong nutzen, um eFreight in ganz Asien auszubreiten.“

Lufthansa Cargo begleitet diesen Rollout auf den Stationen aktiv, führt Workshops zur Datenqualität gemeinsam mit den Kunden durch und stellt notwendige IT-Schnittstellen her. Für die Pilotstation München ist der neue Prozess schon Wirklichkeit, der Rollout des Hubs Frankfurt steht zur Jahresmitte unmittelbar bevor. Weitere Stationen wie Singapur, Los Angeles, Chicago, Wien und Mailand bereiten sich darauf vor.

eFreight: der Drei-Stufen-Plan von Lufthansa Cargo.

MAWB > eAWB
Immer mehr Spediteure unterzeichnen die notwendigen Rahmenverträge (eAWB Multilateral Agreement) und bereiten ihre IT auf den elektronischen Prozess vor. Im Zuge der Einführung des eAWB ersetzt eine elektronische Standard-Message (FWB) den Papier-MAWB (Master-Air-Waybill). 2015 soll die eAWB-Rate des Fracht-Carriers 80 Prozent betragen.

HAWB > eHAWB
Digitalisierte HAWBs (House Air Waybills/Hausfrachtbriefe) werden schon heute von zahlreichen Zollbehörden gefordert. Allerdings besteht akuter Einigungsbedarf, weil noch ein Industriestandard für das eHouse-Manifest fehlt.

Pouch > ePouch
Heute werden noch zirka 75 Prozent der Sendungen mit einer Pouch und den entsprechenden Papieren verschickt, weil viele Behörden Originaldokumente erwarten. Handelsdokumente und Zolldokumente sind gleichwohl auch als PDF verfügbar und ermöglichen so eine Digitalisierung der gesamten Dokumentation.

 

Fotos:

Egill Bjarki, Sven Schröder

planet 1/2014