Story Image

AWB: Ade am See.

Kühne + Nagel verabschiedet sich vom Papier-AWB. In der Unternehmenszentrale am Zürichsee arbeitet ein Lufthansa Cargo Team gemeinsam mit seinem Kunden daran, Schnittstellen und Prozesse zu vereinheitlichen.

Als junge Speditionskaufleute tippten Silke Hiltunen und Ingo Zeschky ihre ersten Air Waybills (AWB) teils noch mit der Schreibmaschine. Heute bringen beide die Luftfrachtpapiere in ein neues Zeitalter: die eAWB-Ära. Silke Hiltunen als Prozessmanagerin bei Kühne + Nagel und Ingo Zeschky als Verantwortlicher für Datenqualität im eAWB-Rollout-Team von Lufthansa Cargo.

Story Image

In der Unternehmenszentrale im malerischen Schindellegi am Zürichsee verabschiedet sich Kühne + Nagel gerade vom Papier-AWB. Seit dem Frühjahr heben die Kühne + Nagel Sendungen an den Pilotstationen in Delhi und Singapur mit eAWB ab. Das spart Zeit und Papier. Deshalb werden den papiernen Luftfrachtdokumenten keine Tränen nachgeweint. In Schindellegi blickt man lieber voraus.

Denn Kühne + Nagel setzt als innovativer Logistikdienstleister schon lange auf eFreight-Prozesse, für die der eAWB ein entscheidender Baustein ist: „Kühne + Nagel hat sehr bewusst vor Jahren ein E-Filing-Warehouse-Managementsystem eingerichtet, mit dem wir schon heute die eFreight-Lanes in den dafür zugelassenen Ländern bedienen können“, erklärt Silke Hiltunen. „Dank eAWB fallen die Dokumentprüfzeiten weg, was die Prozesskette beschleunigt.“ Auch vonseiten der Kundschaft des Logistikdienstleisters habe man den Wunsch gespürt, das Projekt Grüne Logistik mit hoher Priorität anzugehen.

Story Image

Diesen Trend bestätigt auch Kai Fuoss, der als Key Account Manager die globale Partnerschaft von Lufthansa Cargo mit Kühne + Nagel betreut. Obwohl Kühne + Nagel selbst in zahlreichen Arbeitsgruppen der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung IATA mitarbeitet, bedurfte es auch für die Profis des Logistikriesen einer Vorbereitung, um die eAWB-Standards der IATA zu erfüllen. Einen hohen Anteil der Vorbereitung macht die Arbeit am Multilateral eAWB Agreement (Resolution 672) aus, welches im Dezember 2014 gezeichnet wurde.

Und die IATA forciert zusätzlich den Wechsel der Luftfrachtindustrie zum modernen Nachrichtenübermittlungsstandard Cargo-XML, indem sie den Support für den weniger detaillierten Cargo-IMP-Standard zum Ende des vergangenen Jahres einstellte. 

Story Image

Unterstützung bei der Anpassung der Prozesse an den eAWB-Standard erhielten die Prozessmanager des Unternehmens von Ingo Zeschky und dem Team Messaging und Datenqualität aus dem „eAWB Global Rollout“-Projekt bei Lufthansa Cargo. Sie begleiteten Kühne + Nagel bei allen relevanten Schritten auf dem Weg zum eAWB. „Zunächst erstellen wir dabei gemeinsam eine Prozessanalyse, damit wir sagen können, was getan werden muss“, beschreibt Ingo Zeschky das Vorgehen. „Dadurch, dass die eFreight- und eAWB-Infrastruktur bei Kühne + Nagel schon sehr weit entwickelt war, konnten wir uns sehr schnell um die Optimierung der Datenqualität kümmern.“

Diese bezeichnet die korrekte und vollständige Übertragung der für Annahme und Transport der eAWB-Luftfrachtsendung erforderlichen Daten. Schon heute geben die meisten Speditionen die Frachtdaten parallel zu den Papier-AWB auch elektronisch weiter.

Die Herausforderung: Die Nutzung von eAWB erfordert einen Austausch von mehr Daten, als bei einer Übertragung parallel zum Papier-AWB benötigt werden. Zudem müssen die Datensätze – wenn sie den Papier-AWB schließlich ganz ersetzen sollen – von hoher Güte sein, da die Fracht sonst nicht abheben darf. Bei Kühne + Nagel zum Beispiel übermittelt das Firmensystem die Datensätze an das Handling-System der Lufthansa Cargo.

„Damit eAWB funktioniert, müssen die übertragenen Daten sowohl formal, als auch inhaltlich vollständig und korrekt sein. Ist das nicht der Fall, weist das Handling System der Lufthansa Cargo die Daten entweder schon von vornherein ab, oder es fällt spätestens bei der Annahme der Sendung auf. 

Um die Sendung dann annehmen und fliegen zu können, müssen Daten gegebenenfalls nachträglich übertragen werden oder sogar ein Papier-AWB nachgereicht werden. Genau das macht die Anpassung der Datenqualität auf das für eAWB erforderliche Niveau im Vorfeld zu einer papierlosen Beförderung so essenziell“, erklärt Ingo Zeschky.
    
„Aus diesem Grund befasst sich Kühne + Nagel täglich mit der Analyse der Datenqualität der eAWB. Hierzu stehen wir in engem Austausch mit der Lufthansa Cargo“, fügt Kristina Berners hinzu. „Zeitgleich haben wir die Prozesse an den Stationen auf die Arbeit mit dem eAWB angepasst“, sagt Silke Hiltunen.

„Während zuvor einige Kontrollschritte erst nach dem eigentlichen Zusammenstellen der AWB-Daten erfolgten, müssen diese Schritte nun vorgezogen werden, damit alles geklärt ist, wenn wir die eAWB-Daten übermitteln.“ Um die neuen Prozesse an den Stationen zu verankern, die als weitere eAWB-Standorte folgen sollen, hat Kühne + Nagel spezielle Schulungsteams aufgebaut.

Denn Singapur und Delhi sind erst der Anfang. Auch an Standorten wie New York laufen bereits die Vorbereitungen, um sich vom alten AWB möglichst bald verabschieden zu können.

Fotos:

Sebastian Vollmert

planet 1/2015

Diese bezeichnet die korrekte und vollständige Übertragung der für Annahme und Transport der eAWB-Luftfrachtsendung erforderlichen Daten. Schon heute geben die meisten Speditionen die Frachtdaten parallel zu den Papier-AWB auch elektronisch weiter.

Die Herausforderung: Die Nutzung von eAWB erfordert einen Austausch von mehr Daten, als bei einer Übertragung parallel zum Papier-AWB benötigt werden. Zudem müssen die Datensätze – wenn sie den Papier-AWB schließlich ganz ersetzen sollen – von hoher Güte sein, da die Fracht sonst nicht abheben darf. Bei Kühne + Nagel zum Beispiel übermittelt das Firmensystem die Datensätze an das Handling-System der Lufthansa Cargo.

„Damit eAWB funktioniert, müssen die übertragenen Daten sowohl formal, als auch inhaltlich vollständig und korrekt sein. Ist das nicht der Fall, weist das Handling System der Lufthansa Cargo die Daten entweder schon von vornherein ab, oder es fällt spätestens bei der Annahme der Sendung auf. 

Um die Sendung dann annehmen und fliegen zu können, müssen Daten gegebenenfalls nachträglich übertragen werden oder sogar ein Papier-AWB nachgereicht werden. Genau das macht die Anpassung der Datenqualität auf das für eAWB erforderliche Niveau im Vorfeld zu einer papierlosen Beförderung so essenziell“, erklärt Ingo Zeschky.

„Aus diesem Grund befasst sich Kühne + Nagel täglich mit der Analyse der Datenqualität der eAWB. Hierzu stehen wir in engem Austausch mit der Lufthansa Cargo“, fügt Kristina Berners hinzu. „Zeitgleich haben wir die Prozesse an den Stationen auf die Arbeit mit dem eAWB angepasst“, sagt Silke Hiltunen.

„Während zuvor einige Kontrollschritte erst nach dem eigentlichen Zusammenstellen der AWB-Daten erfolgten, müssen diese Schritte nun vorgezogen werden, damit alles geklärt ist, wenn wir die eAWB-Daten übermitteln.“ Um die neuen Prozesse an den Stationen zu verankern, die als weitere eAWB-Standorte folgen sollen, hat Kühne + Nagel spezielle Schulungsteams aufgebaut.

Denn Singapur und Delhi sind erst der Anfang. Auch an Standorten wie New York laufen bereits die Vorbereitungen, um sich vom alten AWB möglichst bald verabschieden zu können.

 

Fotos:

Sebastian Vollmert

planet 1/2015