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„Im Einklang leben“

Eine der weltweit einflussreichsten Institutionen, wenn es um die Verbesserungen der Lebensbedingungen auf diesem Planeten geht, ist das World Economic Forum (WEF). Christoph Wolff, Head of Mobility beim WEF, und Lufthansa Cargo CEO Peter Gerber über die Chancen von Corporate Responsibility

Warum ist Corporate Responsibility heute wichtig?

Christoph Wolff: Unternehmen agieren nicht im luftleeren Raum, sondern haben zahlreiche Berührungspunkte zu gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen. Das gilt umso mehr, wenn ein Unternehmen global aktiv ist. Natürlich müssen Unternehmen ihre Kunden und Anteilseigner zufriedenstellen. Aber das allein berücksichtigt weder die Auswirkungen des Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt, noch garantiert es mittel- und langfristig den Erfolg. Die Welt ist komplexer geworden, und Unternehmen haben Verantwortung dafür, wie sie sich entwickelt. Die meisten weltweit agierenden Unternehmen haben das erkannt und kümmern sich mit einer Multi-Stakeholder-Strategie intensiv um ihre Beziehungen zu den unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Communitys – seien es Kunden, Mitarbeiter, Talente, Lieferanten, Presse und Öffentlichkeit, staatliche Institutionen, Nachbarn, Politik oder Nichtregierungsorganisationen. Wer verantwortlich handelt, nutzt seinen Einfluss, um positive Veränderungen zu bewirken, von denen die Gesellschaft insgesamt und am Ende auch das Unternehmen selbst profitiert. Früher haben Unternehmen Corporate Responsibility manchmal aus­gelagert in irgendeine untergeordnete Abteilung, nach dem Motto „Das macht ja bei uns der Herr Sowieso“. Dieses in Wirklichkeit vielschichtige Thema hatte da nur noch eine Feigenblatt-Funktion. Heute haben die weltweit führenden Unternehmen erkannt, dass Corporate Responsibility ein Vorstandsthema ist. Da geht es nicht um einzelne wohlmeinende Projekte, sondern um einen breiten Ansatz mit enorm vielen Aktionsfeldern in einer Welt, die immer schnelllebiger wird.

Peter Gerber: Auch für uns wird Corporate Responsibility immer wichtiger. Allerdings steht das Thema schon sehr lange auf unserer Agenda. Ich erinnere an die Initiative Cargo Human Care, die vor über zehn Jahren von Mitarbeitern unseres Unternehmens gegründet wurde, um die Lebensbedingungen in Kenia zu verbessern. Unsere Mitarbeiter kommen sehr viel herum in der Welt, nehmen Missstände wahr und sehen, was man eventuell besser machen kann. Aus so einer Situation heraus ist Cargo Human Care entstanden. Vielleicht sind Dienstleistungsmitarbeiter auch einfach besonders empathisch. Es gibt bei uns im Unternehmen jedenfalls diesen Spirit, etwas Gutes tun zu wollen. Und noch zwei weitere Aspekte machen verständlich, warum uns Corporate Responsibility seit Langem so wichtig ist: Lufthansa und Lufthansa Cargo sind ingenieursgetriebene Unternehmen, und unter deutschen Ingenieuren spielt der Umweltgedanke traditionell eine extrem wichtige Rolle. Zudem ist der überwiegende Teil der aktuellen Managementgeneration in den 80er-Jahren sozialisiert, als die Umweltbewegung in Deutschland ihren Anfang nahm. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir seit vielen Jahren vielleicht ein bisschen stärker als der Durchschnitt der internationalen Unternehmen darauf achten, Schritt für Schritt nachhaltiger zu agieren. 

Warum ist Corporate Responsibility heute wichtig?

Christoph Wolff: Unternehmen agieren nicht im luftleeren Raum, sondern haben zahlreiche Berührungspunkte zu gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen. Das gilt umso mehr, wenn ein Unternehmen global aktiv ist. Natürlich müssen Unternehmen ihre Kunden und Anteilseigner zufriedenstellen. Aber das allein berücksichtigt weder die Auswirkungen des Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt, noch garantiert es mittel- und langfristig den Erfolg. Die Welt ist komplexer geworden, und Unternehmen haben Verantwortung dafür, wie sie sich entwickelt. Die meisten weltweit agierenden Unternehmen haben das erkannt und kümmern sich mit einer Multi-Stakeholder-Strategie intensiv um ihre Beziehungen zu den unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Communitys – seien es Kunden, Mitarbeiter, Talente, Lieferanten, Presse und Öffentlichkeit, staatliche Institutionen, Nachbarn, Politik oder Nichtregierungsorganisationen. Wer verantwortlich handelt, nutzt seinen Einfluss, um positive Veränderungen zu bewirken, von denen die Gesellschaft insgesamt und am Ende auch das Unternehmen selbst profitiert. Früher haben Unternehmen Corporate Responsibility manchmal aus­gelagert in irgendeine untergeordnete Abteilung, nach dem Motto „Das macht ja bei uns der Herr Sowieso“. Dieses in Wirklichkeit vielschichtige Thema hatte da nur noch eine Feigenblatt-Funktion. Heute haben die weltweit führenden Unternehmen erkannt, dass Corporate Responsibility ein Vorstandsthema ist. Da geht es nicht um einzelne wohlmeinende Projekte, sondern um einen breiten Ansatz mit enorm vielen Aktionsfeldern in einer Welt, die immer schnelllebiger wird.

Peter Gerber: Auch für uns wird Corporate Responsibility immer wichtiger. Allerdings steht das Thema schon sehr lange auf unserer Agenda. Ich erinnere an die Initiative Cargo Human Care, die vor über zehn Jahren von Mitarbeitern unseres Unternehmens gegründet wurde, um die Lebensbedingungen in Kenia zu verbessern. Unsere Mitarbeiter kommen sehr viel herum in der Welt, nehmen Missstände wahr und sehen, was man eventuell besser machen kann. Aus so einer Situation heraus ist Cargo Human Care entstanden. Vielleicht sind Dienstleistungsmitarbeiter auch einfach besonders empathisch. Es gibt bei uns im Unternehmen jedenfalls diesen Spirit, etwas Gutes tun zu wollen. Und noch zwei weitere Aspekte machen verständlich, warum uns Corporate Responsibility seit Langem so wichtig ist: Lufthansa und Lufthansa Cargo sind ingenieursgetriebene Unternehmen, und unter deutschen Ingenieuren spielt der Umweltgedanke traditionell eine extrem wichtige Rolle. Zudem ist der überwiegende Teil der aktuellen Managementgeneration in den 80er-Jahren sozialisiert, als die Umweltbewegung in Deutschland ihren Anfang nahm. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir seit vielen Jahren vielleicht ein bisschen stärker als der Durchschnitt der internationalen Unternehmen darauf achten, Schritt für Schritt nachhaltiger zu agieren. 

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Welche Bedeutung hat das Thema CO₂-Reduktion für Corporate Responsibility in der Luftfahrt?

Christoph Wolff: Ob Personen oder Fracht – die größte Herausforderung der Aviationindustrie ist der mit dem Fliegen verbundene CO₂-Ausstoß. Und so wird Fliegen generell infrage gestellt und damit auch die weltweite Beschaffung durch Luftfracht. Aber die Lösung der Probleme kann aus meiner Sicht nicht sein, dass man weniger fliegt. Die Kundenbedürfnisse sind da, und die Märkte wollen bedient werden. Beides ist der Schnelligkeit unserer Zeit geschuldet, und – seien wir realistisch – diese Entwicklung wird sich nicht zurückdrehen lassen. Zwei Dinge sind aus meiner Sicht nötig: erstens die Einpreisung der CO₂-Belastung in die Transportpreise und zweitens innovative technische Lösungen. Da gibt es durchaus Wege. Diese gilt es allerdings zu beschleunigen und auf eine vernünftige ökonomische Basis zu stellen, damit der Luftverkehr am Ende eine CO₂-neutrale Transportleistung anbieten kann.

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Kritiker der Luftfracht stellen in Zweifel, dass Güter fliegen müssen. Wie ist die Position von Lufthansa Cargo?

Peter Gerber: In der Luftfracht ist die Situation etwas anders als im Passagierverkehr mit den teilweise absurden Lockangeboten der Billigflieger. In der Luftfracht wird nur das geflogen, was wirklich geflogen werden muss. Luftfracht ist nämlich vergleichsweise sehr teuer, 40- bis 50-mal teurer als Seefracht beispielsweise. Kunden entscheiden sich also wirklich nur dann für Luftfracht, wenn das Transportgut extrem wertvoll ist oder wenn der Transport extrem sicher oder schnell vonstattengehen muss. Ich finde regionale Beschaffung auch gut, wenn es möglich ist. Aber wir sollten den Einfluss der Märkte weder unterschätzen noch verdammen. Im Gegenteil: Wir werden den Erfolgen der Globalisierung nicht gerecht, wenn wir das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen. In einer vernetzten Welt muss es möglich sein, Güter dort zu beschaffen, wo sie am effizientesten hergestellt werden können und wo die Menschen dann auch eine gute Chance auf eine bessere Zukunft haben. Beispiel Gemüseanbau in Kenia: Es muss einfach eine Möglichkeit geben, die dort produzierten Güter an ihren Nachfrageort zu transportieren – mit dem nicht unerheblichen Nebeneffekt, dass die Menschen in Kenia ein vernünftiges Auskommen haben. Die Herstellung zu uns zu verlagern wäre auch unter Umweltgesichtspunkten aufgrund des viel höheren Energieaufwands nicht sinnvoll. Verzicht an dieser Stelle ist sicher keine gute Option.

Lufthansa Cargo hat sich das Motto „Enabling global business“ gegeben. Hat das Luftfrachtgeschäft auch positive sozialökonomische Auswirkungen in ärmeren Ländern?

Peter Gerber: Wer selbst häufiger in Schwellen- und Entwicklungsländern war, kennt die starken prosperierenden Effekte, wenn Produkte dank Luftfracht überhaupt erst auf dem Weltmarkt zu guten Preisen verkauft werden können. Kenia und Ägypten sind in den Wintermonaten die Treibhäuser Europas. Hier bildet sich ein Mittelstand heran, der seine Kinder regelmäßig zur Schule schicken kann, eine Premiere für viele Familien. Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu dieser schrittweisen Entwicklung. Unsere Ökonomie hat sich in den vergangenen 200 Jahren auch über die Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft und die industrielle Revolution Schritt für Schritt entwickelt. Dem Menschen muss die Gelegenheit gegeben werden, in nachhaltiger Form Güter zu produzieren und Geschäfte zu machen. Aber obwohl ich die Globalisierung insgesamt für einen riesigen Erfolg halte, will ich nicht zu unkritisch sein: Wenn nur bei ganz wenigen Menschen von den Wohlstandsgewinnen etwas hängen bleibt, dann läuft etwas falsch. Hier ist Regulierung gefordert. Die Diskussionsrunden des WEF scheinen mir sehr geeignet zu sein, Lösungen zu finden.

Christoph Wolff: Dem stellen wir uns. Makroökonomische Fragestellungen stehen im Fokus zahlreicher Initiativen des WEF in Zusammenarbeit zum Beispiel mit UN, Weltbank und anderen internationalen Organisationen. Denn Fakt ist: Die Ungleichheit nimmt zurzeit wieder zu in der Welt und bedroht den allgemeinen Wohlstand, das muss man wissen. Auch die technologische Ausrichtung der globalen Wirtschaft und die Ausrichtung ganzer Branchen hat Potenzial, die Ungleichheit wieder zu verstärken. Wenn große Onlinehändler keine Steuern mehr zahlen müssen, weil sie lokal nirgendwo gebunden sind, dann ist das ein Problem. Da, wo der Wert geschaffen wird, muss er künftig auch systematisch zurückgeführt werden, um sozialen Fortschritt zu schaffen. Dafür arbeiten wir, und wir haben Einfluss. Zielkonflikte mit kurzfristigen Ertragserwartungen gibt es zwar immer wieder, aber mittel- und langfristig orientierte Unternehmen stellen sich den Ergebnissen einer kritischen Stakeholder-Analyse.

Wie arbeitet das WEF, um sein formuliertes Ziel „Committed to improving the state of the world“ zu erreichen?

Christoph Wolff: Seit den Anfangstagen des Forums, das von Prof. Klaus Schwab vor annähernd 50 Jahren gegründet wurde, sind die in Deutschland so bekannten „Runden Tische“ als Instrument der Mediation unser Vorbild. Wenn es ein Problem gibt, dann setzt man alle, die etwas damit zu tun haben und die es betrifft, an einen „Runden Tisch“ und versucht, nachhaltige Lösungswege auszuloten. Das Ziel ist dann unter anderem, dass Unternehmen im Einklang mit ihren Stakeholdern leben. Mich fasziniert am WEF, dass man so tatsächlich etwas erreicht, was man seinen Kindern erzählen kann.

Was sind die Pläne der Lufthansa Cargo zur Corporate ­Responsibility?

Peter Gerber:
Der Luftverkehr ist für 2,8 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Deshalb sagen wir: Der Klimaschutz geht uns alle an und wir müssen nachhaltig und effektiv handeln. Zunächst einmal wollen wir unsere Selbstverpflichtungen erfüllen: Wir haben uns vorgenommen, bis 2020 unsere spezifischen CO₂-Emissionen um 25 Prozent zu senken. Unser wichtigster Stellhebel dabei ist die Erneuerung unserer Flotte durch die Ausmusterung der MD-11 und die Integration der neuen, kraftstoffsparenden Boeing 777-Frachter. Ebenfalls bis 2020 wollen wir alle Aluminiumcontainer durch Container aus leichten Verbundstoffen ersetzt haben – auch das verkleinert unseren CO₂-Fußabdruck. Langfristig geht es uns aber darum, CO₂-neutral zu fliegen. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn fossiles Kerosin durch erneuerbare Brennstoffe ersetzt wird. Die derzeit beste ökologische Lösung ist ein Kraftstoff, der nach dem sogenannten „Power to Liquid“-Verfahren hergestellt wird. Um in diesem Bereich Fortschritte zu erzielen, sind gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft erforderlich. Lufthansa ist bereit, an Pilotprojekten zur Errichtung von Industrieanlagen zur Herstellung von Power-to-Liquid-Kraftstoffen teilzunehmen.

Herr Wolff, Herr Gerber, vielen Dank für das Gespräch!

Lufthansa Cargo hat sich das Motto „Enabling global business“ gegeben. Hat das Luftfrachtgeschäft auch positive sozialökonomische Auswirkungen in ärmeren Ländern?

Peter Gerber: Wer selbst häufiger in Schwellen- und Entwicklungsländern war, kennt die starken prosperierenden Effekte, wenn Produkte dank Luftfracht überhaupt erst auf dem Weltmarkt zu guten Preisen verkauft werden können. Kenia und Ägypten sind in den Wintermonaten die Treibhäuser Europas. Hier bildet sich ein Mittelstand heran, der seine Kinder regelmäßig zur Schule schicken kann, eine Premiere für viele Familien. Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu dieser schrittweisen Entwicklung. Unsere Ökonomie hat sich in den vergangenen 200 Jahren auch über die Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft und die industrielle Revolution Schritt für Schritt entwickelt. Dem Menschen muss die Gelegenheit gegeben werden, in nachhaltiger Form Güter zu produzieren und Geschäfte zu machen. Aber obwohl ich die Globalisierung insgesamt für einen riesigen Erfolg halte, will ich nicht zu unkritisch sein: Wenn nur bei ganz wenigen Menschen von den Wohlstandsgewinnen etwas hängen bleibt, dann läuft etwas falsch. Hier ist Regulierung gefordert. Die Diskussionsrunden des WEF scheinen mir sehr geeignet zu sein, Lösungen zu finden.

Christoph Wolff: Dem stellen wir uns. Makroökonomische Fragestellungen stehen im Fokus zahlreicher Initiativen des WEF in Zusammenarbeit zum Beispiel mit UN, Weltbank und anderen internationalen Organisationen. Denn Fakt ist: Die Ungleichheit nimmt zurzeit wieder zu in der Welt und bedroht den allgemeinen Wohlstand, das muss man wissen. Auch die technologische Ausrichtung der globalen Wirtschaft und die Ausrichtung ganzer Branchen hat Potenzial, die Ungleichheit wieder zu verstärken. Wenn große Onlinehändler keine Steuern mehr zahlen müssen, weil sie lokal nirgendwo gebunden sind, dann ist das ein Problem. Da, wo der Wert geschaffen wird, muss er künftig auch systematisch zurückgeführt werden, um sozialen Fortschritt zu schaffen. Dafür arbeiten wir, und wir haben Einfluss. Zielkonflikte mit kurzfristigen Ertragserwartungen gibt es zwar immer wieder, aber mittel- und langfristig orientierte Unternehmen stellen sich den Ergebnissen einer kritischen Stakeholder-Analyse.

Wie arbeitet das WEF, um sein formuliertes Ziel „Committed to improving the state of the world“ zu erreichen?

Christoph Wolff: Seit den Anfangstagen des Forums, das von Prof. Klaus Schwab vor annähernd 50 Jahren gegründet wurde, sind die in Deutschland so bekannten „Runden Tische“ als Instrument der Mediation unser Vorbild. Wenn es ein Problem gibt, dann setzt man alle, die etwas damit zu tun haben und die es betrifft, an einen „Runden Tisch“ und versucht, nachhaltige Lösungswege auszuloten. Das Ziel ist dann unter anderem, dass Unternehmen im Einklang mit ihren Stakeholdern leben. Mich fasziniert am WEF, dass man so tatsächlich etwas erreicht, was man seinen Kindern erzählen kann.

Was sind die Pläne der Lufthansa Cargo zur Corporate ­Responsibility?

Peter Gerber:
Der Luftverkehr ist für 2,8 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Deshalb sagen wir: Der Klimaschutz geht uns alle an und wir müssen nachhaltig und effektiv handeln. Zunächst einmal wollen wir unsere Selbstverpflichtungen erfüllen: Wir haben uns vorgenommen, bis 2020 unsere spezifischen CO₂-Emissionen um 25 Prozent zu senken. Unser wichtigster Stellhebel dabei ist die Erneuerung unserer Flotte durch die Ausmusterung der MD-11 und die Integration der neuen, kraftstoffsparenden Boeing 777-Frachter. Ebenfalls bis 2020 wollen wir alle Aluminiumcontainer durch Container aus leichten Verbundstoffen ersetzt haben – auch das verkleinert unseren CO₂-Fußabdruck. Langfristig geht es uns aber darum, CO₂-neutral zu fliegen. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn fossiles Kerosin durch erneuerbare Brennstoffe ersetzt wird. Die derzeit beste ökologische Lösung ist ein Kraftstoff, der nach dem sogenannten „Power to Liquid“-Verfahren hergestellt wird. Um in diesem Bereich Fortschritte zu erzielen, sind gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft erforderlich. Lufthansa ist bereit, an Pilotprojekten zur Errichtung von Industrieanlagen zur Herstellung von Power-to-Liquid-Kraftstoffen teilzunehmen.

Herr Wolff, Herr Gerber, vielen Dank für das Gespräch!

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WEF

Das World Economic Forum (WEF), gegründet 1971 vom legendären Prof. Klaus Schwab, ist heute die wichtigste internationale Organisation für Public Private Cooperation auf höchster Ebene. Staatenlenker, UN-Mandatsträger, CEOs und die Spitzen von Verbänden und Nichtregierungsorganisationen nehmen regelmäßig an den „Runden Tischen“ des WEF Platz, um globale Probleme der Wirtschafts-, Sozial-, Gesundheits- und Umweltpolitik zu erörtern. Das Forum hat seine Zentrale in Genf und ist in der Öffentlichkeit insbesondere durch die regelmäßige Ausrichtung des Weltwirtschaftsgipfels in Davos bekannt.

Fotos: Oliver Rösler

Autor: Lars Kruse

Fotos: Oliver Rösler

Autor: Lars Kruse