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Unterstützung aus der Cloud.

Mehr Flexibilität, weniger Aufwand: Mit DGD.online lassen sich Dokumente für alle Gefahrguttransporte jederzeit und von jedem Ort der Welt online bearbeiten. Ein neues Tool von Lufthansa Cargo, das nicht nur Siemens Healthineers begeistern könnte.

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Alle reden von Digitalisierung, aber wie geht man sie beim Thema Gefahrgut an? Seit etwa 40 Jahren haben sich die Prozesse in diesem Bereich kaum verändert. Viele Logistiker erstellen die sogenannten Dangerous Goods Declarations (DGDs) noch immer manuell per Textverarbeitungsprogramm. Für eine Sendung kommt da schon mal ein beachtlicher Stapel Papier zusammen – was nicht heißt, dass damit an jedem Glied in der Transportkette auch die nötigen Informationen vorliegen. „Außerdem konnten DGDs unterwegs nicht mehr verändert werden. Das kann ja nur der Versender“, sagt Arastoo Badri, Produktentwickler bei Lufthansa Cargo. „Wir haben festgestellt, dass es zu 70 bis 75 Prozent an einer fehlerhaften DGD liegt, wenn eine Sendung stehen bleibt.“

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Mit DGD.online gibt es jetzt die Möglichkeit, das Dokument zu bearbeiten, wann und wo man möchte. Badri hat gemeinsam mit Markus Dess, Logistik-Prozess-Planer bei Siemens Healthineers, diese neue, benutzerfreundliche Cloud-Anwendung eingeführt, die die Branche in mehreren Bereichen entlasten kann. Die Initialzündung dafür lieferte eine Diskussion über Digitalisierung im Rahmen des Airfreight Innovation Forums. DGD.online erlaubt Gefahrgutversendern auch, passende Beförderungspapiere und Versandetiketten für den Luft-, Straßen- und Seetransport zu erstellen. „Das ist doch der Traum eines Versenders“, so Markus Dess.

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Als Kooperationspartner der Lufthansa Cargo hat Siemens Healthineers nun die zweijährige Testphase des Tools abgeschlossen. Der Siemens Healthineers-Kundenservice kümmert sich um die Ersatzteilversorgung von Medizintechnik. Braucht etwa die elektrische Liege eines Kernspintomografen in Stockholm eine neue Batterie, sorgen die Logistiker dafür, dass das Teil am nächsten Tag eintrifft.

Gesundheitsversorger auf der ganzen Welt sind abhängig von einem funktionierenden Logistiknetzwerk, über welches das Unternehmen aus Erlangen verfügt. Dess: „In rund 98 Prozent der Fälle liefern wir vorrätige Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden zu unseren Landesgesellschaften oder direkt in die Kliniken.“ Täglich verlassen mehrere Tausend Sendungen die drei Lager in Frankfurt, Memphis und Singapur. Dess präsentiert drei aktuelle Beispiele aus der ganzen Welt: eine Leuchte muss von Frankfurt zum Drop-off-Punkt nach Düsseldorf, ein Rechner aus dem Lager in Memphis ist für die CTAbteilung einer Klinik in Neuengland bestimmt, ein Kompressor soll von Singapur nach Taipeh gelangen.

Die Offenheit für Innovationen und der leistungsfähige Logistikapparat machen das Unternehmen für die Testphase zum idealen Partner. 1.744 Gefahrgutsendungen zählte Siemens Healthineers im Geschäftsjahr 2017/2018. Fracht, die strengen Sicherheitsauflagen unterliegt. Schon allein deshalb investiert das Unternehmen in reibungslose Transportprozesse. „Wir sind immer offen für Innovationen, besonders wenn wir Potenziale erkennen. Beim Gefahrgut war das der Fall. Und wenn es Probleme gibt, können wir sofort reagieren“, erklärt Markus Dess.

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Von der Airline für den Shipper.

Nicht nur der Versender, sondern auch seine Logistikpartner behalten über das Tool den Workflow im Blick, und nur qualifizierte User dürfen daran Änderungen vornehmen – also zum Beispiel die AWB-Nummer vergeben. Darüber hinaus unterstützt DGD.online mit diversen Validierungsfunktionen. Dabei ist es praktisch und schnell zu bedienen. Bereits in der Testphase erwies sich DGD.online als hilfreich. „Wir verzeichnen signifikante Produktivitätszuwächse“, so Dess. Das Erstellen von Gefahrgutdokumenten habe bei den Logistikern bislang viel Zeit und Personal in Anspruch genommen. „Das ist ein arbeitsintensiver Prozess“, sagt Dess. Gefahrgut-Versender-Erklärungen und entsprechende Versandetiketten wurden auf Basis von Stammdaten und Sicherheitsdatenblättern manuell erstellt. „Dass sich dabei auch mal Fehler eingeschlichen haben, war kaum zu vermeiden.“ In der Konsequenz mussten zum Teil Sendungen zurückgeführt werden. Dess: „So etwas kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.“

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Mit DGD.online lassen sich unter anderem druckfertige, elektronisch signierte Deklarationen im PDF-Format generieren oder samt Anhängen wie zum Beispiel Sicherheitsdatenblättern automatisiert als E-Mail versenden.

Lufthansa Cargo ist damit die erste Airline, die mit einem „Software-as-a-Service“-Angebot an den Markt geht. Arastoo Badri: „Wir wollen so den Versender unterstützen. Maßgeblich richtet sich der Service direkt an Unternehmen aus der Industrie, welche in aller Regel die Deklarationen erstellen müssen.“ Der Produktentwickler ist von der Cloud-Anwendung überzeugt. Auch weil die Spediteure von dem Tool profitieren werden. Badri: „Fehler werden vermieden und die Prozesse entlang der Transportkette gewinnen an Transparenz und Stabilität.“