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Für uns sind Himmel und Meer eine Einheit.

Ganze 3.054 Inseln gehören zu Griechenland. Das sind 82 Prozent aller Inseln im Mittelmeer. Die meisten Eilande sind nur über den Seeweg erreichbar. Ohne regelmäßige Fährverbindungen wären sie abgeschnitten von der Außenwelt. Damit die Versorgung der Menschen und das Wirtschaftsleben der Insulaner nicht zum Erliegen kommt, ist Luftfracht unabdingbar. Das erfuhr Alexis von Hoensbroech, Vorstand für Produkt und Vertrieb bei Lufthansa Cargo, auf seinem jüngsten Besuch in Griechenland.

Gastgeber von Hoensbroechs war Kostis Achladitis, Geschäftsführer von Golden Cargo, einem der führenden griechischen Schiffsersatzteillogistiker mit Hauptsitz in Piräus.

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Achladitis ist beinahe zufällig zur Logistik gekommen. Nach seinem Studium in London war er im Einkauf von Golden Union Shipping tätig, einer Reederei, die mit einer Flotte von mehreren Massengutfrachtern weltweit aktiv ist.

„Eines Tages wurde ein Schiffsteil aus Japan dringend in Griechenland benötigt“, erzählt Achladitis. „Der Preis für den Transport war genauso hoch wie der des Ersatzteils. Da habe ich mir gedacht, die Logistik von Ersatzteilen scheint ja ein lukratives Geschäft zu sein. Bekommen wir das selbst nicht günstiger hin?“

Das war der Start von Golden Cargo und ist annähernd 30 Jahre her. Zunächst nahm Kostis Achladitis nur den Transport von Ersatzteilen in die Hand, die sein Arbeitgeber selbst brauchte. Über die Jahre kamen weitere Kunden aus der Schifffahrt hinzu. Heute bedient der Logistiker mehr als 2.500 Schiffe weltweit und ist Auftragslogistiker für große Produzenten von Schiffsersatzteilen. 70 Prozent der Sendungen schickt Golden Cargo per Luftfracht auf die Reise.

Nahezu unplanbar.

„Logistikdienstleistungen in der maritimen Industrie sind ein anspruchsvolles Geschäft. Man muss wissen, wie diese Branche funktioniert, um erfolgreich zu sein. Wir kennen die Bedürfnisse der Reedereien ganz genau. Unsere Wurzeln sind unser Wettbewerbsvorteil“, erklärt Achladitis. „Hinzu kommen Fleiß und Hartnäckigkeit sowie Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein unserer Mitarbeiter.“

Herausfordernd ist vor allem die Unberechenbarkeit. Schiffe sind permanent unterwegs, und Reedereien betreiben ihre Schiffe über Charterverträge. Es kommt oft vor, dass sie bis kurz vorher nicht wissen, welchen Hafen ihre Schiffe in den nächsten ein oder zwei Wochen anlaufen werden. Daher wird nicht nur ein unvorhersehbarer Ausfall kompliziert, sondern auch die standardmäßige Wartung.

Damit nicht genug: Die entsprechenden Ersatzteile sind weltweit bei verschiedenen Herstellern zu beschaffen. In Griechenland werden die besten Taue hergestellt, Maschinenteile häufig in Korea, Japan, China und Europa.

Digitales Kartenmaterial und Steuerungselemente stammen oft aus Europa. Die Schiffe, die darauf angewiesen sind, warten aber womöglich mehrere 10.000 Kilometer davon entfernt auf See oder in einem Hafen. „Unter diesen Voraussetzungen brauchen die Reedereien einen flexiblen und zuverlässigen Partner“, so Kostis Achladitis. „Mit Lufthansa Cargo haben wir ein Konzept entwickelt, dass es uns möglich macht, innerhalb kürzester Zeit zu entscheiden, von wo und wie wir ein benötigtes Ersatzteil fliegen können.“ „Vertrieb macht bei uns jeder“.

„Unser Netz bedient die wichtigsten Hotspots der Seeschifffahrt überall auf der Welt“, erläutert Alexis von Hoensbroech. „Große Häfen sind in der Regel auch Produktions- und Handelsorte für Ersatzteile. Hier verbinden wir die Hersteller von Ersatzteilen und die Reedereien dank des intensiven Austausches mit den Experten von Golden Cargo.“

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Die spezialisierte Belegschaft von Golden Cargo ist mittlerweile auf 120 Mitarbeiter angewachsen. Das Unternehmen rekrutiert dabei nur wenige Quereinsteiger vom Markt. Vielmehr werden neue Mitarbeiter meist von der Pike auf ausgebildet. Die Fluktuation ist minimal. Auch der Kundenkontakt ist von einer besonderen Nähe geprägt. „Es gibt keine dedizierte Vertriebsabteilung bei uns. Jeder macht Vertrieb. Dadurch haben alle eine enge Bindung zum Kunden und zu der Fracht, die wir gerade bewegen. Das ist ein besonderes Arbeiten“, so Kostis Achladitis.

 

Gleiches gilt für die Partner: „Wir wollen maritime Logistiker wie Golden Cargo bei ihrem globalen Geschäft bestmöglich unterstützen“, definiert Alexis von Hoensbroech die Rolle der Airline. „Deswegen gibt es bei Lufthansa Cargo eine Reihe perfekt auf diese Kunden zugeschnittene Produkte und ein Team, das sich bestens auskennt mit den Anforderungen der Schifffahrt.“

Kostis Achladitis ergänzt: „Wir haben eine enge Beziehung mit dem lokalen Lufthansa Cargo Team in Athen. Bei Lufthansa Cargo erhalten wir stets eine Antwort. Rund um die Uhr ist jemand erreichbar, und so gibt es immer eine Möglichkeit, die Probleme unseres Kunden zu lösen.“

Dank dieser Fähigkeit wächst Golden Cargo jährlich um 15 bis 20 Prozent. Und das trotz der immer noch nicht bewältigten Griechenland-Krise. „Wir waren von der Krise kaum betroffen, weil unser Geschäft global ist und wir zu den wenigen griechischen Wirtschaftszweigen gehören, die international wettbewerbsfähig sind“, erklärt Achladitis. „Ich hoffe sehr darauf, dass andere Branchen in Griechenland bald wieder international den Anschluss schaffen. Hoch motivierte Menschen, die das umsetzen wollen, gibt es in diesem Land genug. Das zeigt unser Beispiel!“

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Global ist sein Berufsleben, gleichzeitig ist Achladitis lokal fest verwurzelt. Er stammt von einer der vielen griechischen Inseln: Chios, in der östlichen Ägäis gelegen. „Wenn es nach Hause geht, dann nehme ich natürlich die Fähre!“ Als Insulaner weiß er aus erster Hand, wie lebenswichtig eine zuverlässige Schiffsverbindung ist. „Die Schiffe bringen den Tourismus auf die Inseln, sie bringen Güter, sie bringen alles, was wir für den Alltag brauchen. Wenn die Fähre anlegt, beginnt das Leben. Es ist schön, dass wir bei Golden Cargo auch dafür einen Beitrag leisten.“ 

www.goldencargo.gr

Das Interview mit Kostis Achladitis sehen Sie in der iPad-Ausgabe, gratis erhältlich im App Store, und auf dem YouTube-Kanal.

www.youtube.com/user/LHCargoAG

 

Fotos: Matthias Aletsee

Planet 1/2018